Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Katholische Kirche: Bätzing tritt als Chef der Deutschen Bischofskonferenz ab“ (aus: „Junge Freiheit“ vom 19.01.2026)
Georg Bätzing verzichtet auf eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Für manch einen Beobachter kam diese Entscheidung überraschend, immerhin hatte man damit gerechnet, dass der Oberhirte von Limburg weitermachen würde. Und das, obwohl er in den eigenen Reihen höchst umstritten ist. Schließlich hatte er wie kein Zweiter die Reformen in der katholischen Kirche vorangetrieben, dabei aber stets den Vatikan übergangen, nicht selten Maßnahmen eingeleitet, die mit den Leitlinien aus Rom kaum zu vereinbaren gewesen sind. Ist der 64-jährige möglicherweise isoliert, wurde Druck auf ihn ausgeübt? Sein vehementes Verteidigen des Synodalen Weges, also eines nationalen Alleingangs mit Blick auf einen Prozess des Fortschritts und der Verwandlung, hat ihm zahlreiche Kritiker eingebracht. Denn er sah sich manchmal eher dem Aktivismus verschrieben denn der Bibel. Klima, Flüchtlinge, Geschlechter und der Zeitgeist waren maßgebliche Themen seiner Agenda, die in einer Epoche ausgedient zu haben scheint, in der sich die Verwerfungen zwischen dem Bewahren und Erneuern für jeden sichtbar auftun.
Seit Luisa und die Diakon*innen das Ruder übernommen haben, hilft nur noch ein Halleluja!
Immer weniger Gläubige hängen offenbar dem Wunsch an, dass das Christentum wokt. Ein Vaterunser unter dem Regenbogen, ein Ave Maria mit Luisa Neubauer. Daneben Unsummen für ein Rettungsboot, das vermeintlich Schutzsuchende aus Seenot befreien soll. Abgaben auf jede Tonne CO2, Ehe und Segen für sämtliche, die sich heute als Hafermilch und morgen als Gartenzwerg definieren. Die Heilige Schrift ächzt unter einem solchen Missbrauch ihrer Verse, hat Gott nicht nur die Völker an ihrem Platz angesiedelt, um massenweise Migration schon allein aus Gründen der begrenzten Ressourcen abzulehnen. Als Mann und Frau hat er uns geschaffen, daran lässt das Alte Testament keinen Zweifel. Und normalerweise sind es auch Evolution und Biologie, die von dieser Eindeutigkeit überzeugt sind. Doch seitdem wir eher fühlen statt denken, gibt es keine Normen mehr, sondern lediglich die Tagesform ist entscheidend. Beliebigkeit und Willkür, auch mit Blick auf die Auslegung der Bergpredigt. Jesus wird kurzerhand zu einem Linken erklärt, als ob er uns mit Planwirtschaft in den Ruin reißen wollte. Der Einsatz für Arme und Schwache ist nicht zu verwechseln mit Sozialismus.
Auch dem Papst dürfte es zu bunt geworden sein mit dem progressiven Hirten von Limburg…
Dass sich nunmehr jener von der großen Bühne der Öffentlichkeit verabschiedet, der mit seinem Konzept von größtmöglichem Progressivismus ausgedient hat, weil es wohl auch Papst Leo XIV. ein Dorn im Auge ist, wenn in Mitteleuropa jede Gemeinde macht, was sie will, um beispielsweise in einer Fernsehübertragung das geborene Kind in der Krippe als schleimiges Etwas darzustellen, könnte ein Befreiungsschlag werden. Denn eine Glaubensgemeinschaft lebt nicht von der Mode, sondern ihrem Fundament. Sie soll Orientierung und Stützpfeiler in stürmischen Phasen sein, gerade nicht das Fähnchen drehen, wie es die Gegenwinde erwarten. Das Abendland wird durch die massive Ausbreitung des Islams vor große Herausforderungen gestellt. Der Multikulturalismus erweist sich nicht als Bereicherung. Er ist auch eine Prüfung für die Beständigkeit unserer Traditionen, Brauchtümer, Ursprünge und Werte. Nur Standhaftigkeit kann wehrhaft sein, die Bereitschaft zur Adaption dürfte schnell für Unterwerfung herangezogen werden. Verlässlichkeit und Tugend statt Moralpredigt und Trend, diese Aufgabe steht vor dem Nächsten, der jetzt übernimmt.
Die Bibel warnt vor der Anpassung an den Zeitgeist, in Deutschland jedoch vergeblich…
Auch die Schäfchen werden eingestehen müssen, dass sie den Anschluss verloren haben an die globale Entwicklung, an die vermeintlichen Hardliner von Südamerika bis nach Fernasien, welche sich gerade nicht vereinnahmen lassen von NGOs, sondern auf den Spuren dessen wandeln, was in den einzelnen Buchstaben der Offenbarung geschrieben steht. Auf den unterschiedlichen Kontinenten lässt sich eine entgegengesetzte Bewegung zum Hype in unseren Breiten verzeichnen, die umkehrt zu den Wurzeln, nicht über das Stöckchen des Avantgardistischen springt. „Und passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist – was gut ist, was ihm gefällt und was vollkommen ist“, so sagt es der 1. Römerbrief nach der Übersetzung „Hoffnung für alle“. Die Torheit derer, die mitlaufen, sich in Ausschweifungen und Lastern dem Spott des Herrn hingeben, macht sie letztlich zu Sündern, die der Begierde frönen, um mit dem Futuristischen prahlen zu können. Dabei ist es nur noch peinlich, wie sehr man die eigene Provenienz leugnet.







