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Die Bildungsmisere hat ihre Gründe auch in einer zeitgeistigen Zweckentfremdung unserer Lehrpläne!

Politik- und Kommunikationsberater kritisiert eine falsche thematische Schwerpunktsetzung im Unterricht

Angesichts des dramatischen Abrutschens Deutschlands in der Pisa-Studie wird über die Ursachen kontrovers diskutiert. Während die Politik vor allem Nachwirkungen der Corona-Pandemie sieht, erkennt der Kommunikationsberater Dennis Riehle (Konstanz) vor allem eine falsche Schwerpunktsetzung in den Lehrplänen. Er erklärt hierzu in einem aktuellen Statement seine Einschätzung wie folgt:

Das Ergebnis der Pisa-Studie hat bewiesen: Während Deutschland in weltanschaulicher Verblendung Unsummen in Klimaschutzprojekte investiert und sich die Ampel ihre ideologischen Wunschträume erfüllt, geht es bei den eigentlichen Fragen dieser Zeit immer weiter bergab. All unser Engagement gegen die Erderwärmung ist sodann nutzlos, wenn es in der Bundesrepublik künftig an gebildeten Menschen fehlt, die genügend Wissen und Innovationskraft für die Umsetzung einer Transformation mitbringen. Wir schütten Milliarden in einen nebulösen Kampf gegen eine vermeintliche Erhitzung des Planeten – ohne wirklich zu erahnen, was wir damit bewerkstelligen können. Gleichsam sparen wir unsere Schulen kaputt, haben kein Geld für eine sachgerechte Entlohnung der Lehrer und bereiten die Kleinsten zudem mit völlig falschen Schwerpunktsetzungen im Unterricht nicht auf die Lebenswirklichkeit und die beruflichen Anforderungen vor. Auch lassen wir es durch eine ungezügelte Migration zu, dass immer mehr Kinder Deutsch nur mangelhaft als erste, zweite oder dritte Fremdsprache beherrschen, wenn sie eingeschult werden. Die Durchlässigkeit im Bildungssystem ist einerseits durch zu viel Korsett eingeschränkt, ihr fehlt es an Luft zum Atmen. Andererseits beschränken wir durch die Tendenz zur Abschaffung der Mehrgliedrigkeit des Schulwesens auch die individuelle Förderung und Entwicklung des Leistungspotentials des Einzelnen. Und wir erlauben zu Hause und in der Gesellschaft im Allgemeinen eine Laissez-Faire-Erziehung, an deren Ende immer öfter auch gepamperte Heranwachsende stehen, die mit ihrem Dasein völlig überfordert sind und sich am liebsten als „Youtuber“ selbst verwirklichen würden. Sie verharren in der Auffassung, dass das Ich stets vor dem Wir steht.

Dass sie für unsere Wirtschaft kein allzu großer Mehrwert sind – und zudem das Vorurteil einer pauschalen Faulenzergeneration befördern, kann uns ebenfalls nicht zufrieden stellen. Doch statt uns um diese riesige Baustelle zu kümmern, verabschieden wir Selbstbestimmungsgesetze, legalisieren Cannabis oder geben Millionen in eine feministische Klimaaußenpolitik. Kaum ein anderes Land scheint von der Wokeness derart gepeinigt wie wir. Und das gibt uns nicht nur international der Lächerlichkeit preis, sondern beschert uns täglich neu ein anderes böses Erwachen. Abseits der handfesten Defizite in der Infrastruktur der Schulen, im nicht alle Kinder erreichenden Unterrichtsformen oder im Personalmangel bei den Lehrern gibt es natürlich auch noch identitätspolitische Konflikte, die die Bildungslandschaft belasten. Da denkt man vornehmlich an ein Dauerstreit-Thema: Beim Gendern erhitzen sich die Gemüter, obwohl es eigentlich kein Verbot bräuchte. Viel eher würde es eigentlich genügen, zu der Selbstverständlichkeit zurückzukehren, wonach in der Öffentlichkeit – von Behörden bis Medien, von Schulen bis Politik – die Anwendung der gültigen Regelungen zur deutschen Sprache und Rechtschreibung geboten ist. Privat kann jeder machen, was er möchte. Doch es ist ein Gebot der Teilhabe und der Inklusion jedes Bürgers in diesem Land, nicht noch durch weitere Verkomplizierung vom Sprech- und Lesefluss das Verständnis und Nachvollziehen von Textinhalten zusätzlich zu erschweren. Gegen diesen Anspruch aller Menschen muss das Gefühl der Ausgrenzung und Diskriminierung von einzelnen emanzipierten Feministen und Queeristen, die sich durch das jahrhundertealte generische Maskulinum nicht mehr angesprochen und ernst genommen fühlen, deutlich hintanstehen.

Weitere Informationen unter www.dennis-riehle.de.

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