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Ein Wessi-Journalist zwischen Maßregelung und Drama: Die Angst vor ostdeutschen AfD-Erfolgen!

Kommentar von Dennis Riehle

Selten hatte dieses Land so viele Probleme auf einmal wie im Augenblick. Wer mit einem wachen Geist und offenen Augen durch die Realität geht, der wird die Herausforderungen kurzerhand selbst erleben können. Doch weil wir uns in einem Zeitalter befinden, in der Manipulation, Suggestion und Interpretation nicht nur bei der schreibenden Zunft als oberster Auftrag formuliert sind, berieselt uns abseits des ÖRR auch die tippende Systempresse mit einer Parallelwelt, die jeder vernünftige Mensch schon allein deshalb anzweifeln muss, weil sie in triefender Tendenziösität und Voreingenommenheit daherkommt. So wollen uns also nicht nur der Verfassungsschutz und unsere Bundesinnenminister regelmäßig weismachen, dass die Gefahr für unsere Demokratie von rechts kommt – und es in dieser Republik eigentlich nur einen einzigen Feind gibt: die AfD. Was man als Anhänger der NDR-Kommunikation mit einem gähnenden Emoji versehen würde, muss der mit einem Rest an Ehrgefühl und Pragmatismus getragene Bürger als billigste Propaganda und übelste Demagogie einer Branche einordnen, die ihr Rückgrat am Kleiderhaken der Redaktion abgegeben hat. Und so ist es vielleicht bezeichnend und auch kein Zufall, dass ausgerechnet eine Zeitung mit dem Namen „Der Westen“ auf die Schlagzeile kommt, dass die Alternative für Deutschland nicht nur in den neuen Bundesländern eine Schwierigkeit sei. Den moralisierenden Zeigefinger auf den Osten zu richten, das entspricht dieser Überheblichkeit und Anmaßung, welche wir seit dem Ende der DDR beobachten – und die sich im globalen Kontext als der immerwährende Konflikt zwischen den beiden Hemisphären des transatlantischen Bündnisses einerseits und des fernöstlichen Gegengewichts andererseits abbildet. Weder die Einwohner diesseits noch jenseits der ehemaligen Mauer haben es nötig, sich von einer arroganten Journaille vorschreiben zu lassen, was richtig und was falsch ist. Die Eigengefälligkeit von Haltungskommentatoren nimmt nicht nur narzisstische, sondern auch paranoide Züge an. Denn wer in einer Selbstverständlichkeit der Volksherrschaft in der Ausübung des Rechts auf freie Wahl ein Manko erkennen will, sollte sich auf die persönliche Grundgesetzkonformität hin abklopfen.

Es ist das souveräne Votum jedes Einzelnen, an welcher Stelle auf dem Stimmzettel er am Ende sein Kreuz setzt. Wir haben kein Dilemma mit einer Partei, die aus guten Gründen bis heute nicht verboten wurde – und die man auch nur dann ins extremistische Spektrum verorten kann, wenn man den Kompass für Maß und Mitte verloren hat. Dass mittlerweile nicht wenige Bürger von Baden-Württemberg bis Nordrhein-Westfalen ihre Kontaktscham zu den Blauen abgelegt haben und sich kaum noch aus Protest, sondern viel öfter aus Überzeugung mit ihr sympathisieren, müssen diejenigen mit Argwohn und Sorge betrachten, die ihre heile Utopie aus multikultureller Friedseligkeit und vielfältiger Harmonie durch weitere Siege dieser erstarkenden Kraft zu Recht ernstlich in Gefahr sehen. Wir befinden uns ohne Zweifel in einer identitätsrelevanten Auseinandersetzung, in der zwei diametral verschiedene Weltanschauungen aufeinanderprallen – und die unter normalen Gegebenheiten von der vierten Gewalt moderiert statt instrumentalisiert werden sollte. Das Anheizen von Spaltung und Polarisierung ist ausdrücklich nicht der berufsethische Auftrag von publizistisch Tätigen. Viel eher sollten sie sich als ein vermittelnder Partner der Objektivität und Sachlichkeit verstehen. Doch dieser Anspruch kann heutzutage nicht mehr erhoben werden, weil wir uns in einer immanenten und selbstverschuldeten Krise der Medien befinden – welche sich in ihrer Mehrheit auf eine Seite geschlagen haben. Letztlich ist es das ursprüngliche Verständnis, sich in einer solchen Position nicht zum Hofberichterstatter oder Lautsprecher der Regierung zu machen – sondern sich zur herrschenden Klasse in größtmöglicher Distanz und Skepsis zu bewegen. Es sollte das Credo sein, sich an keinen bestimmten Wettbewerber allein aus eigennützigen oder ideologischen Gründen anzubiedern. Das Rollenverständnis ist schlussendlich darauf ausgerichtet, sich an allen Akteuren gleichermaßen, aber stets begründet und verhältnismäßig, mit der Erwartung an Wahrhaftigkeit, Sorgfalt und Ausgewogenheit abzuarbeiten. Doch dieses Ideal hat man schon lange in die Tonne getreten. Stattdessen spannt der Muckraker mittlerweile ein Schutzgitter über die Ampel – und verhilft ihr als ein Handlanger zum weiteren Machterhalt.

