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Micky Beisenherz, der Souffleur des biederen Geschmacks: Wie eine Fachkraft für Dünkel und Starallüren nach Hirn im Heuhaufen sucht…

Kommentar zum Artikel „M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier! Bot ist tot oder die Frage: Was bringt mir KI?“ (aus: „Stern“ vom 11.01.2026)


Post von Micky Beisenherz auf der Plattform X vom 10.01.2026

„Ich kann mir auch eine Sandale hinten reinschieben. Da kriege ich noch mehr Input als in Eurer Crackhöhle“, sprach Studien- und Ausbildungsabbrecher Micky Beisenherz, besser bekannt als die Souffleuse des RTL-Dschungelcamps, als Reaktion auf eine Einladung, sich dem Medienportal NiUS zu stellen, das der 48-Jährige mit einer „Carazza“, also einer Pizza-Billigmarke, verglich. Wer dieses Double der Boshaftigkeit besser kennt, beispielsweise aus seinem Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“, aber auch der eigenen Talkrunde bei „ntv“, der konnte nicht überrascht sein angesichts von Tenor und Wortwahl eines ziemlich primitiv wirkenden Charakters, der auch auf der Bühne nicht wirklich mit Substanz und Inhalt überzeugen kann. Stattdessen empfindet er sich selbst als spaßig, seine Zuschauer eruieren teilweise bis heute den Witz in seiner Parodie.

Micky Beisenherz wurde rotgrün sozialisiert, hat die Sturm- und Drangzeit nie überwunden…

Antwort von Micky Beisenherz an Journalist Ben Brechtken auf der Plattform X am 10.01.2026

Kläglich gescheitert an jeglicher Qualifikation, doch den Mund weit aufgerissen. Eine exzellente Mischung, als F-Promi Karriere zu machen. Manch ein temporärer Bewohner des australischen Outbacks kann beruflich mehr Erfolge vorweisen als der Recklinghäuser, dem es aus unerfindlichen Gründen gelungen ist, bis heute Rampenlicht für sich zu generieren. Seine freien oder angestellten Verhältnisse sprechen allerdings für sich. Als Kolumnist wirkt er für das linksradikal abgebogene Magazin „Stern“, hat besonders positive Beziehungen zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk, ist also Profiteur vom Gebührenzahlersystem. Wenig Gehaltvolles geleistet, aber die Schäfchen im Trockenen sitzen zu haben, das scheint mittlerweile ein typischer Werdegang. Nicht nur dann, wenn die eigenen Verwandten SPD-affin und die persönlichen Überzeugungen habeckgrün sind.

Von Meinungs- oder Pressefreiheit scheint diese humorvolle Fachkraft im Pöbeln und Wüten genauso viel zu halten wie von der Alternative für Deutschland. Da helfen auch vorangestellte Einschränkungen nichts, wenn er verlautbart: „Als Privatmann gönne ich mir die Feststellung: Die AfD ist staatszersetzend. Zumindest wäre sie es gerne. Dass der Staat sie nicht braucht, haben die letzten Wochen endgültig bewiesen“. Persiflierend versucht er die rechtsextreme Szene mit der Wiedergabe von Zitaten wie „Weil dann geht es der AfD besser. Wir können die nachher immer noch alle erschießen. Das ist überhaupt kein Thema. Oder vergasen, oder wie du willst. Mir egal!“ authentisch zu beschreiben. Lustig ist das nicht, sondern zeugt von einer intellektuellen Schlichtheit, die mit der vermeintlichen Kunst der Karikatur und des Spöttischen laienhaft zu kaschieren bemüht wird.

Mit Känguruhoden und Geschichtsklitterung Witz zu erzeugen, muss kläglich scheitern…

Ironie ist, wenn nicht einmal das eigene Gewissen lacht. Exemplarisch bei „Muss man sich mal vorstellen – da hisst du gerade mal die Hakenkreuzfahne und schon musst du dich heutzutage als Nazi bezeichnen lassen!“, die dumpfbackige Überzeichnung eines Phänomens, das die Auseinandersetzung mit dem Extremismus der Antifa elegant umschifft. Es mag zur Mentalität passen, dass die Kandidaten von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ vor dem Genuss von Känguruhoden und einem Bad mit Kakerlaken nicht zurückschrecken, wenn der Urvater der Realsatire mit seinem Geklöne nicht einmal das Niveau einer Handcreme erreicht. Beim besten Willen fällt es schwer, ihn als einen Unterhalter mit ernsthaften Absichten zu sehen. Auch die Zuschreibungen eines provokanten und bissigen Duktus würden nicht annähernd den gütemäßigen Flachpunkt erfassen, den er geschaffen hat.

Der Scharfmacher assoziiert seinen Stil mit einer Rasierklinge, macht das Fadenkreuz zu seinem Markenzeichen. Doch all die tölpelnde Pointe nutzt nichts, wenn man Shitstorms lediglich aus Neugier provoziert, wie hoch die Wellen des geistigen Tiefschlags ansteigen werden. In der Hauptsache Wadenbeißer, ehrenamtlich als Moralprediger unterwegs, teilt er aus, steckt aber nur schwer ein. Häufig verlässt er die Ebene des Sachlichen, weil er bisweilen daherkommt wie ein Spätpubertierender, der nach seiner Reife im Heuhaufen sucht. Dass er sich für eine Leinwandgröße von Welt hält, mag dann umso mehr in das Gesamtbild passen. Doch brauchen wir tatsächlich einen Florian Schroeder 2.0, der seine Redegewandtheit lediglich als Methode nutzt, um Ideologie an den bestellten Claqueur zu liefern? Langeweile, ick hör dir trapsen. Lass Hirn am Horizont erstrahlen!