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Lanz‘ letzter Offenbarungseid: Wie eine Rückfrage an Politologe Petschner-Multari des Moderators höhnische Opferignoranz entlarvte!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „TV-Talk: ‚Dann macht es eben Puff‘ – Markus Lanz ringt um Ordnung“ (aus: „Berliner Morgenpost“ vom 28.01.2026)

Es ist mehr als zwei Dekaden her, als mich der Sender RTL aufgrund meiner damaligen Krankheitsgeschichte porträtierte. Ausgestrahlt in der Sendung „Explosiv“, hatte ich in diesem Zusammenhang auch die Gelegenheit, Markus Lanz näher kennen zu lernen. Der heutige Talkmaster im ZDF gab sich damals als nahbar, menschlich und zugewandt. Schnell waren wir beim „Du“, er hatte großen Respekt mir gegenüber geäußert. Und auch ich schätzte ihn für seine Empathie, den verständnisvollen Umgang. Doch mittlerweile erkenne ich den Journalistenkollegen nicht wieder. Spätestens, seit er Daniel Günther dafür in Schutz nahm, im Interview ziemlich unverhohlen die Zensur von unliebsamen Medien gefordert zu haben, frage ich mich ernsthaft, wie sehr der Südtiroler unter der Fuchtel von Intendant Himmler steht. Nicht selten für seine Gesprächsführung kritisiert, lässt er manchen Gast kaum zu Wort kommen. Insbesondere, wenn ein Vertreter der AfD auf den Stühlen Platz genommen hat, kennt die Voreingenommenheit kaum noch Grenzen. Da macht jemand keinen Hehl aus seiner Aversion, provoziert und stichelt bewusst, geht über die Grenze des Provozierens hinaus.

Ich muss kein Messeropfer persönlich kennen, um Migrantengewalt zu attestieren…

Und auch, wenn die jüngste Ausgabe insgesamt ruhiger verlief als manch ein Vorläufer, war der Auftritt am 27. Januar 2026 wiederum keine wirkliche Glanzleistung des 56-jährigen. Er wollte mit Politikwissenschaftler Armin Petschner-Multari diskutieren. Doch eine einzige Rückfrage dominiert nun die Gesamtwahrnehmung des Abends. Als der Christsoziale mit der Anspielung „Ganz plakativ: Ich sitze in der Straßenbahn, fahre zur Arbeit und sage: Wen muss ich wählen, damit ich morgens nicht mit dem Messer im Hals ende?“ auf die zunehmende Kriminalität in der Bundesrepublik verwies, antwortete Lanz spöttisch und höhnisch: „Wie viele Leute kennen Sie, die morgens in der Straßenbahn mit einem Messer im Hals enden?“. Welch ein Schlag ins Gesicht all jener Opfer, die Migrantengewalt am eigenen Leib erfahren mussten. Denn es ist eine mittlerweile klar zu identifizierende Gruppe aus anderen Kulturkreisen, die überrepräsentiert scheint in den Statistiken. Die Zahlen liegen auf dem Tisch, doch davon will derjenige nichts wissen, welcher im Geiste des Versagens der Koalition allen Zweifel daran weggewischt, dass Friedrich Merz der richtige Kanzler ist.

Der Talkmaster hätte eigentlich nur rasch „googeln“ müssen, um Fakten zu finden…

Wieder einmal muss man den Verdacht hegen, dass Lanz ein Problem mit Weltanschauungen rechts der Mitte hat. Den Abgesang auf alternative Presseportale wie „NiUS“ ließ er kürzlich erst laufen, wohl auch deshalb, weil es gerade diese Quellen sind, welche den fragenden Bürger über die gravierenden Missstände in den Fußgängerzonen, Schwimmbädern und Parks, kurzerhand: in unserem Stadtbild, aufklären. Auch mir fällt niemand auf der Stelle ein, der aus dem Umfeld tatsächlicher Gefahren des Angriffs durch „Macheten führende Männer“ ausgesetzt war. Doch die meisten Geschädigten, welche arglos auf dem Weg zur Arbeit, auf der Rückkehr von der Disco oder auf dem Pausenhof in der Schule Bekanntschaft mit Waffen von Dritten und Unbekannten gemacht haben, werden bis zu dem Moment allein vom Hörensagen gewusst haben, wie die Wirklichkeit aussehen kann. Dann heißt es oft: „Wer hätte schon erahnen können, dass das mir, in meiner Nachbarschaft, in meinem Bekanntenkreis passiert?“. Die Bagatellisierung durch den auch als Dokumentarfilmer bekannten Podcaster schreit zum Himmel, weil sie symptomatisch ist für das Verdrängen von Tatsachen und Vernunft.

Was das Weltbild des ZDF ins Wanken bringet, darf Lanz nicht unkommentiert lassen…

Genau hierauf machte Armin Petschner-Multari aufmerksam. Der 1989 geborene Münchner ist auf Plattformen wie X präsent, um dort mit der eigenen Partei hart ins Gericht zu gehen, Scheitern nicht klein zu reden. Er legt den Finger in Wunden, erweist sich als überaus eloquent und gebildet, steckt rhetorisch manch einen alten Haudegen in die Tasche. Dieses Land hat ein Problem mit dem Herunterspielen, die Debatte wird nicht dadurch dramatisiert, dass publizistische Beobachter die Schieflage einer Zuspitzung unterziehen. Wer die grassierende Zahl an „Vorfällen“ schmälert, macht sich mitschuldig an jedem weiteren Leidtragenden, verpönt deren Familien. Markus Lanz hat sich als distanzierter Handlanger einer Mentalität offenbart, die man unter dem Credo „Was nicht sein darf, kann auch nicht sein“ subsumieren dürfte. Aus den Augen, aus dem Sinn, so lautet die einfache Parole, wenn er Faktenfreiheit unterstellt, aber eigentlich nur einen Blick ins Internet werfen müsste, wo sich die Meldungen über neueste Verbrechen von Konstanz bis Kiel aneinanderreihen. Wohl dem, der sich von der Naivität der Leugnung nicht irritieren lässt. Denn ihm gehört die Wahrheit.