Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Wie die drei stärksten Parteien im Necker-Odenwald-Kreis das Wahlergebnis beurteilen“ (aus: „Fränkische Nachrichten3 vom 09.03.2026)
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hatte die AfD ein beachtliches Ergebnis erzielt. Sie konnte die Werte vom letzten Mal verdoppeln, machte sich auch im Westen endgültig zu einer Kraft, an der man kaum noch vorbeikommt. Nicht zuletzt dank des couragierten Einsatzes von vielen Kandidaten an der Basis war der große Vertrauensgewinn bei den Menschen möglich geworden. Und es gab einige Motivierte, die sich mit ganz besonders viel Hingabe für die Verbreitung von Ideen und Konzepten jener Partei stark machten, die in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer so oft degradiert und herabgewürdigt wird. Völlig unbeeindruckt davon zeigte sich beispielsweise Lukas Huber. Der gebürtige Buchener studierte Mathematik an der Universität Heidelberg und war lange Zeit in der Lokal- und Kommunalpolitik aktiv. Im Neckar-Odenwald-Kreis stellte er sich zur Abstimmung, erzielte ein überdurchschnittliches Resultat. Wohl auch deshalb, weil er über viele Wochen herausstach. Mit einem beispiellosen Engagement tourte er von einer Veranstaltung zur nächsten, präsentierte sich an unterschiedlichen Stellen mit Informationsständen, scheute nicht den Kontakt zum kleinen Mann, den Brückenbau zum ideologischen Gegner.
Lukas Huber machte den neugierigen Beobachter zum Protagonisten in seinem Wahlkampf…
Überdies ließ er die Nutzer in den sozialen Medien an fast jedem Termin teilhaben, kommentierte das tagesaktuelle Geschehen in Videos rhetorisch eloquent, inhaltlich pointiert und politisch zugespitzt. Dabei ließ er kein gutes Haar an den etablierten Herausforderungen, machte stattdessen klar, wofür er selbst steht. Bereits durch die Arbeit in der Jugendorganisation zu Höherem qualifiziert, gab es keinen Zweifel daran, dass er der richtige Anwärter für ein Mandat in Stuttgart ist. Auch wenn er am Ende den Platzhirsch der CDU nicht überrunden konnte, so ist man auch über Adelsheim und Walldürn hinaus auf ihn aufmerksam geworden. Bis nach Konstanz reichte seine beeindruckende Art, sein einnehmendes Wesen, sein couragierter Kopf. Und so ließ es sich Huber nicht nehmen, auf der aktuellen Mitgliederversammlung des AfD-Konzilstadtverbandes am 24. April 2026 mit einer neuerlich geschliffenen Rede auf die vergangenen Monate zurückzublicken. Für einen Moment färbte sich der Bodensee noch ein bisschen blauer, denn seine Worte hatten Substanz. Sie gaben jene patriotische Stimmung wieder, die in einer Gegenwart großer Zweifel, von viel Pessimismus und mangelnden Selbstbewusstseins nötig war.
Zutaten für den Erfolg: Authentizität, Bürgernähe und eine gehörige Portion Sachlichkeit…
Aus dem Norden des Ländles in den Süden gekommen, unterstrich er die kulturelle wie identitäre Komplexität im Südwesten, dessen Traditionen und Brauchtümer geschützt werden müssten. Dass er sich vollständig der Heimat widmet, dürfte sein Erfolgsrezept sein. Für ihn stehen die Interessen von Familien, mittelständischen Unternehmen, der arbeitenden Mitte im Zentrum. Sein Anspruch, über die Dörfer gereist zu sein, die Leute dort abgeholt zu haben, wo sie zu Hause sind, hat offenbar gepunktet. In einem kräftezehrenden und ausgiebigen Rühren der Werbetrommel ist er mit den unterschiedlichen Charakteren zusammengetroffen, lernte die Probleme vor Ort kennen, hörte sich die Sorgen derjenigen an, die ansonsten wohl niemand erreicht. Schon allein deshalb dürften ihm Authentizität, Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit bescheinigt werden. Und diese Resonanz erhielt er auch am Schwäbischen Meer. Der Fraktionsvorsitzende im hiesigen Kreistag, Michael Stauch, hob in seiner Ankündigung die unverwechselbare Aura von Huber hervor. Denn er liefert ein Gesamtbild, das stimmig ist, von Gestus über Habitus bis zu Erkennungsmerkmalen. Schließlich gab er sich stets kämpferisch, sah sich zu keinem Moment als Opfer tatsächlicher Anfeindungen.
Die AfD wird vor allem in den ländlichen Gebieten der Republik auf Absatz stoßen…
Sein Geist ist von Zuversicht und Hoffnung getrieben, er lässt sich weder kleinkriegen noch abbringen, weil er nicht nur an Gott, sondern ans Gewinnen glaubt. Auch die Analyse der Altersstrukturen, die Nachlese der Demoskopen haben ihn darin bestärkt, weiterhin mit den digitalen Medien zu hantieren. Sie scheinen ein wesentliches Vehikel im 21. Jahrhundert, um genau dort zu landen, wo die Suche nach Orientierung besonders groß ist. Das Setzen auf eigene Kanäle, das Ignorieren bekannter Zeitungen und Fernsehsender, verbunden mit einem positiven Gefühl von der Zukunft, dürfte mobilisiert haben. Besonders in den abgelegenen Gebieten lässt sich Klientel binden. Wo einst die Christdemokratie unangefochten vorne stand, tut sich mittlerweile Skepsis auf, ob man mit ihr noch etwas reißen kann. Da kommt eine Option nur allzu gelegen, die sich vital, ambitioniert und reformbereit gibt. Verkörpert mitsamt analytischer, direkter und konfrontativer Sachpolitik, der Forderung nach zuverlässiger Gesundheitsversorgung in der Breite, einem Stopp der energetischen Transformation, vehementem Fokus auf Allgemeinbildung, einer Restriktion bei Migration und an den Grenzen, einer wertgeschätzten Landwirtschaft, hinterlässt er Spuren, der „Badisch-Basierte“.








