Dank SPD, „Jungem Forum“ und „Grüner Liste“: Wer in Konstanz Bäume fällen will, muss sie künftig für mindestens 2.258,50 Euro ersetzen!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Gängelung von Eigentümern oder Hebel für besseres Klima? Konstanzer Bäume jetzt strenger geschützt“ (aus: SÜDKURIER vom 02.04.2026)

In Konstanz regiert Grün-Rot. Nein, offiziell gibt es im Gemeinderat keine Koalitionen. Doch längst hat ein Bündnis übernommen, das sich in vielen Fragen einig ist. Manchmal unter Hinzunahme von Stimmen der FDP, in der Regel gegen das Votum der CDU, beschließen die kommunalen Volksvertreter in ihrer ökosozialistischen Regelwut ein Affront nach dem anderen gegen die Gemeinschaft. Seit die Stadt als erste in der Republik den Klimanotstand ausrief, fließen Unsummen in Prestigeprojekte. Man will die Eisbären retten, als ein Fleckchen Erde mit gerade einmal 85.000 Einwohnern. Überheblichkeit und Anmaßung in vollster Blüte, heranreichend an Größenwahnsinn, getrieben vor allem von der Auffassung, man müsse die Bevölkerung zu einem emissionssparenden Verhalten erziehen. Penibel wird darauf geachtet, dass Photovoltaik gedeiht. Lastenräder sollen die Innenstadt übernehmen, Parkräume für Autos verschwinden. Mit Tempo-30-Zonen wird der Verkehr ausgebremst, die Universität soll zu einem CO2-neutralen Campus werden. Und auch der Tourismus ist gänzlich ausgerichtet auf jene Gäste, die sich dem Kampf gegen die Erderhitzung anschließen.

Erst die Verpackungssteuer, dann die Tempo-30-Zonen, nun die Baumersatzgebühr…

Erst vor einiger Zeit hatte man Aufsehen erregt, denn eine Verpackungssteuer wurde eingeführt. Schikane per weiterer Abgabe, Bevormundung durch zusätzliche Belastung. Man kommt sich nicht mehr vor wie ein erwachsener Mensch, sondern als ständig gemaßregeltes Kleinkind. Der erhobene Zeigefinger von moralischen Besserwissern führt zu einer Atmosphäre von Verdruss, Missgunst und Anspannung. Und der Pegel der Entrüstung dürfte nach dem jüngsten Schildbürgerstreich noch einmal ansteigen. Wer künftig einen Baum fällen will, ist dazu verpflichtet, einen neuen nachzupflanzen – oder die Verwaltung dafür zu entlohnen, dass sie diese Aufgabe übernimmt. Jeder Stamm in bebauten Ortsteilen, der in ein Meter Höhe einen größeren Umfang denn 100 Zentimeter hat, ist von der Regelung betroffen. Ohne eine Befreiung durch die Behörden darf er überhaupt nicht angetastet werden. Liegt die Genehmigung erst einmal vor, ist für Ersatz in der Spannweite von 16 bis 18 cm zu sorgen. Sollte dieser nicht anwachsen, ist ein weiterer Versuch innerhalb von zwei Vegetationsperioden zu unternehmen. Wahrscheinlich, bis selbst die Natur kapituliert.

Damit es den Eisbären am Pol nicht zu warm wird: Konstanz rettet das Weltklima!

Die Kosten für das gesamte Spektakel trägt der Hausbesitzer. Kommt er seiner Pflicht nicht nach oder ist er durch andere Gründe daran gehindert, hat er eine Ausgleichszahlung von 2.258,50 Euro zu entrichten. Dieser Wert bemisst sich einerseits an der Anschaffung, aber auch an der Pflanzung und Pflege, die von den städtischen Gartenbetrieben übernommen wird. Bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder im Umfang von 50.000 Euro. Vorgeschrieben ist zu dem auch, um welche Sorte Baum es sich handeln darf. Er muss der Atmosphäre dienen, standortgerecht sein und Laub tragen. Ideologie auf dem Reißbrett, Bürokratie bis zum Abwinken. Das Unverständnis am Bodensee ist immens. Denn immer öfter entsteht der Eindruck, der Staat greife bis in den höchstpersönlichen Lebensbereich durch. Kritiker sprechen von einem massiven und unverhältnismäßigen Eingriff in das private Eigentumsrecht. Bauwillige und Grundstücksbesitzer würden stark in der Nutzung ihrer Flächen eingeschränkt, sogar das Wort der Kollektivierung macht die Runde. Immerhin läuft alles nach Plan, aber eben nicht nach Verstand. Weltanschauung und Verkopftheit haben im Süden Hochkonjunktur.

Wer wird künftig überhaupt noch Grünzeug pflanzen, wenn die Gefahr von Fällzöllen besteht?

Planungsverfahren dürften sich in die Länge ziehen, die ohnehin schleppende Arbeit in den Ämtern einer weiteren Verkomplizierung unterworfen sein. Ob künftig aus eigenem Antrieb überhaupt noch neue Bäume gesetzt werden, darf man bezweifeln. Denn wer will sich schon antun, im Falle einer Rodung noch einmal Tausende zu investieren? Wie es so oft bei derartigen Manövern der Fall ist, könnten sie sich zu einem Bärendienst entwickeln. Letztlich dürfte man das Gegenteil von dem erreichen, was man eigentlich wollte. Es wird nicht unbedingt grüner im Stadtbild, sondern wahrscheinlich karger. Die abschreckende Wirkung scheint enorm, neuerlich hat man Maßnahmen nicht bis zum Ende gedacht. Und was die Gangart für das Miteinander bedeutet, erlebt man bereits seit längerer Zeit. Nicht nur politischen Lager driften immer weiter auseinander, sondern auch die Bewohner divergieren in ihren Interessen zunehmend. Wenn sich die Empfindung breit macht, Umweltschutz wird zum Vorwand, um zu dressieren, dann liegt Sprengkraft in einem Entschluss, der weder gut gemeint, noch gut gemacht scheint. Den temperaturneurotischen Eiferern sei Dank.