Den Auftrag verfehlt: Journalistische Freiheit endet, wo Parteien mit ideologisch-persönlichen Lügenmärchen in ihrer Substanz erschüttert werden sollen!

Kommentar von Dennis Riehle

Momentan sind viele Kollegen wieder darum bemüht, den Spaltpilz in die AfD zu tragen. Nahezu toxisch soll er wirken, hat mir Journalismus allerdings wenig zu tun. Wenn sich die vierte Gewalt auf die Mission begibt, im Vorfeld mehrerer Landtagswahlen durch das bewusste Heraufbeschwören vermeintlicher Skandale, Distanzierungen und Konflikte den Eindruck zu erwecken, in der blauen Opposition werde mit harten Bandagen gegeneinander gekämpft, dann wird sie vom Beobachter und Kommentator zum Brandstifter und Aufrührer.

Je weiter der Wahlkampf voran rückt, umso mehr Phantasie entwickelt manches Medium…

Das Team um Ulrich Siegmund verbitte sich Auftritte von Björn Höcke, so will manch ein investigativer Reporter in Erfahrung gebracht haben. Nur komisch, dass man in Magdeburg und Tangermünde nichts davon weiß. Es ist keine Ente, keine Falschmeldung und kein Irrtum. Sondern der bewusste Versuch, mit einer schlichten Erfindung Unruhe zu erzeugen. Man könnte auch sagen, die schwarzen Schafe unserer Zunft haben wieder zugeschlagen. Bedauerlicherweise sind sie keine Ausnahme mehr, sondern fast die Regel.

Journalistisches Eingreifen in den Parteienwettbewerb muss im Geiste der Fairness geschehen!

Publizistisch tätig zu sein, das bedeutet, mit Wahrheit aufzuklären, zur Meinungsbildung beizutragen, den kritischen Spiegel vorzuhalten. Aber nicht um jeden Preis hineinzugrätschen, schon gar nicht in eitler Übertreibung oder konsequenter Lüge. Sich daran zu ergötzen, wie im Westen der Republik das gemäßigte Lager dem eigenen Ansehen einen Bärendienst erweist, indem es die Eskalation über einen Ausschluss von Mandatar Matthias Helferich auf die Spitze treibt, ist eine moralische wie berufsethische Untugend.

Wer seinen Beruf nur deshalb angetreten hat, eine bestimmte Kraft zu denunzieren, ist armselig!

Ich habe in meiner Rolle als Schreiberling keine Schadenfreude zu empfinden, schon gar nicht, wenn es in einem Klima der Polarisierung ausgerechnet die einzig nennenswerte Kraft jenseits des Einheitsgeklüngels an Geschlossenheit mangeln lässt, sich gar selbst zerfleischt. Vor allem bleibt es mir verwehrt, voreilig auf eine Seite zu wechseln. Ich mache dennoch keinen Hehl daraus, dass der Drang zum Bloßstellen von unliebsamen Parteifreunden und das Ausschlagen eines angeregten Kompromisses ein Armutszeugnis ist.