Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „‚Welt‘-Chefredakteur Jan Philipp Burgard tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück“ (aus: „Pfalz Express“ vom 14.01.2026)
Er soll sich nach der Weihnachtsfeier 2025 unangemessen verhalten haben, so berichten es mittlerweile auch internationale Medien. Der einstige Chefredakteur der WELT-Gruppe, Jan Philipp Burgard, hat Anfang Januar seinen Posten geräumt. Offiziell gab er für diesen Schritt gesundheitliche Gründe auf einem Rückflug aus dem Urlaub an. Doch es war das linke Hetzportal „Correctiv“, das seit Tagen mit dem Hashtag #tiefgarage in den sozialen Medien andeutete, was nunmehr offen im Raum steht. Hat der 1985 geborene Journalist mehrere Frauen ungefragt geküsst, möglicherweise in einem betrunkenen Zustand? Sein Anwalt dementierte den Vorhalt der sexuellen Belästigung umgehend, kündigte rechtliche Schritte gegenüber jenen an, die diese Behauptung angezettelt hatten. Und tatsächlich gilt, wie in all diesen Fällen, die unmissverständliche Unschuldsvermutung. Ohnehin, weil es äußerst einseitige Anwürfe sind, die einen Leumund zerstören können, sind Zurückhaltung, Distanz, Skepsis und Abwarten die oberste Prämisse.
Der gesundheitliche Aspekt scheint unbestritten, alles Andere ist schlichte Hypothese…
Bisher gibt es keine substanziellen Hinweise auf den Wahrheitsgehalt, bleibt es bei vagen Andeutungen, eventuell im Geiste einer Rufmordkampagne gegen einen konservativen Kollegen, die allerdings ganz allgemein eine wesentliche Frage aufwerfen: Wie schnell lassen wir uns heute empören, gerade von Schlagzeilen instrumentalisieren, die jene investigativ zur Schau stellen, welche in ihrer moralinsauren Doppelzüngigkeit ansonsten so vehement auf „Faktenchecks“ beharren? Man beklagte den Umgang mit Brosius-Gersdorf oder Hayali, doch nun treibt man selbst eine Sau durchs Dorf, das etwaige Opfer einer Verschwörung, solange eine Geschichte im Nebulösen bleibt. Ohnehin misst man – wie üblich – mit zweierlei Maß, wenn „MeToo“ krakeelt, ansonsten aber wortkarg bleibt. Wird nämlich ein migrantischer Täter nach einer Gruppenvergewaltigung für schuldunfähig erklärt, entzieht sich also einer gerechten Strafe, bleibt es auffallend ruhig unter den selbsternannten Feministinnen dieser Nation, den Märtyrern des Antichauvinismus.
Da wird mit Hashtags tagelang ein Skandal angebahnt, der möglicherweise Lüge ist…
Es dürfte nicht lange dauern, bis wieder einmal festgestellt wird, dass die Gefahr von „weißen Männern“ ausgeht. Da wird die Karriere eines Menschen nur deshalb einer nachhaltigen Zäsur unterworfen, weil sich Anhaltspunkte allzu gut für Sensation eignen. Passt es dabei nicht wie die Faust aufs Auge, entsprechend ins Bild, dass nunmehr Helge Fuhst übernimmt? Der frühere „Tagesthemen“-Moderator gilt zumindest als deutlich linker, dürfte den Sender und die Zeitung aus dem bürgerlichen ins progressive Lager lenken. War explizit diese Ambition treibend? Dass das Beschäftigungsverhältnis seines Vorgängers so abrupt endete, lässt viel Raum für Spekulation. Wer sich an einer bisher zumindest denkbaren Verleumdung beteiligt, handelt nicht im Interesse von Aufklärung und Transparenz, sondern als Garant für üble Nachrede, die wohl kaum im Sinne des weiblichen Geschlechts sein kann. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass dessen Rächer über die Stränge schlagen, aufbauschen, skandalisieren, übertreiben oder am Ende vielleicht gar lügen.
Grundsätzlich denkbar ist auch ein gewollter Personalumbruch im Axel-Springer-Konzern…
Ein unliebsames Huhn vom Hof scheuchen, jede erstbeste Gelegenheit nutzen, um sich eines integren Mitarbeiters zu erledigen. Abwegig scheint dieser Gedanke nicht, passte der Iserlohner nur schwerlich in ein Team, das beispielsweise mit Frederik Schindler einen ehemaligen „taz“-Redakteur umfasst. Axel Springer SE ist nun wahrlich nicht dafür bekannt, besonders viel Rückgrat zu zeigen. Man bedient das unterschiedlichen Klientel, will in allen Lagern mitspielen, ist weder Fisch noch Fleisch. Politisch blinkt man gerne rechts, um anschließend scharf in die entgegengesetzte Richtung abzubiegen. Das Programm wirkt getrieben vom Zeitgeist, der Schein manch eines patriotischen Gesprächsgastes kann die grundsätzlich neumodische und vorkämpferische Haltung kaum überdecken. Nun ist also ein Presseschaffender geschasst worden, kurz nach seinem Stellvertreter, Robin Alexander. Schon allein das nährt den Verdacht, dass ein personeller Umbruch stattfindet, auf dem Rücken qualifizierter, geradliniger und lupenreiner Sündenböcke?







