Das Rückgrat der AfD Baden-Württemberg: Gewählte und Nichtgewählte werden im Parlament wie vor Ort für die Bürger kämpfen!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Nach der Landtagswahl: Vor welchen Herausforderungen die neue AfD-Fraktion steht“ (aus: „ZEIT Online“ vom 30.03.2026)

Während in Stuttgart die Sondierungsgespräche zwischen Özdemir und Hagel über eine mögliche Koalition weitergehen, an verschiedenen Stellen aber durch überhöhte Erwartungen der Christdemokraten ins Stocken geraten zu scheinen, beginnt für die gewählten Abgeordneten einerseits die Routine im Parlament. Die Unterlegenen hingegen richten ihr Krönchen und kehren in den Alltag zurück. Viele Kandidaten haben über Wochen und Monate Unglaubliches vollbracht, sind für ihre Parteien in die Bresche gesprungen. Das gilt im Besonderen für die zahlreichen Bewerber der AfD, die oftmals einer aufgeheizten Atmosphäre ausgesetzt waren. Was ist aus ihnen geworden, wie gehen sie mit ihrem jeweiligen Resultat um? Der Blick auf zwei herausragend charakterstarke Politiker, die in unterschiedlichen Regionen mit einem fulminanten Einsatz punkten konnten, macht verdeutlicht erneut, wie tief verwurzelt die Alternative für Deutschland mittlerweile im Westen ist. Dort scheint man nicht nur angekommen, hat längst Fuß gefasst, ist zu einer selbstverständlichen Opposition auf Augenhöhe geworden, zumindest aus Sicht jener, die Demokratie verstanden haben, sie nicht deshalb ausgrenzen, weil ihre Agenda ideologisch unbequem ist.

Lukas Huber war Wahlsieger der Herzen, wird auch künftig Stimme des kleinen Mannes sein!

Da wäre es also Lukas Huber, der mit einem weit überdurchschnittlichen Anteil an Zweitstimmen von 24,8 Prozent auf Platz 2 hinter Herausforderer Peter Hauk landete. Der Vertreter der Grünen wurde hingegen auf den dritten Rang verwiesen, mehr als unverhohlen und klar. Zwischen Neckar und Odenwald hatte hingegen ein fokussierter, hingebungsvoller und überzeugender Fachmann nahezu das letzte Hemd gegeben, war von einer Veranstaltung zur nächsten gejagt, hatte plakatiert, was das Zeug hält. Nicht nur Unterstützer informierte er in den sozialen Medien über jeden Schritt, ließ teilhaben an seinem Engagement, begründete seine Forderungen und Positionen in Videos, stand exemplarisch für ein mustergültiges Werben um Gunst und Vertrauen. Dass er den Sprung in den Landtag nicht geschafft hat, liegt weniger an seinem Zutun, sondern an einem Minister, der als Alphatier gilt. Wie deutlich der Mathematiker hingegen an ihn heranrückte, macht einmal mehr offenkundig, wem die eigentlichen Lorbeeren gehören. Und die Belohnung blieb nicht aus, der „badisch-basierte“ Patriot hat sich nun auch national einen Namen gemacht. Man wird an ihm kaum vorbeikommen, wenn es fortan um höhere Aufgaben geht.

Nikolaos Boutakoglou macht der neuen Regierung Beine – und Politik von der Pike auf…

Und trotzdem bleibt er bescheiden und bodenständig, lässt nicht nach im Ringen um die Zukunft. Pointiert äußert er sich auch nach dem 8. März 2026 zu tagespolitischen Nachrichten, insbesondere mit Blick auf Gesundheit, Inflation und Meinungsfreiheit. Er hat sich eine ganze Anhängerschaft aufgebaut, die sich begeistert zeigt über so viel Motivation und Ehrgeiz, die sich völlig zurecht mitreißen lässt von einer Philosophie, Schwarz-Rot-Gold nicht aufzugeben, sondern Kultur, Identität und Brauchtum zu verteidigen. Huber denkt nicht daran, die Hände in den Schoß zu legen, er spricht weiterhin von Aufbruch. Seine Bürgernähe hat ihn berühmt gemacht, denn er spricht auch mit denen, die anders denken. Ähnlich verhält es sich mit Nikolaos Boutakoglou. Dank der Liste wird er im Parlament vertreten sein, erreichte knapp 17 Prozent in seinem Wahlkreis Vaihingen. Auch er gilt als aufstrebender Höhenflieger in der Partei, er kann Menschen um sich scharen, gibt sich zugewandt, wenn er beispielsweise auf X dazu einlädt, ihm Anliegen und Bedürfnisse zu übermitteln. Besonders glaubwürdig wird er als Handwerker, der verwurzelt ist im Mittelstand, nicht umhinkommt, die Missstände der Gegenwart zu benennen.

Die AfD ist nicht zuletzt dank bodenständiger Kandidaten im Südwesten angekommen!

Er engagiert sich als Stadt-, Kreis und Regionalrat, wechselte von der CDU zur AfD,  als sich Angela Merkel dazu entschied, die Grenzen zu öffnen. Der im griechischen Serres Geborene verspricht, sein Mandat ernst zu nehmen. Mit ihm dürften harte Debatte und fairer Diskurs ins Plenum einziehen, vor allem aber Erfahrung im Umgang mit den Sorgen und Nöten des kleinen Mannes. Eine Erzählung über das positive Morgen von Deutschland ist ihm nicht fern, mit Schwerpunkten wie Wirtschaft, Energie und Bildung besetzt er Themenbereiche, die aktueller kaum sein könnten. Der Heizungsbaumeister will mit einem konservativen Profil Kante zeigen, dürfte einer möglichen Regierung schlaflose Nächte bereiten. Wie auch Huber bleibt er sich und seinen Prinzipien treu, beide repräsentieren ein Fundament, das nicht nur authentisch und stabil wirkt, sondern das Rückgrat bildet für eine Partei, die sich in den Umfragen teilweise an die Spitze zurück kämpft. Denn die Ausgangslage könnte kaum besser sein, reiht sich aus Berlin momentan eine Zumutung an die nächste, insbesondere in Richtung der Arbeiter und Leistungsträger. Sie sind die Zielgruppe, deren Stimme sowohl Gewählte wie auch Nichtgewählte künftig ergreifen sollten.