Das Phänomen der „ethnischen Essentialisierung“: Wenn bei Grünen und Linken die Herkunft plötzlich doch zum Thema wird…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Hessischer Verband: Generation Deutschland wählt Nafiur Rahman als Vorsitzenden“ (aus: „Frankfurter Rundschau“ vom 30.03.2026)

Es war wiederum eine Veranstaltung, die nicht ohne Gegendemonstration auskam. Vertreter der Antifa und anderer autonomer Gruppierungen kamen in der Nähe von Fulda zusammen, um die Gründung des Landesverbandes der Generation Deutschland in Hessen massiv zu stören. Unbeeindruckt davon, ließen sich die Vertreter der neuen Jugendorganisation der AfD nicht von ihrer Tagesordnung abbringen. Und sie wählten an ihre Spitze einen couragierten, patriotischen und aufrichtigen Nachwuchs, der in der Folge ein Phänomen erfahren musste, welches die gesamte Doppelmoral von links offenbart. Man nennt ihn auch den „Reversiven Rassismus„. Denn er entspringt ausgerechnet den Reihen jener, die normalerweise lauthals krakeelen, wenn andere auf ihre Herkunft reduziert werden. Der 27-Jährige Nafiur Rahman kommt aus Bangladesch, siedelte etwa mit eineinhalb samt seinen Eltern in die Bundesrepublik über. Seither legt er eine beispiellose Integration hin. Er hat ein abgeschlossenes Maschinenbaustudium, arbeitet als KfZ-Prüfingenieur. Und er ist politisch verwurzelt, wo es der progressive Aktivist von nebenan in seinen Scheuklappen nie vermuten würde.

Da müssen sich Synapsen neu verkabeln: Ausländer und AfD, das darf doch nicht wahr sein!

Als Stadtverordneter in Bad Vilbel und Mitglied des Kreistages Wetterau gehört er der Alternative für Deutschland seit etwa dreieinhalb Jahren an. Einst ist er muslimisch aufgewachsen, konvertierte dann jedoch zum Christentum. Er hält Regeln, Normen und Sitten der westlichen, abendländischen und europäischen Kultur hoch. Sein Bekenntnis gilt Schwarz-Rot-Gold, er setzt sich mit Vehemenz für die Zukunft seiner neuen Heimat ein. All das passt nicht in die klischeehafte Haltung, beispielsweise der Grünen. Auch ideologisch eindeutig gesinnte Journalisten machen keinen Hehl daraus, wie schnell sie doch in Ressentiments zurück verfallen, passt ihnen die weltanschauliche Überzeugung des Gegenübers nicht. Wieder einmal hervorgetan hat sich die ohnehin für ihre Polemik bekannte Kollegin Antje Hildebrandt, die beim FOCUS für die Innenpolitik zuständig ist. In ihrem Artikel illustriert sie, dass die Eltern von Rahman entsetzt seien, wonach sich ihr Sohn in einer „Nazipartei“ engagiere. Sie bedient sich des sogenannten Framings, nämlich der Rahmensetzung einer Personalie in den Kontext von Ursprung, Familie und Geisteshaltung.

Rassismus einmal umgekehrt: Migranten ohne Recht auf politische Selbstbestimmung?

Da wird eine Kontrastfolie ausgerollt, zwischen der kulturellen Abstammung und der parteilichen Zugehörigkeit. Und es wird nicht nur ein Keil in emotionale Beziehungen zwischen Vater, Mutter und Kind getrieben. Sondern maßgeblich zur weiteren Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Es strapaziert Synapsen und die Brandmauer, über festgefahrene Strukturen hinauszudenken, sich aus dem bipolaren Spektrum zu lösen, Respekt aufzubringen für die Selbstbestimmung, für die man doch gerade bei der Geschlechterfrage ansonsten so sehr trommelt. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Die Erwartungshaltung geht davon aus, dass Migranten zumindest SPD wählen. Wechselt ein Deutscher hingegen von der CDU zu den Genossen, wird seine Provenienz ausdrücklich nicht thematisiert. Es ist eine Form des Missbrauchs von Identitätspolitik, was Fachleute auch als „ethnische Essentialisierung“ beschreiben. Man könnte kurz zusammenfassen: Tugendwächter werfen jenen Verrat vor, die trotz und wegen ihrer Genese einen anderen Weg einschlagen, als dies dem öffentlichen Anspruch einer pluralistischen Empörungskavallerie genehm wäre.

Wenn Doppelmoral trieft: Haltungsjournalisten verlieren ihre gutmenschliche Contenance…

Schlichtweg Heuchelei, was da geschieht. Da wird eine Verortung im rechtskonservativen Lager delegitimiert, weil der „falsche“ Geburtsort auf dem Pass steht. Mit ihrer belehrenden und übergriffigen Manier des „Du solltest es als Ausländer doch besser wissen…“ sprechen sie in gewisser Weise intellektuelle Reife ab. Es ist eine der schärfsten Formen von Gruppenlogik, die Hautfarbe nur dann in den Mittelpunkt zu stellen, wenn sie diese in ihrem Dünkel instrumentalisieren und Feindschaft säen können. Aus dem Kampf gegen Vorurteile wird selbst ein Ausdruck größter Intoleranz. Rahman ist immer wieder auf diese beschämenden Versuche eingegangen, für Zwietracht zu sorgen. Mit einer bewundernswerten Haltung lässt er all jene im Regen stehen, die nicht aus ihrem Korsett von Stereotypen und Schablonen entfliehen können. Für seine künftigen Aufgaben hat er zahlreiche Unterstützer, unter anderem auch seinen Stellvertreter Pascal Schleich. Gemeinsam setzen sie sich für Tradierung und Brauchtum, eine Bildung ohne Indoktrination, Grenzkontrollen und Abschiebungen, die Förderung von Leistung und ein identitätsstiftendes Miteinander ein.