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Die deutsche Außenstelle von Javier Milei: Wie das Team Freiheit 2026 zwischen Aufbruchsstimmung und Wahlskepsis beginnt…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Argentiniens Präsident Milei bringt Haushalt und Steuerrechtsreform durch den Kongress“ (aus: „Apollo News“ vom 30.12.2025)

Er steht für die Kettensäge, wurde zur Galionsfigur des Libertarismus. Der argentinische Präsident Javier Milei polarisiert die Gemüter weltweit, weil er erfolgreich ist. Nicht nur sozialistische Regime hatten Zweifel an seine Austeritätspolitik. Auch in Deutschland galt der 55-Jährige als verschrien, als ein „durchgeknallter Querkopf“, als ein „Radikalinski“. Was heftete man ihm das Etikett des Rechtspopulistischen an, belächelte seine Reformen als Rohrkrepierer, verurteilte seine Agenda als menschenunwürdig und kaltherzig. Doch nun liegen Fakten auf dem Tisch, das Gesamtbudget für 2026 lieferte erstmals wieder ein Defizit-Null dank fiskalischer Disziplin. Beachtliche Resultate für jemanden, dem fast nur Gegenwind zuteilwurde. Mit Rückgrat und Courage hat er bewiesen, wie schnell sich Ressentiments überdauern können, wenn die Praxis siegt.

Es brauchte dringend eine Vertretung von Mileis erfolgreichen Positionen in Deutschland…

Die Inflation sank von 211 Prozent im Jahr 2023 auf monatlich nunmehr drei Prozent. Erstmals seit knapp eineinhalb Dekaden verzeichnet der Haushalt durch strikte Ausgabenkürzungen einen Überschuss. Die Armutsrate sank von 50 auf 36 Prozent, nach einer Rezession wird das Bruttoinlandsprodukt 2025 um etwa 4,5 Prozent gewachsen sein. Nicht zuletzt umfangreichen Investitionen geschuldet, unter anderem in die Landwirtschaft. „Die richtige staatliche Politik in einer Depression ist striktes Laissez-faire, samt Kürzungen“, stellte bereits Vordenker Murray N. Rothbard fest, welcher ergänzt wird durch Friedrich August von Hayek: „Was unsere Generation vergessen hat, ist, dass das System des Privateigentums die wichtigste Garantie der Freiheit ist, nicht nur für diejenigen, die Eigentum besitzen, sondern kaum weniger für diejenigen, die keines haben“.

Eigentlich wäre es die Aufgabe der FDP gewesen, sich den Südamerikaner zum Vorbild zu nehmen. Doch Marie-Agnes Strack-Zimmermann hetzt lieber für die Ukraine, Christian Dürr betreibt Morgengymnastik in skurrilen Social-Media-Videos. Insofern war es notwendig und sinnvoll, dass mit dem „Team Freiheit“ eine neue Kraft auf das Berliner Tableau vorgedrungen ist, welche sich in den Dienst einer Weltanschauung stellt, die dringend Vertreter auch bei uns braucht. Mit der Positionierung als „Anti-Partei“, die es auf eine gezielte Reduzierung der Staatsquote unter 25 Prozent abgesehen hat, wodurch die Bürger mehr von ihrem Einkommen behalten können, will man den Berufskarrieristen den Kampf ansagen, Quereinsteiger und erfahrene Persönlichkeiten akquirieren, die durch Fachexpertise, Qualifikation und Erfahrung im Arbeitsleben bestechen.

2026 beginnt zaghaft: Das „Team Freiheit“ zwischen Kräftebündelung und Wahlverzicht…

Der Fokus liegt auf der Regulierung und Entbürokratisierung, wirtschaftliche Eigenständigkeit soll gefördert werden. Klimaschutzmaßnahmen gelten als Eingriff in den Wettbewerb, man lehnt sie ebenso ab wie Subventionen für demokratisch nicht legitimierte NGOs. Kulturell will man der Westbindung erhalten bleiben, setzt sich pro Verschlankung des Sozialstaates und eine effiziente Zentrierung von Abstimmungen ein. Die illegale Migration müsse gestoppt werden, Vermögen und Steuergeld im eigenen Land bleiben. Mehr Einfluss von Unternehmern und Honoratioren könne der Republik nur guttun, man frönt einer Variante der Oligarchie, um Inkompetenz in Parlamenten und Ministerien den Kampf anzusagen. Mit diesem Kurs geht man gleichsam das Risiko ein, als abgeschottet und hochnäsig wahrgenommen zu werden, eine Blasenbildung könnte eine waghalsige Versuchung sein.

Seit November 2025 ist die Partei offiziell anerkannt, will jetzt ganz offiziell autoritären Tendenzen entgegenwirken. Man sieht sich auf einer Welle der Erneuerung schwimmen, den Institutionen und Behörden schenken Thomas Kemmerich und Frauke Petry Misstrauen, seien sie zum Feind der Bürger geworden. Ob es schlüssig war, bei den kommenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg nicht anzutreten, obwohl die Mitstreiter alle formalen Voraussetzungen erfüllt hatten, inklusive der Einholung von genügend Unterstützungsunterschriften, bleibt indessen umstritten. Die Betonung, man wolle sich auf die Bundeshauptstadt konzentrieren, könnte eine erste Chance nehmen, sich an der Urne legitimieren zu lassen. Strategisch mag es respektabel sein, Kräfte und Ressourcen nicht an hohen Hürden zu verschleißen. Doch so bleibt das Projekt zunächst im Ungewissen.