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Chronisches Erschöpfungssyndrom und Fibromyalgie: Differentialdiagnostik ist von großer Bedeutung

Selbsthilfeinitiative: „Gerade in sozialer Hinsicht bleibt die fundierte Erhebung des Befundes sehr wichtig!“

Wer aufgrund eines Chronischen Erschöpfungssyndroms (CFS) / Myalgischer Enzephalomyelitis (ME) oder einer Fibromyalgie soziale Leistungen beanspruchen möchte, bedarf einer fundierten Diagnose. Diese Erfahrung macht die bundesweit aktive Selbsthilfeinitiative zum Thema, die vom Konstanzer Berater Dennis Riehle geleitet wird. „Dass die beiden Erkrankungen reine Ausschlussdiagnosen seien, diese Einschätzung kann ich heute nicht mehr teilen. Denn es gibt mittlerweile sehr klare Kriterien, um ein CFS oder Fibromyalgie festzustellen und es entsprechend zu attestieren. Aber natürlich braucht es eine umfassende Differentialdiagnostik, um gerade anfangs andere Ursachen für die Beschwerden beiseiteräumen zu können“, so der Journalist vom Bodensee, der seit 2014 selbst erkrankt ist. Beim CFS seien gerade psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Neurasthenie oder akute Belastungsreaktionen auszuschließen. Aber auch körperliche Krankheiten, die eine Fatigue auslösen Ebenso kommen hormonelle Störungen und ein Schlafapnoe in Betracht. Dennis Riehle empfiehlt daher zunächst den Gang zum Hausarzt, der bereits eine orientierende Untersuchung durchführen könne: „Wenn ein Fibromyalgie-Syndrom im Verdacht steht, sollten andere rheumatische Erkrankungen, somatoforme Schmerzstörungen, systemisch-entzündliche Erkrankungen wie Vaskulitiden, das Sjögren-Syndrom, Morbus Bechterew oder der Lupus erythematodes abgeklopft und verneint werden. Zudem sind bei CFS und Fibromyalgie infektiöse Differentialdiagnosen in Augenschein zu nehmen. Neben Hepatitis C oder HIV sind oftmals Borreliosen eine denkbare Ursache. Endokrin sind eine Hypothyreose, ein Cushing-Syndrom und ein Hyperparathyreoidismus möglich“, sagt der Berater, der mittlerweile rund 5.000 Betroffene in der Selbsthilfe begleitet hat.

Nach Aussagen Riehles sei die genaue Diagnose nicht nur für die richtige Behandlung entscheidend. Auch beim Anspruch auf soziale Leistungen ist die korrekte Befundung von Belang: „Gerade, wenn es letztlich um eine etwaige Schwerbehinderteneigenschaft oder eine Erwerbsminderungsrente geht, kann die Herkunft der Symptome viel ausmachen. Denn während beispielsweise eine Depression in vielen Fällen gut behandelbar ist und eine Wiedereingliederung in den Beruf denkbar scheint, ist bei einem manifesten und durch neuroimmunologische Diagnostik bestätigten CFS eine Chronifizierung kaum zu verhindern, sodass dauerhafte Belastungsintoleranz und deutliche Einschränkung der Alltagsfähigkeit zu erwarten sind. Dieser Befund wirkt sich dann natürlich auch auf die Entscheidung von Leistungsträgern aus, die über die Dauer und das Ausmaß der Gewährung sozialer Hilfen befinden. Am Ende ist aber vor allem die individuelle Einschränkung durch die vorliegenden Funktionsstörungen maßgeblich, sodass sich Betroffene nicht allein auf die Suche nach der Ursache ihres Leidens einengen, sondern eher eine frühzeitige und symptombasierte Therapie in Anspruch nehmen sollten“. Riehle empfiehlt in dieser Hinsicht, einen multimodalen Ansatz zu wählen: „Neben verschiedenen Wegen aus der Schmerzbehandlung geht es auch um ein Energiemanagement, das mithilfe einer Psychotherapie erlangt werden kann. Daneben gibt es auch Medikamente, die bei der Bewältigung der Erkrankung mental unterstützen. Und nicht zuletzt ist stets eine Bestimmung der Mikronährstoffen sowie von Schwermetallen anzustreben. Bei Bedarf sollten Vitamine substituiert werden. Vielen Erkrankten helfen daneben Wärmetherapie, Lichtbehandlung, Ernährungsumstellung und eine achtsame Schlafhygiene. Und nicht zuletzt ist es bedeutsam, in der Aktivierung zu bleiben und sich durch gute Selbstfürsorge und Resilienz die Teilhabe am Dasein zu sichern“, meint Dennis Riehle hierzu abschließend.

Die Beratung der Selbsthilfeinitiative kann überregional kostenlos unter www.selbsthilfe-riehle.de erreicht werden.

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