Diagnose „Schuldkomplex“: Um 25 Prozent mehr „deutschenfeindliche“ Straftaten, doch wir diskutieren einen Gedenktag zum Muslimhass!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „‚Gedenk- und Aktionstag gegen Islamfeindlichkeit‘: Schon der Titel führt in die Irre“ (aus: „Berliner Zeitung“ vom 13.01.2026)

Mittlerweile gedenken wir fast täglich irgendeinem Anlass. Nicht selten sind Sinn und Zweck solcher Termine höchst umstritten. Nun ist also auch die Debatte darüber entbrannt, ob es ein explizites Datum dafür braucht, vor Muslimfeindlichkeit in Deutschland zu warnen. Denn angeblich würden Menschen mit islamischem Bekenntnis mittlerweile strukturell benachteiligt, systematisch ausgegrenzt und pauschal verachtet. Die offiziellen Statistiken zeugen von einer deutlich gestiegenen Zahl an Strafanzeigen und Klagen wegen Beleidigung, Diskriminierung oder Gewalt. Zwischen 2023 und 2024 soll es um 26 Prozent mehr Vorfälle gegeben haben. Doch dieser Trend ist nicht einseitig und singulär. Der Antisemitismus legte ebenfalls um 21 Prozent zu, im Vergleich zum Anteil an der Gesamtbevölkerung ist das Risiko, wegen einer Kippa Opfer von Kriminalität zu werden, um 140 Mal höher als bei Menschen, die gen Mekka beten. Warum wohl, so die rhetorische Frage. Und auch wegen Angriffen auf Christen wurde häufiger ermittelt, ein Mehr von 22 Prozent.

Die Missgunst rührt aus dem schlichten Scheitern der multikulturalistischen Ideologie…

Eine isolierte Betrachtung, fokussiert auf die Nachfolger von Mohammed, die Anhänger des Koran, wird der Wirklichkeit nicht gerecht. Insgesamt zeigt sich die Gesellschaft sensibilisiert, die Rivalitäten sind nicht zuletzt ein Kollateralschaden des Multikulturalismus. Denn wo unterschiedliche Glaubensrichtungen, Traditionen und Brauchtümer auf einem geografisch begrenzten Raum zwanghaft miteinander vereinbart werden sollen, muss es zu Spannungen kommen. Insbesondere auch dann, wenn sich eine Religion als die auserwählte ansieht, die schon ihrem Namen nach auf Unterwerfung abzielt. Dass die Vorbehalte gegenüber dieser Lehre der Suren in der westlichen Welt derart gewachsen sind, hängt nicht zuletzt mit dem massiven Missbrauch eines Zeugnisses für ideologische Ziele zusammen. Die Anfälligkeit, im Namen von Allah Andersdenkende zu terrorisieren, scheint in der Gegenwart besonders hoch, weil Reformation und Säkularisierung nie stattfanden. Der Anspruch an Theokratie ist unvereinbar mit unserem Grundgesetz.

Gesichtsschleier als Ausdruck von Freiheit, das kann nur auf Unverständnis stoßen…

Letztlich wird immer offensichtlicher, dass die abendländischen Werte unter die Räder geraten, wenn sich beispielsweise die SPD vehement dagegenstemmt, die Vollverschleierung in unseren Sphären zu verbieten. Da werden die Straßen zum Ramadan beleuchtet, während Weihnachtsmärkte mit Pollern zu sichern sind. In der Fastenzeit werden Fußballspiele unterbrochen, damit Raum ist für Meditation. Gleichzeitig empören sich zugewanderte Eltern, wenn der Nikolaus unsere Kindergärten besucht. Der Minderheitenschutz ist ins Absurde getrieben worden, deshalb ist es kaum überraschend, wie viel Verärgerung und Wut sich aufgestaut haben. Hinzu kommt, dass das BKA mittlerweile eine Unterkategorie „deutschenfeindlicher“ Vergehen und Verbrechen führt. Und das nicht umsonst. Die dort registrierten Ereignisse erlebten jüngst einen Zuwachs um etwa 25 Prozent. Über einen solchen Trend wird dort geschwiegen, wo Lobbyismus wirkt. Der Sozialdemokratie wird eine besondere Nähe zu radikalen Strömungen nachgesagt, zum Duckmäusertum unter dem Halbmond.

Es gibt laut ÖRR keinen Rassismus gegen Weiße, aber Deutschenhass kennt das BKA…

Auch wenn es nach Auffassung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gar keinen Rassismus gegen Weiße gibt, offenbar nicht zuletzt deshalb, weil wir uns aufgrund der Geschichte alles bieten lassen müssen, sollten derartige Entwicklungen im eigenen Land schockieren, einander wachrütteln. Da werden auf offener Straße die Messer gegen uns erhoben, kommen Macheten zum Einsatz. Doch wer erinnert an all die Toten und Verletzten, welche von „traumatisierten Flüchtlingen“ in einem bisweilen fanatischen Feldzug von Hass und Missliebigkeit gegenüber dem eigenen Gastgeber hinterlassen werden? Wann gewähren wir ihnen ihr Momentum, das kollektive Innehalten, die Mahnung an die Mehrheit? Es ist dem Schuldkomplex zu verdanken, dass unsere gemeinschaftliche Identität, unser Selbstwert unter die Nulllinie gefallen ist. Wer aufbegehrt, wird mit dem Prädikat der Fremdenphobie abgestempelt. Wer Rouven Laur oder Michael Stürzenberger ins Gedächtnis ruft, gilt als „Nazi“. Kein Wunder, dass ein soziales Pulverfass zu bersten droht.