Identitärer Maximilian Märkl unter Beschuss: Wann wird die AfD lernen, sich weder von Medien noch Verfassungsschutz treiben zu lassen?

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Trotz Unvereinbarkeitsliste: Bundessprecher der ‚Identitären Bewegung‘ ist AfD-Mitglied“ (aus: DER SPIEGEL vom 04.02.2026)

Da ist es also, das nächste Opfer der Distanzeritis. Wie ein Virus breitet sich mittlerweile das Abstandnehmen von den eigenen Leuten innerhalb der Alternative für Deutschland aus. Zunächst hatte man dazu geraten, keine formellen Treffen zwischen Abgeordneten der Partei und dem österreichischen Aktivisten Martin Sellner mehr abzuhalten. Man zog damit die Konsequenz einer Veranstaltung des 37-Jährigen mit Lena Kotré. In Konstanz verließ ein frisch gewählter Beisitzer den Kreisvorstand, weil er der Identitären Bewegung (IB) angehört haben soll. Zu dieser Vorfeldorganisation existiert innerhalb der AfD schon seit vielen Jahren ein Unvereinbarkeitsbeschluss, der sich allerdings vorwiegend auf eine aktive Mitgliedschaft hier wie da beschränkt. Doch nun sind Statuten einmal dazu da, regelmäßig auf ihre Sinnhaftigkeit und Zweckdienlichkeit überprüft zu werden. Seit Meuthen und Petry haben sich die Zeiten geändert, man wollte sich doch eigentlich emanzipieren, als selbstbewusste Kraft, die sich nicht vor dem Verfassungsschutz hertreiben lässt. Doch seitdem Dr. Maximilian Krah als Abgeordneter Gesetze nicht mehr gibt, sondern bewahrt, weil er grundlegende Reformen als unmöglich ansieht, sei die Verfassung nun einmal so, wie sie ist, fragt man sich tatsächlich, ob die „Blauen“ noch mehr sind als ein Abklatsch der schwarz-rot-grünen Insolvenzverwalter dieser Republik.

Erst Matthias Helferich, dann Dominik Böhler, später Martin Sellner, jetzt Maximilian Märkl…

Ekel und Argwohn äußerte so manch ein Spezi gegenüber dem Bundestagsmandatar Matthias Helferich, verlassen sich die internen Gegner um den nordrhein-westfälischen Fraktionschef Dr. Martin Vincentz auf die kontextlose Darstellung, dass er sich – ausdrücklich in einem sarkastischen und ironischen Zusammenhang, als Erwiderung auf eine linke Provokation – spöttisch zum „freundlichen Gesicht des NS“ machte. Und auch dem Landesverband in Bayern schlug Unverständnis entgegen, wollte Tino Chrupalla beim öffentlichen Auftritt im Bayerischen Rundfunk nichts wissen von der Forderung nach einer Sondereinheit bei der Polizei, die sich um konsequente Abschiebungen kümmert. Leugnen, verraten, preisgeben, das scheint mittlerweile zu einer gewissen Methode zu werden. Jetzt also könnte es Maximilian Märkl treffen, den Sprecher des deutschen Ablegers der IB. In einer investigativen Recherche des für seine Diffamierung der AfD bekannten Journalisten Frederik Schindler wurde zutage geführt, dass der Augsburger gleichzeitig ein Parteibuch der Alternative für Deutschland besitzt. Wieder einmal dürfte man über das Stöckchen der Presse springen. WELT hat ein Fass aufgemacht, spielt sich neuerlich als Ermittler auf, als Richter und Henker. Welche Gesinnung mag jene treiben, die Dritte an den Pranger stellen, sich für Denunziation auf die Schulter klopfen? Mir ist diese Mentalität zuwider.

Wieder und wieder knickt man ein vor einer medialen Meute, die nach Skandalen lechzt…

Enttäuschender scheint allerdings das fehlende Rückgrat der Partei, die sich nicht vor jene stellt, welchen die sogenannte vierte Gewalt offensichtlich spöttisch und hämisch ans Bein pinkeln möchte. Mann ist offenkundig um eine ständige Mäßigung und Anpassung bemüht, will sich von Kräften trennen, die das Risiko erhöhen würden, dass ein Verbotsverfahren in Karlsruhe Erfolg hat. Doch statt sich selbst ein Bild zu machen, vertrauen die Oberen lieber auf das, was meine werten Kollegen Mistkratzer an Demagogie und Propaganda, an Vorurteil und Behauptung ins Feld führen. Denn was konkret liegt gegen Märkl, der als Extremist geschimpft wird, vor? Statuten und Formalien mögen seiner Zugehörigkeit zur AfD entgegenlaufen. Doch sind nicht gerade diese einengenden Regularien, die Brandmauern 2.0, längst überholt, ist man nicht zur Vernunft gekommen, von Fall zu Fall zu entscheiden, statt prinzipielle Inkompatibilität zwischen „ihm und uns“ festzustellen? Es bleibt durchaus ein gewisses Armutszeugnis, sich wie das Kaninchen vor der Schlange wegzuducken, wie ein Opfer vor dem Geheimdienst. Da wird man zum unterwürfigen Duckmäuser, offenbart sich selbst, biedert sich jenem Establishment an, das man doch eigentlich aus guten Gründen bekämpfen will. Hier scheinen Protagonisten ans Ruder gekommen zu sein, die sich um Pöstchen und Diäten sorgen, statt mit einer breiten Schulter aufzutreten, ihresgleichen zu verteidigen.

Sorge vor Verfassungsschutz statt Angst um Glaubwürdigkeitsverlust bei der Jugend…

Sollte es zu der äußerst unwahrscheinlichen Situation kommen, dass die Alternative für Deutschland juristisch von der politischen Landkarte getilgt wird, dann kann man auf massenhaften Protest vertrauen. Will man sich also ständig von diesem Damoklesschwert beeindrucken lassen, nach einem mühsamen Schritt nach vorne, nur deshalb wieder drei zurückgehen, weil die Schlapphüte mit dem Zeigefinger winken? Märkl gilt als gebildeter, eloquenter und rhetorisch versierter Kopf, der die Basis mobilisieren, vor allem junge Anhänger einen kann. Wie eng sind die Verflechtungen zwischen IB und dem Nachwuchs mittlerweile, wie irrwitzig wäre es, diese Realität abzustreiten. Wer sich von Antifaschisten die Anrüchigkeit derjenigen erklären lässt, die sich mit Nachdruck für Remigration einsetzen, stellt sich eine Bankrotterklärung aus. Dass wir heutzutage von „biodeutscher Identität“ lesen, hat weniger mit flächendeckendem Rassismus, sondern einem gesunden Selbstwertgefühl zu tun. Wer der eigenen Heimat zugewandt ist, muss nicht zwingend Hass gegenüber dem Fremden empfinden. Der Multikulturalismus als verpflichtendes Zusammenleben der unterschiedlichsten Gruppen auf einem geografisch begrenzten Raum ist gescheitert. Deshalb erweist sich die „nationalistische“ Herangehensweise, die verschiedenen Völker friedlich nebeneinander existieren zu lassen, ohne massenhaft auf das Territorium des anderen vorzudringen, als eine pragmatische, nicht aber grundgesetzwidrige Option. Deshalb, ruhig Blut, Illoyalität gibt es bereits genug!