Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Spitzenkandidatin Bohnen: ‚Die CDU hat offensichtlich Angst vor einer starken Linken'“ (aus: „Frankfurter Rundschau“ vom 28.02.2026)
Es gibt Fehler im Leben, die bereut man sehr lange. In meinem Fall ist es die Entscheidung gewesen, mich ursprünglich politisch progressiv verortet zu haben. Damals war es mir ein Anliegen, für soziale Gerechtigkeit, für Frieden und Nachhaltigkeit einzutreten. Doch stets alles mit Vernunft, nicht radikal, aber mit dem dezidierten Bedürfnis nach mehr Fairness, Ausgleich und Verständigung in der Gesellschaft. Heutzutage überwiegt der Eindruck, dass vor allem DIE LINKE einen massiven Keil in unser Miteinander zu treiben scheint. Denn anders kann man die Programmatik kaum werten, mit der die Partei aktuell zu den bevorstehenden Abstimmungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz antritt. Die Agenda ist weit mehr als ein Luftschloss, eine Träumerei, ein „Wünsch dir was“. Sondern der explizite Angriff auf Verfassung, Rechtsstaatlichkeit und Gesetzestreue. Nicht nur der völlige Mietenstopp wäre die Kampfansage an Besitz und Eigentum. Die 30-Stunden-Woche würde die Errungenschaft von Wachstum und Prosperität gänzlich abwürgen.
Das Grundrecht auf Eigentum und die soziale Marktwirtschaft wären gefährdet…
Bildung solle ohne Diskriminierung gewährleistet werden. Was sich hübsch liest, ist in Wahrheit mit einer Absenkung von Wissensstandards und Qualitätsniveau verbunden. Denn da geht es um weder um die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Schulformen, noch Aufstiegsmöglichkeiten. Stattdessen soll ein Anspruch auf höchste Abschlüsse bestehen, nicht nur allein die Chance darauf. Der Automobilindustrie möchte man den Stecker ziehen, die Transformation mit der Brechstange durchsetzen. Die Ideologie ist umfassender als jene von den Grünen, denn in kommunistischer Manier würden neben der Gleichheit aller Individuen auch Verbote zu einem Regelinstrument der Mächtigen. Vermögen soll bereits ab einem relativ niedrigen Beitrag massiv zusatzbesteuert werden. Das Vokabular von Antirassismus und Feminismus enthält eine Kriegserklärung gegenüber der natürlichen Zweigliedrigkeit der Geschlechter, dem generischen Maskulinum der Sprache, der Unversehrtheit und Souveränität des deutschen Volkes, seiner Identität, von Kultur, Brauchtum, Tradition und Geschichte.
Jeder darf mitwählen, auch wenn er nur vier Monate in Deutschland ansässig ist…
Besonders pikant ist die Forderung nach einer generellen Wahlberechtigung für Flüchtlinge ab drei Monaten Anwesenheit. Sogar illegale Zuwanderer dürften wohl mitentscheiden, egal, ob ihnen eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung zusteht oder nicht. Man will sie mit ihrem Dialekt zu Hause abholen, Jan van Aken lernt bereits das Arabische. Unverhohlen preist man den Werkzeugkasten von Enteignung, Wegnahme und Umverteilung. Kostenlos soll fast alles sein, vom öffentlichen Personennahverkehr bis hin zur Kita. Weniger arbeiten für gleichen Lohn, um der „Work-Life-Balance“ gerecht zu werden. Man könnte auch sagen, eine Subventionsgießkanne für die Faulheit. Man wolle Allianzen bilden gegen die AfD, moderne Formen des Protests verwirklichen. Inwieweit hierunter auch die Kooperation mit der gewaltbereiten Antifa subsumiert werden kann, bleibt wohl der Interpretation überlassen. Der ökologische Umbau unseres Systems würde das Ende der Marktwirtschaft bedeuten. Und genau dorthin zielt die Vorstellung: Aus Kapitalismus wird Sozialismus, aus Wohlstand Armut.
Ein Programm, das die besondere Bequemen und Neidischen der Gesellschaft erreicht…
Es könnte durchaus gelingen, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen, spricht man vor allem jene aus der sogenannten „Generation Z“ an, die keine Lust haben, Deutschland zu retten, sondern sich darauf zu verlassen, dass es genügend Dukatenesel gibt, die früh morgens aufstehen, um die Transferleistung für den Nachbarn zu erschuften. Jeder Märchenerzähler wäre stolz auf so viel Inspiration, man kann sich Fiktion kaum besser ausmalen, als Genossen beim Denken zuzuhören. Wie die Geschenke an die Nation finanziert werden sollen, bleibt selbstverständlich ebenso ungewiss wie die Antwort darauf, was angesichts steigender Kriminalität auf unseren Straßen, noch immer durchlässiger Grenzen, dem Ausverkauf unserer Prägung, die Landschaft verschandelnder Windpropeller, die Gehwege verstopfender Lastenräder geschehen soll. Dieser Gesinnung ist die Kurzsichtigkeit immanent. Man haut Forderungen heraus, die weder substanziell noch konsistent sind. Wer das Risiko zum Untergang nicht scheut, der möge sein Kreuz wohlgemut an entsprechender Stelle setzen.








