Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Landeswahlausschuss: 21 Parteien zu Landtagswahl in Baden-Württemberg zugelassen“ (aus: „Stern.de“ vom 10.01.2026)
Die AfD sieht sich landauf und landab unter Druck etablierter Medien und fadenscheiniger NGOs, auch wenn im Osten die Demonstrationen deutlich abebben, der Zuspruch in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern weiter steigt. Im Westen besteht dagegen vielerorts noch Nachholbedarf, doch langsam festigen sich auch dort die Strukturen. Gerade im Vorfeld der Wahlen in Baden-Württemberg ist man darum bemüht, mit großem Engagement vieler ehrenamtlicher und kommunaler Funktionsträger Präsenz zu zeigen. Die Spitzenleute scheinen oftmals mit Außenpolitik oder einem Stelldichein unter den Frontmännern aus anderen Teilen der Republik beschäftigt zu sein. Da muss also die Basis selbst das Zepter in die Hand nehmen, um den Souverän auf den letzten Metern vor dem Urnengang zu überzeugen. Glücklicherweise hat man damit rechtzeitig begonnen, weiß die Liste von Markus Frohnmaier offenbar um die Wahrhaftigkeit des Sprichwortes vom frühen Vogel, der den Wurm fängt.
Zahlreiche couragierte Vertreter treffen sich auch bei Eiseskälte mit den Bürgern, laden zum Dialog ein, machen Ideen und Konzepte nahbar, verteilen Flyer und Zeit. Ohne dieses Fundament müssten die Zugpferde glattweg einpacken. Und deshalb kann man den Verdienst um die Demokratie gar nicht genug würdigen, wenn beispielsweise der Direktkandidat für den Neckar-Odenwald-Kreis, Lukas Huber, ein nahezu mustergültiges Beispiel abgibt, wie man Vertrauen zum Souverän aufbaut. An verschiedenen Infoständen in den einzelnen Gemeinden seines Einzugsgebietes begegnet er den Menschen auf Augenhöhe. Ob nun in Buchen, Neckargerach, Hardheim oder Mosbach: Da stellt sich jemand den Fragen, hört sich die Nöte an, möchte Sorgen verstehen, will auch kritische Worte zur Alternative für Deutschland bewusst nicht ausblenden. Stattdessen geht es um einen ehrlichen Austausch, um ein Ringen in der Sache, um ein Überzeugen für Positionen, Forderungen und Standpunkte.
Lukas Huber ist das Paradebeispiel für einen pragmatischen und nachdenklichen Politiker!
Der Mathematiker wurde mit deutlichem Ergebnis ins Rennen geschickt, eine klare Mehrheit von 87 Prozent der Anwesenden votierte dafür, ihn für das Parlament in Stuttgart zu nominieren. Und tatsächlich wäre er dort eine wahrliche Bereicherung, blickt man auf sein Portfolio. Denn er ist in zahlreichen Fachgebieten versiert, setzt sich unter anderem für eine Verbesserung der Finanzsituation lokaler Kliniken ein, will eine weitere Zentralisierung der Gesundheitsversorgung verhindern, um den ländlichen Raum zu stärken. Die Infrastruktur wurde zu lange schleifen gelassen, es gebe nur zwei Geschlechter. Er lehnt den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen ab, solange dies auf örtliche Ebene beeinflussbar ist. In den Schulen will der frühere Nachhilfelehrer die Allgemeinbildung fördern, der Jugend vornehmlich praktische Kenntnisse beibringen, linke Ideologien im Klassenzimmer sollten zugunsten von weltanschaulicher Neutralität weichen. Sein Augenmerk liegt auf Vernunft, sein Herz schlägt für die Heimat.
In der Migrationspolitik fordert er eine rasche Asylwende, samt Rückführung von abschiebepflichtigen Ausländern. Gelder aus dem Südwesten für Projekte in der Ferne, beispielsweise nach Burundi, sollen gestoppt, heimische Bedürfnisse dafür strikt priorisiert werden. Er macht es sich nicht leicht mit Antworten auf komplexe Zusammenhänge, ist weniger reflexartig unterwegs als einige Kollegen, wirkt nachdenklich und klug. Gleichzeitig befindet sich der Finanzexperte mit seinen Wegmarken nicht nur ganz auf Linie des Parteiprogramms, sondern scheint inhaltlich deckungsgleich zu den Mitstreitern, die am Bodensee darum kämpfen, gleich mehrere grün-schwarze Hochburg blau zu färben. In Konstanz will das Team um Steffen Jahnke und Michael Stauch das Feld nicht länger jenen überlassen, die vor allem deshalb versagt haben, weil sie die Transformation über den Standort stellten, den Klimawandel über das Wachstum, den Sozialismus über die Marktwirtschaft.
Im Landkreis Konstanz will die AfD vor allem CDU und Grüne unter Zugzwang bringen…
Erstgenannter kandidiert für ein Mandat im Landtag, Zweitgenannter ist als Fraktionsvorsitzender im Kreistag federführend für die Kampagne mitverantwortlich, die in den kommenden Monaten den Wähler erreichen soll. Beide gelten als langjährige und erfahrene Charaktere, die mit Weitsicht agieren, wenn sie die kommunalen Zahlungen an die Seenotrettung einstellen wollen, die Deutschlandflagge an öffentlichen Gebäuden gehisst sehen möchten. Kritiker sprechen von einer „nationalistischen“ Manier, doch wie schnell ist man heutzutage dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet. Hiervon lässt man sich auch dann nicht beeindrucken, wenn man mitten in der Innenstadt dem Pfeifkonzert eines selbsternannten „Bündnisses für Demokratie“ Paroli bietet. Die Mobilisierung wird entscheiden, weshalb der unmittelbaren Ansprache der Bevölkerung hohe Bedeutung zukommt. Beide Protagonisten bringen die Eigenschaft rhetorischer Eloquenz mit sich, aber auch den nötigen Respekt vor dem Gegenüber.
Und so ist Hoffnung angebracht, dass vom Hegau bis zum Kraichgau eine Welle der Veränderung den Schlussspurt spannend macht. Immerhin wird Manuel Hagel von der CDU schon allzu sehr als Sieger gehandelt, obwohl seine Alleinstellungsmerkmale nun wahrlich niemanden vom Hocker reißen. Regelmäßig prügelt der Ministerpräsident in spe auf die AfD ein, bezichtigt sie des Vaterlandsverrats. Eigene Substanz kann er wenig bieten, will offenbar mit seinem jungen und smarten Aussehen punkten. Doch das wird nicht genügen, scheinen die Missstände zu gravierend. In der Landeshauptstadt sind die Kassen leer, man ächzt unter den Belastungen, die Berlin aufbürdet. Doch statt mit Friedrich Merz ins Gericht zu gehen, wird gemeinsam gelächelt. Wie wohltuend ist es da, wenn manch „einer von uns“ nicht die Bodenhaftung verliert, sondern den Bezug sucht. Den Vertretern der Alternative für Deutschland weht auch deshalb so viel Sympathie entgegen, weil sie erkannt haben, wie wichtig Realitätssinn ist.







