Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Kommunalwahl in Hessen 2026: Wenig Interesse am Kumulieren und Panaschieren“ (FAZ vom 19.02.2026)
Zumindest am Anfang ist nahezu jede politische Partei auch eine Graswurzelbewegung. Entstanden und getragen aus der Mitte der Bevölkerung, im Geiste und Bewusstsein dessen, was die Menschen umtreibt. Die Alternative für Deutschland scheint bis heute nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil sie den Kontakt zu den Bürgern nicht verliert. Besonders umtriebig, ob nun vor, im oder nach dem Wahlkampf. Sie geht auf die Menschen zu, lässt sich auch von der Antifa und ihren Handlangern nicht einschüchtern, will den Pulsschlag der Gesellschaft messen, den Elfenbeinturm der Eliten meiden. Dabei hilft die Verhaftung in den Regionen. Auf kommunaler Ebene lässt sich am ehesten spüren, wo der Schuh drückt. Deshalb sind es die zahlreichen Engagierten und Freiwilligen, welche sich fernab von erster und zweiter Reihe, mit oder ohne Funktion, für die Verbreitung der Programmatik einsetzen, vor allem aber ein Gesicht geben. Da sind Forderungen und Positionen plötzlich nicht mehr abstrakt, sondern werden vertreten vom nahbaren Durchschnitt, von jemandem wie dir und mir.
Politik von unten nach oben: Ein Listendritter als lebensnahes Bollwerk des kleinen Mannes…
Dieser Brückenschlag in die Realität macht besonders, er kann in Zeiten zu einem Alleinstellungsmerkmal werden, in denen die „hohen Tiere“ so gänzlich abgeschottet sind von der Lebenswirklichkeit des kleinen Mannes. Und so lohnt sich immer wieder ein Blick in die Peripherie, beispielsweise ins hessische Darmstadt. Dort kandidiert auf Listenplatz 3 für den Urnengang am 15. März 2026 der 1933 geborene Altenpfleger Christopher Groß. Nicht nur in der Virtualität vermittelt er Bodenständigkeit. Seine Themen sind mitten aus dem Alltag gegriffen, er ist fern von Allüren, doch voller Ambition. Wie wichtig ihm die Verbindung zu den einfachen Leuten scheint, zeigt auch sein Motto: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“, so betont er es in seinen Kampagnen. Da hat jemand Demokratie verstanden – und gleichsam verinnerlicht. Immerhin präsentiert er sich an Infoständen in den Fußgängerzonen, lässt sich regelmäßig auf Veranstaltungen seiner Alternative für Deutschland blicken. Er will das Machtgefüge wieder vom Kopf auf die Beine stellen, Bevormundung beenden.
Das Recht auf Meinungsfreiheit beinhaltet auch den Anspruch auf Anonymität im Netz!
Umwelt- und Naturschutz sind ihm ein Anliegen, ohne grünsozialistische Transformationsabsichten. Er stemmt sich gegen Rodungen in seiner Heimatstadt, weil nicht nur die Kostenfolge unklar ist. Ohnehin plädiert Groß für Transparenz und Vernunft, löst sich von Ideologie oder Fiktion, will jene in Verantwortung nehmen, die Steuergelder mit der Gießkanne verteilen. Seine Partei kann auf ihn zählen, er verteidigt die AfD gegenüber systematischer Hetze durch ein angestammtes Medienkartell, welches sich dank Alimentierung der Zwangsgebührenzahler zu einem gigantischen Propagandainstrument gemausert hat. Er weist die Vorwürfe von Rechtsextremismus zurück, entlarvt das Gerede über „Nazis“ als Manöver der Verunglimpfung von Opposition und Andersdenkenden. Für informationelle Selbstbestimmung votiert der Direktkandidat ebenso, demaskiert die Regulierung von Social Media für unter 16-Jährige als Angriff auf das Grundrecht zur Anonymität im Netz. Für Meinungsfreiheit macht er sich stark, appelliert gleichsam pro Ehrlichkeit in Sachen Migration.
Kriminalität unter Migranten: Groß plädiert für Transparenz, Sicherheit und Wahrheit…
Groß will wissen, welche Staatsangehörigkeit Straftäter haben, wie sich der Anteil an Ausländern bei Gewaltdelikten entwickelt. Er kritisiert, dass die Vornamen von Kriminellen veröffentlicht werden, solange sie Deutsche sind. Kommen sie aus einem anderen Kulturkreis, haben ihre Interessen plötzlich Vorrang. Doch nicht nur diese Doppelmoral ist ihm ein Dorn im Auge. Wie leichtfertig Union, SPD oder Grüne mit dem Finger auf andere zeigen, im Glashaus mit Steinen werfen, wenn es um Skandale und Affären geht, prangert er an. Der stellvertretende Sprecher in seinem Kreisverband erbittet Beweise für manch eine Etikettierung, wohl auch für die Einstufung durch den Geheimdienst. Seine niederschwellige und zugewandte Art bringt ihm viel Zuspruch ein, er erweist sich als ein sensibles Stimmungsbarometer für die Sorgen der Allgemeinheit. Zwingend sieht er einen Kurswechsel vor uns stehen, die Richtungsentscheidung könnte im Kleinen beginnen. Hierfür sind die Segel gesetzt, die Winde drehen spürbar. Jetzt muss der Souverän die Anker lichten, damit die blaue Welle endlich losbrechen kann.







