Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Rundfunkbeitrag soll steigen: Sinnvoller ist es, die Erhöhung zu vertagen“ (aus: „Tagesspiegel“ vom 20.02.2026)
Schon jetzt fragen sich viele Menschen in Deutschland, warum sie jeden Monat 18,36 Euro an Beitrag entrichten sollen, den man schon allein deshalb als Zwangsgebühr bezeichnen kann, weil es mittlerweile keinen gesellschaftlichen Konsens mehr darüber gibt, ob das nach den Diktaturen aufgekommene Modell eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks überhaupt noch zeitgemäß ist. Dass die „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs“ (KEF) in ihrem 25. Bericht vom 20. Februar 2026 vorgeschlagen hat, weitere 28 Cent einzuverleiben, wirkt angesichts zahlreicher Skandale bei ARD und ZDF wie ein Schlag ins Gesicht des gesunden Menschenverstandes. Wir sollen also für Fehler zahlen, die nicht etwa Ausrutscher und Versehen sind, sondern das bewusste Austesten dessen, was an journalistischer Untugend von einer in Teilen völlig unkritisch erscheinenden Öffentlichkeit toleriert wird. Da nimmt man der Redaktion des „heute journals“ tatsächlich ab, die fehlende Kennzeichnung von KI-Sequenzen in einem Bericht über die ICE-Politik von Donald Trump sei auf technische Gründe zurückzuführen gewesen.
Der ÖRR hat sich zum habgierigen Selbstversorger ohne Anstand und Ethik gemausert…
Wie naiv muss man sein, wenn der Mainzer Lerchenberg Dunja Hayali in Schutz nimmt, zwar eingesteht, sämtliche Prinzipien des handwerklichen Schaffens verletzt zu haben, aber von tätiger Reue genauso weit entfernt ist wie von durchgreifenden Konsequenzen. Das Abberufen der zuständigen Verantwortlichen aus den USA ist lediglich Makulatur. Ein Sündenbock wurde gesucht, Intendant Norbert Himmler hat ihn gefunden. Unter seiner Ägide entwickelt sich das „Zweite Deutsche Fernsehen“ zu einer obsoleten Instanz, der man auch deshalb kaum noch Vertrauen schenken kann, weil sie sich einer systematische Praxis von Manipulation, Propaganda und Desinformation entlarvt hat. Man muss nicht weit zurückblicken, es war die Anmoderation nach dem Tod von Charlie Kirk, welche von Menschenverachtung und Pietätlosigkeit nur so strotze, um Ärger zu verspüren. Schlichte Falschbehauptungen von Korrespondent Elmar Theveßen, das Anprangern des früheren BSI-Chefs durch Jan Böhmermann, tendenziöse Berichterstattung über die Klimaproteste, Verstöße gegen die Pflicht zu Objektivität und Ausgewogenheit während Corona.
Da handelt es sich mehr um Versehen, sondern das bewusste Ausloten von Grenzen…
Besonders prägnant die Zusammenarbeit mit einem „Dienstleister“ im Gazastreifen, der Verbindungen zur Hamas gehabt haben soll. Aber auch bei den Kollegen im „Ersten“ läuft es nicht viel besser. Während des Cum-Ex-Skandals erhob man Anschuldigungen gegenüber Beteiligten, ohne hierfür aussagekräftige Quellen vorweisen zu können. Später urteilte ein Gericht, dass Persönlichkeitsrechte verletzt wurden, ein Mindestmaß an Recherche ausgeblieben war. Strittige Zitate in der Sendung „Die Story“ zum Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern hatten einen klar antisemitischen Tenor, Schulungen und Entlassungen waren die Folge. In der Dokumentation „Rammstein – Row Zero“ mangelte es an Belegen für erhobene Missbrauchsvorwürfe, Betroffene wehrten sich. Beim RBB trat Patricia Schlesinger nach Luxusausgaben, Vetternwirtschaft und Gehaltserhöhungen zurück. Die „Compliance“-Regeln hatten vollkommen versagt. Transparenz und das Gebot der Sparsamkeit litten. Im MDR wurde intern Korruption bei Vergaben angeprangert, auch hier ging es um Kostenkontrollen und Machtstrukturen. Raffgier, Versorgungsdenken und Eigennutz haben sich Bahn gebrochen.
Würde man sich ehrlich machen, müsste die Medienlandschaft komplett privatisiert werden…
Denn tatsächlich hat sich ein Paralleluniversum etabliert, losgelöst von der Realität. Das macht sich nicht nur an der Auswahl der Schlagzeilen fest. Über die tatsächliche Lebenswirklichkeit vieler Menschen verliert man auch deshalb kein Wort, weil man Rücksicht nimmt auf die „Grünen“-Agenda von Vielfalt und Toleranz. Da darf Kriminalität von Migranten das Schönwetter nicht stören, müssen Windräder erstrahlen. Eine heile Welt, die schon längst überholt ist. Doch vor allem der Apparat wirkt mehr als verkrustet, die Selbstbedienungsmentalität schlägt um sich. Nicht umsonst fordert man immer höhere Alimentierung durch die Allgemeinheit, obwohl mittlerweile auch verfassungsrechtliche Zweifel bestehen, ob dem Auftrag weiterhin nachgegangen wird, die ideologische Bandbreite der Meinungen unserer Republik authentisch abzubilden. Die Bundesländer täten gut daran, sämtlichen Anhebungen der Geldflüsse zu widersprechen. Ehe es nicht zu strikten Reformen kommt, die ehrlicherweise einem Abriss der bisherigen Fundamente gleichen müssten, lässt sich kaum jemandem mehr nachvollziehbar abverlangen, für Schwindel, Intrige und Farce zu blechen.








