Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Landtagswahl in Baden-Württemberg: Fast jeder dritte Jungwähler in BW wählt AfD oder Linke – Grüne führen“ (aus: SWR vom 09.03.2026)
Er gilt nicht nur auf der Plattform X als ein Höhenflieger. Zu Welt gekommen in Griechenland, im Alter von sechs Jahren nach Deutschland ausgewandert, wurde Nikolaos Boutakoglou bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 über die Liste ins Parlament nach Stuttgart berufen. Er gehört damit der 18. Legislaturperiode des Hauses an, war früher eigentlich bei der CDU, trat dann aber aus, vor allem wegen der Flüchtlingspolitik unter Angela Merkel. Der selbstständige Installateur- und Heizungsbaumeister gilt als klassischer Quereinsteiger, bodenständig und bürgernah, hört Rammstein und ist sportlich aktiv. Kurzzeitig stand er in der Kritik, weil ältere Einlassungen auf „Facebook“ für Aufsehen gesorgt hatten. Das Amtsgericht in Vaihingen hat ihn allerdings freigesprochen, er konnte nicht als Urheber bestätigt werden, entsprechende Chatverläufe blieben in ihrer Herkunft ungeklärt. Insofern kann er ohne Ballast durchstarten, betont seine versöhnliche Einstellung, lehnt Extremismus ab, lässt sich auch nicht von der Antifa vorführen, die ihn auf dem Kieker zu haben scheint.
Kein Feigenblatt, sondern ein Aushängeschild: Deutsch-griechischer Patriotismus in der AfD!
Er sorgt für eine Abwechslung in den eigenen Reihen, hat Migrationshintergrund, ist aber bestens eingegliedert in die Gesellschaft. Mit seinem eigenen Unternehmen trägt er zum Mittelstand bei, beschäftigt vier Mitarbeiter, übernimmt Verantwortung und erweist sich als pragmatischer Realpolitiker. Ideologie sei ihm fremd, stattdessen wolle er Probleme lösungsorientiert und praxisbezogen angehen. Günstige Energiepreise liegen ihm besonders am Herzen, weiß er doch um ihre Bedeutung im Handwerk. Die Versorgungssicherheit müsse gewährleistet werden, im Zweifel auch durch die Wiederbelebung von Partnerschaften, die durch Krieg und Sanktionierung unterbrochen wurden. Der Ausbildungsberuf solle attraktiver werden, bereits in den Schulen müsse man neben dem „Master“ auch auf den „Meister“ aufmerksam machen. Hinsichtlich der Demokratie äußert er Besorgnis, sieht die unbehelligte Rede nicht ohne Grund in Gefahr. Brandmauern lehnt er ab, sucht das Gespräch mit Andersdenkenden, will sich nicht mit Spaltung und Polarisierung der Menschen abfinden, könnte sogar Brücken bauen.
Ein bürgernaher und treuer Handwerker, der keinen Zweifel an seiner Bodenständigkeit lässt!
Dass er aktuell so viel Zuspruch im Internet erlebt, dürfte mit einer hohen Mobilisierung in der alternativen Filterblase zu erklären sein. Gleichzeitig schafft es Boutakoglou, durch seine niederschwellige Präsenz Vertrauen zu schaffen, sich authentisch zu geben, Zugewandtheit zu demonstrieren, sich als „einer von uns“ in Stellung zu bringen. Und tatsächlich dürfte zu erwarten sein, dass er sich auch künftig um die Belange des kleinen Mannes kümmert. Denn ihm ist nicht gelegen an Überheblichkeit oder Arroganz, sondern er verkörpert das Gefühl von einem „Wir“. Er verspricht, zuhören zu wollen. Sein Engagement wird nicht zuletzt dem Abbau von Bürokratie gelten, aber auch einer konsequenten Abschiebung von straffälligen oder die Integration verweigernden Ausländern. Mit ihm dürfte absehbar sein, dass wir uns nicht weiter in Richtung Brüssel orientieren, sondern dem EU-Zentralismus entsagen. Leistung wird sich mit ihm wieder lohnen, gleichzeitig tritt er für Solidarität mit den tatsächlich Bedürftigen ein. Pragmatisch sind seine Ansichten, aber auch wirklichkeitstreu.
Klare Vorstellungen zu Bildung, Migration, Meinungsfreiheit, Wirtschaft und Energiewende!
In der Bildung soll das Augenmerk auf sprachlicher Kompetenz liegen, beim Klima lehnt er die Hysterie über das CO2 mit aller Deutlichkeit ab. An behördlichen Einrichtungen möchte er schwarz-rot-goldene Beflaggung sehen. Im Unterricht sollen Verhaltenskodexe gelten. Disziplin und Interesse hinsichtlich naturwissenschaftlicher Fächer, auch Homeschooling soll möglich sein. Inklusion dürfe nicht um jeden Preis auf die Spitze getrieben werden. Bei der Wirtschaft spricht er sich für Aufträge an die Industrie im Südwesten aus. Das Ende des Verbrennermotors solle abgesagt werden. Zulieferer für die Automobilindustrie bräuchten Subvention und Entlastung. Das Instandhalten der Infrastruktur müsse ohne zusätzliche Schulden gelingen. Windkraftanlagen und Photovoltaik sollten nicht länger gefördert werden. Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk will der 1983 Geborene verschlanken, die Mobilität soll individuell bleiben. Familien und Wohneigentum müssen geschützt werden, die Meinungsfreiheit gelte es sicherzustellen. Eine Menge an Aufgaben, aber auch viel Motivation.








