Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Posse wird immer bizarrer: Berliner dürfen kein Streusalz verwenden“ (aus: „Junge Freiheit“ vom 04.02.2026)
Lieber auf die Schnauze fliegen, als juristisch noch die Kurve kriegen. Nach dem Urteil des zuständigen Verwaltungsgerichts, das auf Klage der sogenannten Umweltschutzorganisation NABU ein Verbot des Einsatzes von Streusalz auf den Straßen von Berlin wieder in Kraft setzte, fragt sich die Nation einerseits, ob die dritte Gewalt jemals etwas vom Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gehört hat, schon einmal aus den verstaubten Beratungszimmern den Blick in die Außenwelt wagte, wo Menschen derzeit über Eis und Schnee schlittern, sich die Knochen brechen, in Krankenhäusern landen. Und andererseits, wie es möglich sein kann, dass einzelne Interessenvertreter eine ganze Stadt gegen sich aufbringen. Wir sollten das Prädikat der Gemeinschädlichkeit einführen, nicht länger steuerbegünstigend agieren, sondern jene in die Pflicht nehmen, die augenscheinlich gegen die öffentliche Sicherheit agieren, Ideologie über die Unversehrtheit der Bürger stellen. Wer sich zum Handlanger von Volksverrätern macht, die ihre Prinzipien über begehbare Wege und Plätze stellen, ist mittelbar mitschuldig daran, dass aktuell Kliniken überlastet sind, mit der Versorgung von Verletzten kaum noch hinterherkommen.
„Gemeinnützige“, steuerbegünstigte Verbände klagen uns mittlerweile fast zu Tode…
Und es ist nicht das erste Mal, dass sich die Maßstäbe zulasten von uns allen verschieben. Da werden Windräder in die Landschaft gesetzt, die mit ihrem Lärm das Wohlbefinden stören, mit ihren Fundamenten die Wälder zerstören, deren Propeller die Artenvielfalt in der Luft zerreißen. Trotzdem werden sie ausgerechnet von jenen verteidigt, die sich Ökologie und Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben haben. Man könnte sie als Fanatiker bezeichnen, weil sie den Bezug zum Pragmatismus verloren haben, sondern nur noch ihre Vision vor Augen sehen, statt die verschiedenen Bedürfnisse und Ansprüche in ein ausgewogenes Miteinander zu bringen. Rund 210 Verbandsklagen gab es innerhalb von drei Jahren, ganz vorne dabei die „Deutsche Umwelthilfe“, aber eben auch benannter Naturschutzbund, sowie der BUND. Da ist es schon zu einem Hobby geworden, zu einer Mission, ein Recht inflationär zu nutzen, um die Allgemeinheit zu terrorisieren. Ob es nun das Vorgehen gegen Dieselfahrzeuge, zu Thermofenstern in Autos, Software-Updates und Nachrüstungen in Millionen PKWs war, hier wird der Alltag gelähmt, man macht sich zu einem Abmahnverein, zu einem Denunzianten, der nichts Gutes im Sinn hat.
Auswuchs fanatischer Bigotterie: Mittlerweile hat das Windrad mehr Rechte als der Bürger…
Denn Flora, Fauna und Habitat ist nicht damit geholfen, mit Widersinnigkeit und Unverstand die Massen zu mobilisieren. Das bewusste Polarisieren, die Dreistigkeit im Missbrauch von zugestandenen Kompetenzen, sie müssten Leumund und Image eigentlich deutlich zusetzen. Zumindest der ADAC hat Konsequenzen gezogen, nachdem der Präsident mit der Forderung von höheren Spritpreisen die eigene Klientel vor den Kopf gestoßen hatte. Man schwankt zwischen Erbsenzählerei und Paragrafenreitertum, will Verordnungen penibel durchsetzen, statt ihre Zweckmäßigkeit zu hinterfragen. Weder dem Klima ist mit solch einer Eifrigkeit Genüge getan, noch poliert man mit einem Affront nach dem nächsten seinen Ruf auf. Viel eher leistet man sich Bärendienste. Schon längst ist die Kontrolle darüber verloren gegangen, ob Gesetze für Lobbyismus instrumentalisiert werden, bis zum Äußersten gereizt, um einem reibungslosen Ablauf unserer Routine Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen, dass Buchstaben auf Papier mehr wert sind als die Gesundheit einer Metropole. Wann werden jene endlich zur Rechenschaft gezogen, die den Aktivismus in eine äußerst anrüchige Ecke gestellt haben?
Der Schutz von Flora, Fauna und Habitat bedeutet auch, Menschenleben zu retten…
Es mag prinzipiell hehr und günstig sein, sich ohne große Barrieren für die Einhaltung von Bürokratie einsetzen zu können. Doch wo sich die Gewichtung verschiebt, eine Schieflage zu Ungunsten unserer obersten Güter eintritt, da darf die Politik nicht länger zusehen. Getroffene Entscheidungen müssen rückgängig gemacht, die Hürden für den Zugang zu Gerichten wenigstens dann höher gelegt werden, wenn es um einen Tätigkeitsdrang von Pedanten und Itüpfelreitern geht. Es kann nicht sein, dass wir Leidtragende von vermeintlichen Idealisten werden, die sich in ihrer rudimentären Weltanschauung keine Gedanken machen über die Konsequenzen ihres Handelns. Die den Blick verengen auf ein bestimmtes Ziel, ohne die Folgen wahrzunehmen, welche beiläufig auch an Vertrauen und Zustimmung für die transformatorische Bestrebung ganz prinzipiell rütteln. Umfragen zeigen, dass wir mittlerweile andere Prioritäten setzen, grüne und alternative Themen sind auf die hinteren Ränge gerutscht. Sie werden nicht mehr nach vorne kommen, wenn die Nachteile deutlich werden, verstauchte Ellbogen und zersplitterte Kniegelenke inklusive. Die Idiotie dieses Seins, sie liegt nunmehr offen und frakturiert auf dem OP-Tisch.







