Logo Politik- und Kommunikationsberatung Dennis Riehle

Der Westen manövriert sich mit seiner kurzsichtigen Denkweise im Ukraine-Krieg in eine Sackgasse

Der Politik- und Kommunikationsberater Dennis Riehle (Konstanz) sieht in der Vorgehensweise der Bundesrepublik im Ukraine-Krieg eine Einbahnstraße und vermisst jeglichen Ansatz für eine alternative und diplomatische Sichtweise. In einem Statement sagte er wie folgt:

Der Krieg in der Ukraine wird immer mehr zu einem Aufrüstungs- und Abnutzungskonflikt, dem es an jeglichem Konzept für eine langfristige Lösung fehlt. Denn selbst wenn man auf dem Schlachtfeld gegenüber Russland einen unwahrscheinlichen Sieg erreichen sollte, wird kaum jemand daran glauben, dass damit Ruhe einkehrt. Stattdessen braucht es eine diplomatische Initiative, bei der vor allem Außenstehende auf Moskau einwirken, die entsprechenden Einfluss haben und den Kreml im Zweifel politisch und wirtschaftlich isolieren können. Direkte Kontakte zwischen dem Westen und Putin wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Aber es steht eine Reihe an möglichen Vermittlern bereit, die auch Beziehungen nach Kiew offen halten und sich in der Vergangenheit durch ihre weitgehend neutrale Positionierung immer wieder zu einem Brückenbauer etabliert haben.  Immer weniger Experten sind davon überzeugt, dass Russland so weit in die Knie gezwungen werden kann, das es kapituliert. Gleichzeitig darf es aber auch keine Unterwerfung der Ukraine unter den bestialischen Imperialisten geben, der mit seinem Angriff und der Invasion das Völkerrecht gebrochen hat und nicht ohne Konsequenzen davonkommen kann. So sind die Sanktionen weiter zu verschärfen. Und selbstredend können die Waffenlieferungen an Kiew nicht von heute auf morgen eingestellt werden. Aber auch die Bundesrepublik braucht eine neue Perspektive, die pazifistisch anmutet.

Der alleinige Sinn einer Verständigung muss ein Unterbruch des Sterbens und Leidens sein. Immer mehr Soldaten werden in den Kampf geschickt, die Entmenschlichung schreitet voran. Mittlerweile geht es allein darum, möglichst viele Gegner zu „neutralisieren“. Und auch die Zivilisten müssen mit ansehen wie ihr Hab und Gut zerstört wird, wie Nachbarn brutal aus dem Leben gerissen werden. Unsummen an Geld und Material wird verpulvert. Und keine der beiden Seiten ist bereit, die eigene Rachsucht dem Erhalt einer gesamten Region unterzuordnen. Schlussendlich mangelt es mittlerweile nicht nur vielen Beobachtern in den USA, Großbritannien, Frankreich oder Deutschland an einer langfristigen Vorstellung über eine Entscheidung allein durch Gewalt. Und auch von Bürgern in der Ostukraine nimmt man immer häufiger die Sehnsucht nach Frieden wahr. Ein Kompromiss kann nicht bedeuten, Gebiete an Russland abzutreten.  Aber eine Verständigung auf demilitarisierte und autonome Zonen unter internationaler Beaufsichtigung, in denen die Menschen ohne Moskaus Einflussnahme über ihre Zukunft selbstständig entscheiden können, wäre ein möglicher Ansatz für erste Verhandlungen. Sich auf den Standpunkt zurückzuziehen, Putin wolle nicht verhandeln, ist ein Totschlagargument. Verständigung beginnt nie zwischen den beiden Kriegsparteien und ihren Befehlshabern direkt. Stattdessen geht es um die Herstellung von Gesprächskanälen auf diplomatischer Ebene.

Weitere Informationen unter www.dennis-riehle.de.

Beitrag teilen