Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Alice Weidel geht auf Abstand zu ganz rechten Ansichten in der AfD – ‚Inakzeptabel'“ (aus: „Der Westen“ vom 26.08.2025)
Rund 98 Prozent der aktuell auf hiesigem Boden anwesende Flüchtlinge planen, sich perspektivisch bei uns einbürgern zu lassen. Diese neueste Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung kommt wenig überraschend. Und sie ist gleichzeitig Ausdruck einer wachsenden Pervertierung unseres Asylrechts. Denn Artikel 16a des Grundgesetzes war im Geiste geschaffen worden, politisch Verfolgten lediglich temporär Schutz bei uns zu gewähren, sie aber nicht dauerhaft in unsere Gesellschaft aufzunehmen, geht man doch davon aus, dass sich manch eine Ursache für das Verlassen der Herkunftsregion auf absehbare Zeit beheben lässt. Die nunmehr bekannt gewordenen Zahlen sind Zeugnis eines massiven Missbrauchs geltender Regeln. Das Verhalten der Betroffenen wird angeregt durch eine politische Atmosphäre seit dem Tabubruch durch Angela Merkel 2015, nach deren Regentschaft sich das Credo fortsetzte, eine Willkommenskultur zu prägen, die nicht etwa auf das kurzfristige Einnehmen der Rolle als Gastgeber bedacht war. Sondern welches uns zu einem Anziehungspunkt für Schicksalsgeplagte über den halben Globus machte, die nach einem besseren Dasein suchen.
Wenn ein Passdokument zur Ramschware wird, hat ein Land seine Identität verloren!
In Berlin erhält man das ehrwürdige Dokument mittlerweile durch einen elektronischen Antrag, Papiere werden im Akkord produziert. Nicht einmal mehr eine persönliche Vorstellung ist nötig, um damit sämtliche Möglichkeiten der Instrumentalisierung und Zweckentfremdung zu schaffen, die ein doch eigentlich so hohes Gut wie unsere Staatsangehörigkeit zu einer schlichten Verhandlungsmasse auf dem Basar von Gutmenschlichkeit und Nächstenliebe werden lässt. Ist es angesichts dessen tatsächlich diskutabel, warum Alice Weidel von „Passdeutschen“ spricht? Denn welche Eigenschaften bringen jene mit, die von Beginn an nicht auf Inklusion bedacht sind, sondern lediglich sozial und ökonomisch an unserem System partizipieren möchten? Schon die Statistiken aus der Vergangenheit machen deutlich: Waren noch 2016 rund 33 Prozent der erwerbstätigen Geflüchteten in einem Sprachkurs angemeldet, sank dieser Wert 2019 auf 10 Prozent. Nur etwa 46 Prozent der angefangenen Fördermaßnahmen wurden im Jahr 2023 tatsächlich erfolgreich absolviert. Laut Bundesrechnungshof sei dieses Resultat ernüchternd, zeigt es doch wenig Engagement und Anstrengung der Betroffenen auf.
Die Staatsangehörigkeit verlangt zumindest, die deutsche Sprache zu beherrschen…
Wir nehmen heutzutage jene in unser Volk auf, die kaum Leistungswille oder Assimilationsbereitschaft zeigen. Voraussetzungen dafür, dass wir sie nach Artikel 116 Grundgesetz als ebenbürtigen Teil unserer Gesellschaft begreifen, wurden nicht erfüllt, stellt doch die entsprechende Passage in der Verfassung einen direkten Zusammenhang zu § 6 BVFG her, in dem es heißt: „Deutscher Volkszugehöriger im Sinne dieses Gesetzes ist, wer sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestätigt wird“. Wer nicht einmal dazu im Stande ist, unsere Regeln, Sitten und Prinzipien zu achten, sich mit Brauchtum, Werten und Traditionen zu befassen, elementare Vokabeln zu lernen und sich adäquat verständigen zu können, lässt sich nur schwerlich als ein mit vielen Privilegien behafteter Bürger ausmachen, der sich mit den Wurzeln seines neuen Lebensraums im Einklang sieht. Wir sind nicht in der Situation, eine Bringschuld erfüllen zu müssen. Stattdessen dürfen wir Erwartungen postulieren, scheinen wir durch keinerlei Normierung oder Konvention zum Weltenretter verdammt.
Wer keine Bereitschaft zeigt, Interesse für seine neue Heimat zu entwickeln, muss gehen!
Die ehemalige Kanzlerin liegt mit all ihren untertänigen Narrativen über die Pflicht, unsere Arme auszubreiten und Fremde ohne Anspruch einzugliedern, ebenso falsch wie die gesamte „woke Community“, die unter Federführung von Robert Habeck Vaterlandsliebe „zum Kotzen“ findet. Wir brauchen endlich Politiker wie die Co-Chefin der AfD an der Spitze einer selbstbewussten, fordernden und sich nicht länger dem Ausverkauf hingebenden Nation, die Analogie, Repräsentanz und Identität Personen strikt verweigert und vorenthält, der ohne Anzeichen von Aufwand und Bemühen beansprucht, mit sogenannten „Biodeutschen“ gleichgestellt zu werden. Letztgenannte sind nämlich völlig abseits ihres Geburtsortes und der Zugehörigkeit zur autochthonen Mehrheit im Vorsprung, sondern haben oftmals ihr Leben lang Steuern und Beiträge gezahlt, sich an manch einem Wiederaufbau oder am Schaffen von Wohlstand und Prosperität beteiligt. Die Trennlinie verläuft also weder zwischen verschiedenen Ethnien noch „Rassen“, sondern entlang des Integrationsgrades, der mit der Zeit immer weiter sinkt, um diesbezüglich im krassen Gegensatz zur Zahl der ausgegebenen Ausweispapiere zu stehen.