Der grausame Lynchmord von Lyon: Als der antifaschistische Slogan „Nazis töten“ kurzerhand zur Aufforderung wurde…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Nach Ausschreitungen in Lyon: Der Tod eines jungen Rechtsextremisten wühlt Frankreich auf“ (aus: „Süddeutsche Zeitung“ vom 15.02.2026)

„Nazis töten“, so findet man es auf vielen Aufklebern, Plakaten und Schildern, die auch auf hiesigen Demonstrationen im Umlauf sind. Stellen sie nun eine Aufforderung dar? Oder eine verquerte Nebelkerze? Wenn man sich den aktuellen Tod von Quentin D. am Rande einer Veranstaltung in Lyon vor Augen führt, muss der außenstehende Beobachter nahezu davon ausgehen: Beides. Die linksgerichtete Europaabgeordnete Rima Hassan war zu einem Ortstermin gekommen, hiergegen wandte sich das identitäre Kollektiv „Némésis“. Einer deren Sicherheitsmitarbeiter war der 23-Jährige. Auf brutale Weise richtete ihn eine Gruppe von mehreren Personen zu, die möglicherweise der antifaschistischen Organisation „Eteignions la flamme“ angehörten. Sie ist die Nachfolge einer bereits verbotenen Bewegung, die mit militanter Gewalt aufgefallen war. Und auch dieses Mal ging man brachial vor. Denn das Opfer erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma sowie Blutungen im Kopf, fiel ins Koma. Am 15. Februar 2026 wurde dann das Ableben vermeldet. Die Polizei ermittelte anfangs wegen Körperverletzung, nunmehr werden Mordmerkmale geprüft. Die Staatsanwaltschaft geht von einem vorsätzlichen Handeln aus, das Videos unterstreichen.

Da wird ein Mord zum „Todesfall“ umgedeutet, Täter und Opfer nur schleierhaft benannt…

Während Präsident Macron die Tat scharf verurteilte, relativierten zahlreiche Medien die Lynchjustiz eines extremistischen Mobs als „Schlägerei“. Immer deutlicher wird nicht nur in Frankreich, woher die Gefahr für die Demokratie tatsächlich rührt. Es wird nicht mehr davor zurückgeschreckt, den ideologischen Gegner bis aufs Äußerste zuzurichten. Da erinnert man sich an das Beispiel der „Hammerbande“, welches bei uns für Schlagzeilen sorgte. Erst jüngst wurde ein Mitglied in Ungarn verurteilt, die Hemmschwellen sinken, die Bereitschaft zum Eliminieren steigt. In einer Atmosphäre der Spaltung, welche vor allem dadurch geprägt ist, die gegensätzliche Meinung nicht länger zu akzeptieren, ein diametral anderes Weltbild unter keinen Umständen als legitim und gleichberechtigt zu erachten, kehrt die Barbarei zurück. Da prallen die Visionen einer vielfältigen, toleranten und multikulturellen Gesellschaft mit all ihren sozialen, wirtschaftlichen und prägenden Kollateralschäden auf die Überzeugung, eine angestammte Mehrheit zu erhalten, Brauchtümer und Traditionen zu wahren, das Feld nicht einer ungezügelten Migration zu überlassen, die letzten Endes zu Verdrängung, Ghettoisierung und Unterdrückung führt.

Frankreichs Antifa erlebt einen riesigen Zulauf, die Behörden sprechen von „Enthemmung“…

Die Pole von Chaos, Anarchie und Willkür einerseits, von Bewahrung, Ordnung und Ursprünglichkeit andererseits, sie scheinen unvereinbar. Und tatsächlich steht Europa an der Wegscheide. Welche Richtung soll dieser Kontinent einschlagen? Will er sich hingeben, einer Mentalität der offenen Grenzen unterwerfen, die zu Unkontrollierbarkeit führt? Oder möchten wir uns für die Heimat ins Zeug legen, sind unsere Nationen nicht etwa die Verteidigung wert, wie viel wollen wir uns gefallen lassen von denen, die Respekt und Akzeptanz nur gegenüber ihresgleichen kennen? Dass bisher Aufstände weitgehend ausbleiben, ist einer insgesamten Lethargie, einer Abstumpfung und Verzweiflung geschuldet. Denn es hat ein Trend zur Normalisierung eingesetzt. Verbrechen werden rationalisiert, weil sie mittlerweile auf der Tagesordnung stehen. Bei unseren Nachbarn nennt man sie die „Ultragauche“, die Tyrannen des schwarzen Blocks, welcher vor allem durch Brandstiftungen an der Infrastruktur, Angriffe auf Polizisten und massive Sachbeschädigungen auffällt. Seit 2016 nehmen die Delikte massiv zu, etwa 13.000 werden dem engeren Zirkel zugeordnet. Der Inlandsgeheimdienst spricht zunehmend von Enthemmung.

Auch in Deutschland schnellt die Zahl linksextremistischer Straftaten in die Höhe…

In Deutschland ist die Zahl vergleichbarer Verbrechen und Vergehen ebenfalls drastisch gestiegen. Allein von 2023 auf 2024 ein Plus um rund 38 Prozent. Doch die Ermittler sind blind, das Land Berlin hat ein eigenes Referat für Linksextremismus abgeschafft. Man konzentriert sich vollends auf Anhänger der AfD, während die Hauptstadt tagelang unter einem terroristisch herbeigeführten Stromausfall leidet. Prioritäten gehen an der Realität vorbei. Hilfe, wir verfolgen die Falschen, könnte man sagen. Denn die Gewichtung ist durcheinandergekommen. Alles, was von „den Guten“ kommt, ist im Zweifel ein Teil des Kampfes für „unsere Demokratie“. Da wird beschönigt und gerechtfertigt, während allein das Anbringen eines Deutschlandfähnchens im heimischen Blumenkübel das Ausrücken der Polizei bedeuten kann. Wo sind wir gelandet, wenn wir im Kreisverkehr nur noch links abbiegen? Der Drehschwindel ist spürbar, doch irgendwann wird uns die Einseitigkeit aus der Bahn katapultieren. Wenn die Verleumdung des Eigenen so rasant weitergeht, finden wir uns im Abseits wieder. Ob der Kipppunkt überschritten ist, lässt sich schwer sagen. Fakt jedoch bleibt, dass die Zeit gegen uns arbeitet. Jede Woche des Schweigens bringt uns näher an den Abgrund.