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Die Anbiederung an den emanzipierten Lobbyismus entkernt die Kirche von Wurzeln, Werten und Würde

Philosophischer Laienarbeitskreis kritisiert die Haltung von EKD und Vorfeldorganisationen zur Abtreibung

Zu den jüngsten Aussagen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der ihr nahestehenden Frauenorganisation über eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts in Deutschland erklärt der Leiter des Philosophischen Laienarbeitskreises und Psychosoziale Berater, Dennis Riehle (Konstanz), in einer Aussendung das Unverständnis über die Sackgasse des hiesigen Protestantismus mit folgenden Worten:

Wer das Werk des Schöpfers mit Füßen tritt, sollte sich nicht länger Kirche nennen. Die Wegwendung von jedweder sittlichen Integrität durch nicht unerhebliche Teile des Protestantismus ist ein Ausdruck der Selbstauflösung dieser christlichen Konfession, die sich durch die Reformation an die biblischen Worte gebunden hatte – und 500 Jahre später die feministische Zeitgeistigkeit zum Götzen erklärt. Schlussendlich bleibt die Abtreibung ein Ausdruck von Hilflosigkeit, in der es Unterstützung bedarf, den Schwangerenkonflikt mit Weitsicht statt mit voreiligen Entscheidungen zu durchstehen – und keines klerikalen Beifalls für eine zu kurz gedachte Gewichtung zwischen dem eigenen Selbstbestimmungsrecht und dem Anspruch auf Leben des Ungeborenen, die sodann zu einer direkten Endgültigkeit führen kann, deren körperlichen und seelischen Auswirkungen noch über Jahre und Jahrzehnte spürbar bleiben dürften. Es ist weder einem Rechtsstaat noch einer Gesellschaft zuträglich, wenn durch schwere ethische und moralische Abwägungen gefundene Kompromisse – wie hierzulande in Form der Fristenlösung -, diese ausgerechnet von denjenigen Seiten heute in Frage zu stellen, die damals glücklicherweise darum gerungen hatten, Dammbrüche zu verhindern. Christen tragen eine Verantwortung, ihren Glauben authentisch und an den Wurzeln der Religion ansetzend zu verkörpern. Die zunehmende Entfremdung von den prägenden Schriftstellen ist mit einer Loslösung von Demut und Vertrauen gegenüber Gott gleichzusetzen und daher ein Ausdruck von beginnender Blasphemie in den Reihen seines „Bodenpersonals“. Der Geisterfahrerkurs der Anbiederung an Erwartungen eines emanzipierten Lobbyismus wird zu einer spirituellen Entkernung führen.

Der Wert des Lebens zieht sich durch alle wesentlichen Darstellungen, die den Christen etwas bedeuten. Beginnend bei der Schöpfungslehre über die Weihnachtsgeschichte bis hin zur Passionszeit stehen Verletzlichkeit und Verwundbarkeit im Mittelpunkt. Bereits in der sprachlichen Verrohung dieser Tage über „Zellklumpen“ und das „Wegmachen“ eines Kindes wird deutlich, mit welcher Missachtung wir heutzutage diesem größten Geschenk an unsere Zivilisation begegnen. Die Familie wird ausschließlich als Karrierekiller gesehen, die Selbstverwirklichung der Frau steht an erster Stelle. Der Egozentrismus und das anmaßende Denken des Einzelnen überlagern sämtliche Sensorik, die bei dieser Dehumanisierung eigentlich anschlagen sollte. Die Bemühungen, Eltern in der Vorbereitung auf die Geburt und danach zu unterstützen und ihnen umfassende politische, finanzielle wie gesellschaftliche Hilfe und Rückhalt anzubieten, gehen bei allem Aktionismus der Feministen unter. Sie formulieren Absolutheitsansprüche, mit denen sie Schuld und Scham in ihrem Bewusstsein und den Herzen zu negieren versuchen. Doch durch die Begleitung von vielen von ihnen, welche nach einem Schwangerschaftsabbruch psychosoziale Beratung bei mir gesucht haben, weiß ich darum, dass es sich ausschließlich um ein Verdrängen handelt. Wir müssen zu einem mahnenden, nicht bevormundenden Appell und mehr Aufklärung zurückkommen, Verhütung und Enthaltsamkeit zu leben und sich auch in einer sexualisierten Gesellschaft vor dem Geschlechtsakt Gedanken über die Folgen zu machen. Dies kann einer zivilisierten Spezies abverlangt werden. Immerhin geht es um die nächsten Generationen, für die selbst eine narzisstische Gemeinschaft Verantwortung trägt.

Weitere Informationen auf www.dennis-riehle.de.

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