Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Wir waren es, nicht Putin – Vulkangruppe brüstet sich mit Fähigkeit, ‚Infrastruktur anzugreifen'“ (aus: WELT vom 06.01.2026)

Einschätzung zur Urheberschaft durch die Künstliche Intelligenz Grok (xAI) vom 06.01.2026
Derzeit sind Verschwörungstheoretiker fleißig am Werk, den Terroranschlag auf die Stromversorgung in Berlin Putin zuzuschieben, hat angeblich eine Analyse mit KI ergeben, dass der Ursprung des vorliegenden Bekennerschreibens in Moskau zu suchen wäre. Doch befragt man die Künstliche Intelligenz selbst, so kommt sie zu einem gänzlich anderen Ergebnis. So antwortete Grok (xAI): „Der Text ist typisch für linksextreme Bekennerschreiben – langatmig, ideologisch aufgeladen, mit Formulierungen wie ‚gemeinwohlorientierte Aktion‘, ‚Akt der Notwehr‘ oder ‚internationaler Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen‘. Solche verschachtelten, schwülstigen Sätze sind in der autonomen Szene üblich (ähnlich wie bei früheren RAF- oder neueren militanten Klimagruppen-Texten). Manche Passagen wirken holprig oder unnatürlich, was in Social Media zu Spekulationen über maschinelle Übersetzung geführt hat“, so die Antwort vom 06. Januar 2025.
Kaum eine Region ist verschont geblieben von Anschlägen, Sabotage und Gewalt…
Es wäre übrigens bei weitem nicht die erste Straftat dieser Art, die dem autonomen Spektrum zugeordnet werden kann. Stattdessen ist die Landkarte mittlerweile voll mit Gewaltakten der Szene. Die sogenannte „Hammerbande“ organisierte zwischen 2018 und 2020 mindestens sechs koordinierte Überfälle auf mutmaßliche Neonazis in Sachsen und Thüringen. 13 Personen wurden damals teils schwer durch Schläge verletzt. Sie zielten auf die Einschüchterung rechter Aktivisten ab, die Rädelsführerin Lina E. wurde 2023 deshalb zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die nunmehr für das Attentat auf das hauptstädtische Energienetz verdächtige „Vulkangruppe“ ist seit 2011 aktiv. Bereits 2023 verübte sie einen Sabotageakt auf Kabelschächte, die Infrastruktur vor Ort wurde weitgehend lahmgelegt. Auch wenn es nicht zu Opfern kam, stuften die Behörden das Vorgehen als prinzipiell lebensgefährlich ein, nahm man sie doch zumindest billigend in Kauf.
Fortlaufend seit 2020 sind es Anarchisten und Vermummte, die Sicherheitskräfte angreifen. Ob nun in Leipzig oder Connewitz: Bei der Räumung besetzter Häuser und auf Demonstrationen fiel man durch Stein- oder Flaschenwürfe, aber gleichsam auch durch das Schleudern von Brandsätzen auf. In Frankfurt und Hamburg organisierte man Straßengewalt, inklusive Hetzjagden auf Beamte und Sachbeschädigungen an Polizeifahrzeugen. Allein in diesen Metropolen kam es zu hunderten Vorkommnissen, auch mit Blick auf die Zerstörung von Parteibüros, das Demolieren von Baustellen und das Manipulieren an Straßen. Die Szene radikalisiert sich weiter. Allein im Januar 2025 wurden 23 Autos der Hundestaffel in München angezündet. Quer durch die Republik sind Funkmasken, Kabeltrommeln, das Eigentum von Bundeswehr oder Unternehmen im Fokus. Luxuswagen werden genauso zum Ziel wie Tiefgaragen, Häuser von AfD-Politikern, „Vonovia“, „Tesla“ oder „Hentschke Bau“.
Der Linksextremismus wächst nicht nur zahlenmäßig, sondern insbesondere in der Militanz…

Von Nord nach Süd: Insbesondere Großstädte sind von Linksextremismus betroffen (Quelle: Grok / xAI).
Rund um die bayerische Landeshauptstadt sind allein seit 2019 knapp 50 Anschläge registriert worden, die dem „Schwarzen Block“ zugeschrieben werden. Antifaschistische Symbole fand man bei Brandanschlägen im Landkreis Sigmaringen aus dem Oktober 2025. Militanz und Anti-Gentrifizierung machen keinen Halt mehr vor Sachen und Menschen. In Rheda-Wiedenbrück gab es 2020 eine versuchte Attacke auf das Wohnhaus eines Unternehmers, mit der die „Revolutionären Aktionszellen“ gedroht hatte. Zwischen Düsseldorf und Duisburg wurde die Antifa 2023 entlang von Bahnlinien tätig, der Verkehr musste eingestellt werden, das „Kommando Angry Birds“ wird als Verursacher vermutet. Im Raum Neu-Isenburg gab es eine Serie von Explosionen, in Rheinland-Pfalz konzentrierte man sich vor allem auf Privatbesitz. Die Schäden gehen in die Millionen, man versteckt sich mittlerweile nicht mehr mit seinem Hass, Neid und Missgunst auf die Gesellschaft, sondern zelebriert sie.
Blickt man die Statistiken an, so stieg die Zahl linksextremistischer Straftaten zwischen 2018 auf 2019 von 4.622 auf 6.449. Die Gewaltdelikte lagen 2019 bei 921, 2024 schon bei 5.857. Allein 532 davon werden als Körperverletzungen oder Angriffe auf das Leben gewertet. Verfassungsschutz und BKA verzeichnen einen rasanten Anstieg bei der Gesamtschau der Anhänger: Waren 2020 noch 34.300 Personen verdächtig, dem Milieu anzugehören, sind es aktuell 38.000. Insgesamt 11.200 gelten als gewaltbereit. Dass man das Problem trotzdem noch nicht erkannt hat, zeigt eine magere Aufklärungsquote von 42 Prozent. Und auch die derzeit in den Vordergrund gerückten Partisanen müssen keinen staatlichen Zugriff fürchten. Innerhalb von 15 Jahren ist es nicht gelungen, die dezentralen Strukturen aufzubrechen. Eine 2024 verfolgte Spur zu zwei Männern endete in einem Freispruch, die Ermittler stehen wieder am Anfang. Waren sie zu lange auf einem Auge blind?







