Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Respekt! Kölner Musiker Wolfgang Niedecken erhält die Georg-Elser-Auszeichnung 2026“ (aus: SÜDKURIER vom 11.03.2026)
Georg Elser kennt man als den Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. 1939 verübte er ein Attentat auf Hitler. Anschließend floh er nach Konstanz, dort hatte er mehrere Jahre als Schreiner gearbeitet. Er wollte sich in die Schweiz absetzen, wurde jedoch zuvor festgenommen. In Erinnerung an sein Engagement vergibt die „Crescere Stiftung Bodensee“ seit dem Jahr 2025 eine jährliche Auszeichnung. Erste Preisträgerin war Journalistin Dunja Hayali, die ihrerseits wiederholt für Schlagzeilen sorgte, weil sie in der Anmoderation des „heute journals“ im ZDF kaum darüber hinwegtäuschen kann, welch Geistes Kind sie ist. Als der amerikanische Aktivist Charlie Kirk ermordet wurde, überzog sie ihn in schlichter Pietätlosigkeit mit einer ganzen Reihe an fragwürdigen, entwertenden und diskreditierenden Prädikaten. Sie ist Mitstreiterin in jenem Redaktionsteam, das kürzlich mit der Verwendung KI-generierter Inhalte zu vermeintlichen Verhaftungen Illegaler durch die Sondereinheit ICE in den USA einen Eklat beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk auslöste. Wer ihr gegenüber eine Huldigung ausspricht, der entlarvt sich der Unterstützung von Manipulation und Propaganda.
Als ob der „Kampf“ gegen die AfD mit dem Widerstand im Dritten Reich vergleichbar sei…
Nun folgt Wolfgang Niedecken, der Frontmann der Kölner Band BAP. Auch er soll wiederum für seinen Einsatz „gegen Rassismus“ gewürdigt werden. Mit seinen Texten und Auftritten gegen den vermeintlichen Rechtsextremismus trage er zur Verteidigung „demokratischer Werte“ bei. Die entsprechende Stiftung hatte der 2022 verstorbene Thomas Seger eingerichtet, um „Begeisterung zu schaffen“. Mittlerweile scheint sie instrumentalisiert zu werden für einen fragwürdigen Zweck. Denn was sich nach einem hehren Ziel anhört, die Förderung von „Zivilcourage“, erweist sich in der Aktualität vor allem als Agitation gegenüber der AfD. Will man also tatsächlich eine Parallele zu den dunkelsten Kapitel unserer Geschichte ziehen, wenn man im Namen eines tapferen Oppositionellen, der handfestem und grausamem Faschismus entgegentrat, nunmehr schlichte Bürger prämiert, die weder gegen Diktatur noch Willkür angehen, sondern eine bis heute aus guten Gründen nicht verbotene Partei zu stigmatisieren versuchen? Solch ein merkwürdiges Emporheben ist keinesfalls Anlass zum Respekt, wie es die örtliche Lokalpresse suggeriert. Sondern das Armutszeugnis von Verrat und Heuchelei.
Nach Dunja Hayali der nächste Preisträger mit einem fragwürdigen Demokratieverständnis…
Immerhin reihte Niedecken in der Vergangenheit einen Superlativ an den nächsten. Zur Alternative für Deutschland führte er aus: „Da sind viele Nazis drunter“. In einem Interview mit dem „Stern“ rückte er sie in die Nähe von Goebbels. In einer unerträglichen Relativierung brachte er sie in Verbindung mit dessen Zitat „Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir kommen als Feinde. Wir kommen, um die Demokratie zu zerstören“. Dieser Charakter soll also wirklich ein Vorbild sein? So viel Missgunst, so viel Argwohn und so viel Hass in einer Person vereint, da offenbart sich jeder, der nur den Anschein erweckt, diese Philosophie der Polarisierung gutzuheißen. Seit Jahren gehört er der Initiative „Arsch huh, Zäng ussenander“, was augenscheinlich das Niveau beschreibt, auf dem man sich argumentativ, moralisch und ethisch bewegt. Ich schäme mich, dass in meiner Heimatstadt ein derartiger Kopf bejubelt und glorifiziert wird. Von diesem Manöver kann man sich nur distanzieren, trägt man gegenüber einer brachialen Diktatur und deren Opfern noch einen Rest an Würde und Anstand in der Seele.
Da wird der Name einer historischen Figur zur Rechtfertigung von Propaganda missbraucht…
Dass Niedecken hetzt und spaltet, muss er mit sich selbst ausmachen. Doch es sollte Protest hervorrufen, wenn jemand honoriert wird, dem offensichtlich daran gelegen ist, die Historie zu klittern. Die Gegenwart hat allenfalls etwas mit Diktatur gemein, wenn man sich ansieht, wie beliebig die AfD unterdrückt, ihre Sympathisanten ausgegrenzt, angegriffen und benachteiligt werden. Wenn man sie boykottiert, dazu aufruft, nicht mehr bei Firmen zu kaufen, die an sie spenden. Erst jüngst hatte das Verwaltungsgericht in Köln noch einmal unterstrichen, dass es an Beweisen dafür fehlt, sie als „gesichert rechtsextremistisch“ bezeichnen zu dürfen. Trotzdem geht die Indoktrination weiter, nicht zuletzt auch dank öffentlichkeitswirksamer Gebaren wie der Übergabe der „Georg Elser Auszeichnung“. Es ist schon beeindruckend, dass sich ein Kuratorium aus prominenten Mitgliedern wie dem Konstanzer Bürgermeister Dr. Andreas Osner, der Hochschulpräsidentin Prof. Sabine Rein oder der Theologin Hiltrud Schneider-Zimbal vor den Karren spannen lässt, sich für einen Sinn herschenkt, der auf den zweiten Blick anrüchig wirkt. Alle Beteiligten müssen ihre Zustimmung letztlich mit dem Gewissen vereinbaren.








