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In eigener Sache: Der Versuch der Einflussnahme auf meine AfD-Berichterstattung ist ein Angriff auf die Pressefreiheit – und völlig inakzeptabel!

Persönliche Stellungnahme als Kommentar zum Bemühen um Einschüchterung

Nach dem gestrigen Tag kann ich nicht so weitermachen wie bisher. Die Veröffentlichung eines Artikels über mögliche Missstände in Teilen des sachsen-anhaltinischen Landesvorstandes der AfD, in dem ich sämtliche berufsethische Standards eingehalten habe, weil ich beispielsweise vehement auf die Unschuldsvermutung verwies, aber auch den gesamten Tenor offen hielt, lediglich wiedergab, was mittlerweile aus unterschiedlichen Quellen zu erfahren ist, gleichsam ausdrücklich und klar kennzeichnete, dass Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gerade nicht direkt von im Raum stehenden Vorwürfen betroffen ist, hat zu massiven Reaktionen geführt. Und sie sind pikant bis paradox, weil entlarvend und erklärend zugleich.

Gleich mehrere Direktnachrichten und E-Mails sind eingegangen, die einen durchaus bedrohlich wirkenden Charakter aufweisen. Zusammenfassend müsse man „intervenieren“, so hieß es dort. Zumeist von verifizierbaren Absendern, von Dritten von „vor Ort“, nahm ich eine Einschüchterungstaktik wahr. Da sollte Einfluss genommen werden auf meine Kommentierung, obwohl sie nichts Falsches wiedergab, aber eben eine Wertung, die offenbar nicht jedem in der Alternative für Deutschland schmeckt. Es ist keinesfalls das erste Mal, dass ich dazu aufgefordert werde, anders zu schreiben, als ich dies in meiner publizistischen Verantwortung zur Aufklärung gewohnt bin. Man gerät immer wieder in den Blick von Scharfmachern.

Journalisten müssen mittlerweile täglich fürchten, in den Fokus der Parteien zu geraten…

Als ich mich für den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich einbrachte, erfuhr ich ebenso gravierenden Druck aus dem Lager um den Konkurrenten Dr. Martin Vincentz, der weit über übliche Kritik und Widerspruch hinaus ging. Man wollte mich zu einer neuen Sichtweise zwingen, zu einer abweichenden Auffassung überreden. Nicht nur in der Wortwahl wurden Grenzen überschritten. Auch jetzt steht wiederum eine Verletzung der grundrechtlich geschützten Pressefreiheit zur Debatte. Und das ist für mich mehr als eine Bagatelle. Da ist ein Punkt erreicht, aus dem ich Konsequenzen ziehen muss, denn so etwas habe ich in meinem Berufsleben noch nie erfahren. Denn eine derartige dreiste und freche Zensur hätte sich früher keiner getraut.

Erst kürzlich, als ich eine nahende Entscheidung des Landesverbandes der AfD in Baden-Württemberg kommentierte, teilte man mir über den dortigen Dunstkreis mit, dass ich künftig unter Beobachtung stehe. Wahrscheinlich auch deshalb, weil man Sorge hat, dass jede Form von Raunen für Markus Frohnmaier im Wahlkampf ungünstig daherkommen könnte. Wie passend, dass ich in durchgestochenen Interna vor einiger Zeit den Satz las: „Die Medien müssen sich halt entscheiden ob sie auf unserer Seite stehen oder nicht. Es gibt kein Zweifel dass sie für unsere Sache werben müssen. Wenn Journos später noch einen Job haben wollen müssen sie pro AfD sein. So einfach ist das“ (Originalschreibung beibehalten, Anm. d. A.).

Ich habe Sorge, dass die AfD autoritär abrutscht und den Journalismus abschaffen will…

Da sind wir dann nicht mehr weit von „Die Medien haben die Aufgabe, die Politik der Partei populär zu machen“ des Erich Honeckers. Mir wird angst und bange, wenn ich darüber nachdenke, dass die vierte Gewalt künftig zur Sprechpuppe der Alternative für Deutschland mutieren soll. Dann kann man die journalistische Branche tatsächlich abschaffen. Denn es würden Agitatoren und Propagandisten genügen. Schon jetzt baut man eigene Zeitungen, Kanäle und Sender auf, etabliert eine Gegenöffentlichkeit, die allerdings nicht unabhängig ist, sondern nach dem Munde reden möge. Man empört sich, wenn die Grünen beim ÖRR anrufen, doch auch man selbst will die Zügel in der Hand halten. Die AfD ist nicht besser, sie ist genauso wie der Rest.

Eine typische Doppelmoral, die hier sichtbar wird. Ich habe nun zwei Möglichkeiten: Entweder wechsle ich in den Modus der Konfrontation. Doch es ist nicht mein Stil, auf Teufel komm raus Affären und Skandale zu beschwören. Sensationsberichterstattung überlasse ich Kollegen. Oder ich entscheide mich stattdessen, mich künftig vor allem allgemeinpolitischen Themen zu widmen. Mein wohlwollender, konstruktiver und fairer Fokus auf die Alternative für Deutschland nimmt damit ein Ende. Das „blaue“ Band ist durchschnitten. Und auch für die Stimmurne gilt dasselbe. Denn wie flüsterte mir ein Vertreter aus der dritten Reihe: „Wir können auf deine Stimme gut und gerne verzichten“. Nun denn, ich lasse mich nicht zweimal einladen.

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