Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Will Jörg Baumann (AfD) in Wirklichkeit gar nicht Haibacher Bürgermeister werden?“ (aus: „Main-Echo“ vom 23.02.2026)
Alle journalistisch Tätigen „nehmen ihre publizistische Aufgabe fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahr“, so formuliert es der Pressekodex. Es sei denn, du arbeitest beim „Main-Echo“, könnte man aktuell wieder einmal denken. Schließlich hat sich die dortige Redaktion erneut einen Artikel über den bayerischen Landtagsabgeordneten Jörg Baumann geleistet, der sämtliche Vorstellungskraft dessen sprengt, was Medien an Propaganda darbieten können. Konkret geht es um die Wahl des Bürgermeisters von Haibach. Für dieses Amt kandidiert der 45-Jährige, weil er sich mit vollem Engagement für das Wohl der Menschen dort einsetzen wolle. Doch dieses Versprechen kaufen ihm jene Mistkratzer nicht ab, die schon in der Vergangenheit darum bemüht waren, seinen Ruf zu torpedieren. Im Beitrag selbst wird an mehreren Stellen in Zweifel gezogen, ob es dem AfD-Politiker überhaupt ernst sei mit seiner Ambition, vermeintlich gehe es ihm nur um die Karriere im Maximilianeum. Selten liest man so viele Konjunktive hintereinander, da handelt man sich von Behauptung zu Verdacht, von Fiktion zu These. In der Mathematik würde man sagen: „quod probari non potuit“ – „was nicht bewiesen werden konnte“.
Wer Jörg Baumann kennt, der weiß, dass die Heimat stets an erster Stelle steht…
Mit Akribie, aber durchschaubar arbeiten sich die Kollegen an einem geradlinigen Mandatar ab. Sie kramen in Mottenkiste, überziehen ihn mit den üblichen Floskeln. Er gehöre zu den Extremen in der Partei, komme lediglich nach außen schneidig daher. In Wahrheit habe er bislang nur an wenigen Sitzungen des Gemeinderats teilgenommen, obwohl er diesem Gremium angehört. Mit nebulösen Andeutungen will man ihm unterstellen, dass er so gut wie nie in Vorbesprechungen zu sehen gewesen sei. Angeblich wüssten die Leute auf der Straße wenig über ihn, die Einwohner könnten sich nicht vorstellen, wofür er steht. Er zeige kaum Präsenz, habe offenbar nur sein Vorankommen auf höherer Ebene im Sinn. Wilde Spekulationen sprießen ins Kraut, man kennt sie, von den zufällig vorbeikommenden Passanten im öffentlich-rechtlichen. Seriöse Quellen für den dargestellten Tenor gibt es erwartungsgemäß nicht. Viel von dem, was abgehandelt wird, kann man sich auch aus den Fingern gesogen haben. Eine Märchengeschichte, die kein gutes Ende nimmt, sondern darauf abzielt, einen Urnengang zu beeinflussen. Immerhin kennt man diese Strategie, die vierte Gewalt schwingt sich immer häufiger zum Manipulator auf.
Da wird eine Mission erfüllt, ein Charakter durch den Dreck gezogen, über den man sich durch das Hörensagen ein Bild gemacht hat. Merkwürdig nur, wie einseitig die Stimmen ausfallen, die eingeholt wurden. Man will in einer mustergültigen Recherche und mit hohem Aufwand Protokolle ausgewertet haben, wie häufig Baumann bei Terminen erschienen ist. So viel investigatives Schaffen, dass am Ende für die Katze ist. Denn die daraus gezogene Schlussfolgerung, er könne schon deshalb kein Interesse daran haben, in ein Hauptamt vor Ort zu wechseln, weil er viel eher die Vorzüge des Parlaments in München genieße, ist schlichte Mutmaßung, tendenziöse Interpretation, ein grenzwertiges Unterfangen. Wo Leumund und Ehre bewusst herabgesetzt werden, geraten berufsethische Verpflichtungen unter die Räder. Die publizistischen Grundsätze scheinen für jene zur Makulatur geworden zu sein, deren Lebensaufgabe darin besteht, über ideologische Widersacher eine subtile Aneinanderreihung fragwürdiger Indizien in die Welt zu setzen. Weil er auf einem Bild im Internet mit einem Gewehr abgelichtet ist, soll es dem ehemaligen Polizeibeamten an Integrität fehlen, so wird suggeriert.
„Soll“, „könnte“, „sagt man“: Geschichten aus dem Biergarten, frei von der Leber weg erzählt…
Dass er sich nicht von Figuren wie Martin Sellner, dem österreichischen Aktivisten der Identitären Bewegung, zu distanzieren gedenkt, stattdessen mit Vehemenz auf Remigration behaart, sei ein weiterer Hinweis auf seine Radikalität. Zwei Gesichter soll er haben. Komisch nur, welche eindrucksvollen Referenzen ihm beispielsweise in den sozialen Netzwerken ausgestellt werden. Dazu passt nicht, das Hohelied der Verleumdung anzustimmen. Zu bezichtigen, er bringe sich nur deshalb ehrenamtlich ein, um eine Fassade aufrechtzuerhalten. Krampfhaft offenbart sich der Versuch, irgendetwas Verwerfliches an seiner Person und seinem Auftreten zu finden. Doch es gelingt einfach nicht, weil Missgunst und Argwohn ausschließlich eine Emotion sind, aber keinen objektiven Bezug zur Realität haben. Der gesamte Text wirkt wie eine therapeutische Abhandlung, da muss jemand seinem Ärger Luft machen, vielleicht auch einem gewissen Neid, denn Baumann ist durch sämtliche Instanzen hin erfolgreich. Nichts von Gemütlichkeit, sondern eine Menge Fachexpertise bringt er im Plenum zum Besten. Rege stellt er Anfragen an die Regierung Söder, füllt die Rolle der Opposition glaubwürdig wie gewissenhaft aus. Es zeichnet sich das Gegenteil davon ab, was man über den kommunal erfahrenen Patrioten zu fabulieren vermag.
Mit Schwarz-Rot-Gold lichtet man ihn ab. Schon das scheint die linke Seele in Wallung zu bringen. Vielleicht sollten jene ihre Gesinnung hinterfragen, die einen gewissen Ekel vor der Heimat kundtun, steht man wohl selbst eher für den Regenbogen ein. Die Zeitung wirft ihm vor, nicht auf ihre Fragen zu antworten. Mit Verlaub, wer würde schon freiwillig mit einem Gegenüber kommunizieren, das in der Vergangenheit regelmäßig konkretisiert hat, wie sehr man sich die Wirklichkeit über den Familienvater zurechtbiegt. Da gab es noch nie den Ansatz von Ausgewogenheit und Objektivität, sondern man kann mit Gewissheit davon ausgehen, dass aus jedem einzelnen Wort ein Strick gedreht wird. Tatsächlich lässt sich der Anschein nicht verdrängen, wonach man es weder auf eine kritische noch angemessene Berichterstattung abgesehen hat. Sondern einen Verriss präsentiert, der belangloser kaum sein könnte. Das Ergebnis bestätigt die Annahme: Ein beispielloser Abgesang ist es geworden, den der reflektierte Beobachter als Bärendienst entlarven muss. Wer sich so sehr auf einen Populären einschießt, eben doch nicht umhinkommt, Hass, Frust und Niedertracht offen zur Schau zu stellen, biedert sich an, zum peinlich um Abonnenten ringenden Marktschreier verkommen zu sein.








