„Unser Evangelium ist grundsätzlich politisch“: Wie der neue Bischofskonferenz-Chef die Kirche zum Schwert des Linkslobbyismus machen will…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Heiner Wilmer ist der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz – wofür steht er?“ (aus: „Deutschlandfunk“ vom 24.02.2026)

„Die goldene Zeit der Geistlichkeit fiel immer in die Gefangenschaft des menschlichen Geistes“, betonte bereits Friedrich Schiller. Sprich: Den Kirchen geht es besonders dann gut, wenn sie den Verstand ihrer Schäfchen beschneiden können. Ein solches Manöver geschah mehrfach in der Geschichte. Und die Gegenwart bietet offenbar erneut die Gelegenheit, auf das freie Denken der Gläubigen Einfluss zu nehmen. Auch wenn die Mitgliederzahlen drastisch zurückgehen, so gibt es noch immer genügend Gottesdienstbesucher, die auf den Parteitag am Samstag verzichten, weil die Propaganda der Predigt am Sonntag mindestens genauso wuchtig ausfällt. Der erhobene Zeigefinger von der Kanzel, er ist wieder da, wenn er denn jemals verschwunden gewesen sein sollte. Und die Moral dürfte künftig noch lauter schwingen, hat die Deutsche Bischofskonferenz mit Dr. Heiner Wilmer am 24. Februar 2026 einen Theologen gewählt, der aus seinem Progressivismus keinen Hehl macht. Er zeigt sich offen, die sexuellen Lebenswirklichkeiten der Tagesaktualität anzuerkennen, will schwule und lesbische Paare ganz offiziell segnen. Die Frauenweihe begrüßt er, die Inklusion fordert er, die Diversität preist er.

Plötzlich trägt Jesus den Palästinenserschal am Hals, einen Regenbogen um die Hüften…

Als Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sieht der den Zölibat in seinem persönlichen Fall zwar als hilfreich an, will den Pfarrer von heute aber nicht mehr dazu verpflichten. Synodalität sei für ihn der einzig gangbare Weg, also das Einbeziehen sämtlicher Interessengruppen an der Basis. Man könnte auch sagen, der Aktivismus ist willkommen, die Tür für Lobbyisten steht weit. Echte Partizipation war ihm stets ein Anliegen gewesen, das Priestertum aller Laien. Nicht aus biblischen Gründen, sondern aus dem Prinzip erzwungener Reformen. Einerseits zu behaupten, Tradition wahren zu wollen, sie an anderer Stelle auf Teufel komm raus zu brechen, das ist nicht nur ein Widerspruch in sich. Sondern da vermischen sich Wasser und Wein, am Ende steht Dogmatik light. Es soll konservativ aussehen, aber der Liberalismus muss alles in Händen halten. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, meinte Jesus. Das Reich seiner Diener hingegen schon. Denn wie soll man den Appell anders verstehen, den Wilmer aussandte: „Wehret den Anfängen! Schützen wir unsere Demokratie!“? Da hätte man auch jede erstbeste „Oma gegen rechts“ auf die Kanzel stellen können, einen Politiker von Grünen oder Linken.

Von Vielfalt sexueller Lebensentwürfe bis zur größten Aufgabe der Menschengeschichte…

Das Tempo wird noch einmal angezogen, in dem man sich lossagt vom Kern der frohen Botschaft. Dort geht es um die Hinwendung zum Herrn allein, denn der Götzendienst ist ein Frevel. Dass ihn die Reden der AfD an dunkle Zeiten der Geschichte erinnern, ist ein typisches Beispiel von Projektion. Denn wer war es denn, der sich im Nationalsozialismus und während anderer Diktaturen den Regimen an den Hals warf? Sie trugen Talar und Pileolus, huldigten Kreuz und Monstranz nur noch aus Makulatur. Wilmer lässt keinen Zweifel: „Unser Evangelium ist grundsätzlich politisch“, unterstrich er 2025. Zur sogenannten Erderhitzung meinte er, dass „die Zeit drängt“. „Der Klimaschutz ist das größte Marktversagen in unserer Menschheitsgeschichte“, so der Tenor. Gerechtigkeit der Geschlechter müsse zur Normalität werden. Wie viele davon, ist allerdings nicht überliefert. Was wird wohl Papst Leo XIV. dazu sagen, dass der Kurs von Vorgänger Bätzing unvermindert fortgesetzt wird, Anpassung an Trend und Hype unter bundesrepublikanischem Glockengeläut längst Realität ist? In Rom scheint die Gangart des hiesigen Klerus weit mehr als nur ein Splitter zu sein, wohl eher ein handfester Dorn im Auge.

Die Schöpfung wird zur Verhandlungsmasse, das Evangelium zum Parteiprogramm…

Da will man die Teilhabe aller fördern, schließt Sympathisanten von Alice Weidel und Tino Chrupalla aus, weil man deren Pragmatismus für unvereinbar mit der Schönwetterideologie der heiligen Luisa hält. Man stellt die Schöpfung in Frage, weil neben männlich und weiblich nicht nur divers existiert, sondern gefühlt 57 andere Identitäten. Eigentlich war doch alles so wohlgemacht, bis plötzlich Windräder und Wärmepumpen die Landschaft verschandelten. Öl und Gas gelten als verpönt. Dabei sind sie natürliche Ressourcen, Propeller und Photovoltaik hingegen nicht. Da wird ein künstliches Paralleluniversum aus der Taufe gehoben, in der der Mensch macht, was er will. Er brandmauert sich in die Isolation, empfindet Nächstenliebe für sämtliche Völker, aber nicht für den Nachbarn, der „Blau“ wählt. Die Exegese der Schrift hat sich längst verselbstständigt, das Kruzifix zeugt nicht mehr vom Tod des später Auferstandenen, sondern von Regenbogen, Vielfalt und dem Esprit des Larifari. Mit dieser Agenda wird man weder einen Blumentopf noch die Gnade des Allmächtigen gewinnen. Doch dieser Anspruch scheint ohnehin längst obsolet geworden zu sein. Was zählt, ist wieder einmal der Hofknicks vor der Mode.