Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Experten über Corona-Enquete-Kommission: Worauf es jetzt bei der Pandemie-Aufarbeitung ankommt“ (aus: „Tagesspiegel“ vom 17.07.2025)
Wunden können heilen, Narben werden bleiben. Was die Corona-Politik unserer Gesellschaft an nachhaltigem Schaden zugefügt hat, lässt sich mit immer weiterer Distanz zu dem Geschehen von damals erahnen, gestaltet sich eine Versöhnung auch deshalb so schwierig, weil sich jene keiner Verantwortung bewusst sind, die in der Pandemie gehetzt, gespalten und gegängelt haben. Der größte Grundrechtseingriff in der jüngeren Geschichte war nicht etwa dem Ansinnen geschuldet, die Bevölkerung vor dem Virus zu schützen, sondern die Gelegenheit zu nutzen, um einen totalitären und despotischen Testballon zu starten.
Kritiker der Maßnahmen wurden öffentlich gebrandmarkt und auf Demonstrationen niedergedrückt. Wer sich keine Spritze setzen ließ, musste mit Diskriminierung, Ausgrenzung und Isolation rechnen. Sämtliches Vertrauen in die öffentlichen Instanzen wurde zerstört, hätte man im Zweifel auch nicht davor zurückgeschreckt, eine Pflicht zur Immunisierung durchzusetzen, von der wir heute wissen, dass sie weder nebenwirkungsfrei noch notwendig war, um dem zweifelsohne dynamischen und bis dorthin singulären Geschehen angemessen und verhältnismäßig zu begegnen. Treibende Kräfte wie Karl Lauterbach müssten sich dafür in Grund und Boden schämen, hätten sie denn ein Gewissen.
Impfgeschädigte kämpfen weiter um Anerkennung ihrer gesundheitlichen Nachteile
Als Betroffener einer Impfkomplikation, knüpfte ich im Rahmen des ehrenamtlichen Engagements in der Selbsthilfe rund 20.000 Kontakte zu Mitbetroffenen, die ebenfalls unter Symptomen wie Muskelschmerzen, Nervenschädigungen, Erschöpfungszuständen, Herzrhythmusstörungen, Embolien, Beeinträchtigungen der Seh- und Hörkraft, autoimmunen Überlastungsreaktionen, Allergien, Blutbildveränderungen, Krampfanfällen, Myokarditiden, Polyneuropathien, Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktionen, Fieberschüben, Konzentrationsproblemen, Lähmungserscheinungen, Schlafstörungen, Psychosen und Hautirritationen litten.
Zwar konnten sie in den seltensten Fällen einen kausalen Zusammenhang beweisen, doch aber einen zeitlichen Kontext herstellen, welcher zumindest dem vernunftorientierten Menschen deutlich machte, dass zumeist kein Zufall bestand, dass gewisse Gesundheitsbeeinträchtigungen ausgerechnet Stunden oder wenige Tage nach dem Piks eintraten. Entschädigungen gibt es selten, verweist die Versorgungsmedizin in der Regel darauf, dass im Zweifel auch andere Ursachen denkbar seien, genügen Plausibilität und Realität nicht, müsste sich der Staat andernfalls dumm und dämlich zahlen für das, was er der Pharmaindustrie an Gutem und seinem Bürger an Schlechtem angetan hat.
Die soziale Folgen der Pandemie-Politik werden uns über Jahrzehnte beschäftigen!
Vergegenwärtigt man sich darüber hinaus, wie traumatisch Schulkinder das Verbot sozialer Interaktion und den Heimunterricht verkraftet haben, welche Nachteile das Homeoffice für Arbeitnehmer brachte, weshalb Freundschaften oder ganze Familien zerbrochen sind, dass Angehörige nicht um ihre Sterbenden trauern konnten, Senioren und Pflegebedürftige vereinsamten, das Gesundheitssystem an den Rand des Zusammenbruchs getrieben wurde und die Wirtschaft einen nachhaltigen Einbruch erlebte, wird klar, dass der Missbrauch einer Notlage zu schindluderigen Zwecken einen Keil zwischen uns alle getrieben hat, welcher sich nur mühsam wieder entfernen lässt.
Denn da haben sich viele Akteure entlarvt, zeigten sie unverhohlen, wessen Geistes Kind sie im Zweifel sind, gibt man ihnen die Rahmenbedingungen dafür, wieder einmal Tyrann und Alleinherrscher zu spielen. Niemand kann sich mehr darauf verlassen, dass sich dieses Unrecht in ähnlichen Situationen wiederholt. Gelernt haben wir aus der Vergangenheit augenscheinlich wenig, bleiben wir anfällig für Potenz gegenüber den Schwächeren. Es ist ein Armutszeugnis für unsere liberale Ordnung, dass die Modulation von Macht, Gewalt und Einfluss wohl so leichtfällt, schafft man ein historisch altbekanntes Klima von Furcht und Schrecken.