Er solidarisiert sich mit dem Establishment, weil er von ihm Applaus für seinen Knicks erhofft – und aus monetären und karrieristischen Ambitionen neue Wahrnehmung, Aufstieg und Einflussmöglichkeiten herbeisehnt. Eine kollektive Verschwörung gegen den gesunden Menschenverstand kann nur dann gelingen, wenn sich ein informationsmonopolistisches Kartell zusammenfindet, welches sich einen Gegner in den Reihen der Parteien einerseits, aber eben auch einen Feind in der Gesellschaft herauspickt, die man unter Zuhilfenahme von totalitären Instrumenten der Diffamierung, Denunziation und Repression zu gängeln und zu brandmarken bereit ist. Es scheint ein Empfinden von Kräftigkeit und Besserstellung zu sein, welches dieses schwächliche, feige und dümmliche Gebaren zu einem beliebten Hobby unter den eingeebneten und kanalisierten Kollegen werden ließ. Es fehlt ihnen an jeglichen inhaltlichen Argumenten oder gar programmatischen Belegen für all die Vorwürfe, die man der AfD, ihren Anhängern, Mitgliedern und Funktionären macht. Insbesondere ist es an demaskierender und profaner Widersinnigkeit kaum zu überbieten, einen unliebsamen Konkurrenten ohne den Hauch von konsistenten Rechtfertigungen oder Beweisen in ein anrüchiges Licht zu rücken – und sich in der Nüchternheit der Selbstreflexion über die Bankrotterklärung klar zu werden, dass man mit seiner Arbeit auf die größtmögliche Minderbemitteltheit seiner Leserschaft vertraut. Eine solch spöttische Verhöhnung des Publikums hätte mich zu meinen aktiven Zeiten den Job kosten können. Und sie wird sich nur noch derjenige gefallen lassen, der die Alternative für Deutschland für die Ursache und den Ausgangspunkt der massiven Schieflage unseres Miteinanders hält – und sich weiterhin von CDU bis SPD mit der beständigen Versprechung abspeisen lässt, all die Unwägbarkeiten lösen zu wollen, die man selbst erst zu geschehen zugelassen hat. Es wird keinen Messias geben, der im Handumdrehen diesen mittlerweile doch arg im Dreck versunkenen Karren in Gänze herauszieht. Da sollte sich niemand eine entsprechende Illusion machen. Allerdings wird es mit den Alteingesessenen auf eine weite Perspektive hin keine wegweisende Veränderung geben, weil man sich in der fortwährenden Abgrenzung zum Bösen verstrickt – und bei ehrlicher Betrachtung überhaupt keinen Willen zeigt, von einem grundsätzlichen „Weiter so“ abzurücken. Den einzigen konzeptionellen Gegenentwurf für das bisherige Geschehen liefern Weidel, Chrupalla, Höcke und Krah. Lichtgestalten sind auch sie nicht. Aber sie bringen die Entschiedenheit mit, nicht mehr nur an einzelnen Stellschrauben zu drehen. Sondern im Zweifel einen bewussten und absichtlichen Bruch mit der Mentalität des Ausverkaufs unserer Heimat zu vollziehen. Und dieser kann nur gelingen, wenn alle Seiten mitziehen – ob nun an Rhein und Oder, an Elbe und Donau, an der Nordsee und am Alpenrand.

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