Diffamiert und bejubelt: „Apollo News“ wird zur gefürchteten Revolution, den Journalismus 2.0 in die Multimedialität 4.0 zu transformieren!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „‚Rechte Medienmacht eindämmen‘: So wird Apollo News auf der re:publica zum Demokratiegegner stilisiert“ (aus: „Apollo News“ vom 22.05.2026)

Was 2018 als Schülerblog begann, ist ziemlich rasch zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Mittlerweile als sogenanntes „rechtslibertäres“ Magazin von einer rot-grünen Diskreditierungswelle heimgesucht, hat sich „Apollo News“ zu einer kaum noch aus der alternativen Medienwelt wegzudenkenden Institution gemausert. Man versteht sich als Säule der Freiheit, legt seinen Fokus auf Themen wie den Mainstream, die Klimaideologie, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Migration, Bürokratie und westliche Werte. Mittlerweile erreicht man Millionen von monatlichen Aufrufen, beschäftigt etwa 20 bis 22 Mitarbeiter, finanziert sich vor allem über Spenden, Werbung und Investoren. Kein Wunder, dass dieses Konzept Neider und Argwohn auf den Plan ruft. Insbesondere auch deshalb, weil man im Stil nicht etwa hetzerisch daherkommt, sondern stets pointiert, durchaus emotional aufgeladen, vor allem aber modern, viral und in einem Rahmen der Gegenstimme zum staatlichen, angepassten wie politisch korrekten Einheitsklang einer sich immer weiter nach links orientierenden Presselandschaft Stellung bezieht. Originalität mit Neuartigkeit zu verknüpfen, lautet das Credo.

Neid und Missgunst beruhen auf der Fähigkeit von „Apollo News“, Viralität zu schaffen…

Da ist ein relevanter Spieler auf das Feld der aufmüpfigen Informationsquellen hinzugetreten, welcher das Potpourri der „Achse des Guten“, von „Junge Freiheit“ über „NiUS“ bis zu „Tichys Einblick“ optimal ergänzt. Er füllt eine Nische mit jungen, digitalen und nativen Journalisten, welche von Kritikern als Vorfeld für AfD-Positionen, als Gegner der vermeintlichen Zivilgesellschaft aus „Amadeu Antonio Stiftung“, Correctiv“, „Belltower.News“ oder „Der Spiegel“ betrachtet werden. Das Prädikat „Kampagnenplattform“ hat man inne, zeigt sich glücklicherweise davon völlig unbeeindruckt. In einer stoischen Gelassenheit lässt man Pöbelei des Antifaschistischen an sich abperlen, präsentiert Rückgrat und Courage, weicht nicht von dem Ideal zurück, Finger in der Wunde und Stachel im Fleisch zu sein. In einem professionellen Studio werden Interviews produziert, von Beginn an in Berlin-Treptow beheimatet. Es ist nicht übertrieben, die Kollegen als Fels in der Brandung von Meinungsfreiheit und Redevielfalt zu betiteln. Denn sie übernehmen jene Funktion, die bis vor einiger Zeit noch berufsethischer Auftrag der gesamten Branche war. Nämlich der Anspruch auf Wahrheit, Vollständigkeit und Sorgfalt.

Das Befördern einer Debatte, die ohne Scheuklappen und Korridore auskommt, weder Brandmauer noch Kontaktschuld kennt, dieses Ziel verfolgt man in brillanter Weise, nahezu als Galionsfigur, zu der man aufschauen kann. Auf der „re:publica“ 2026 war man jüngst wieder in Verruf geraten, wurde als eine jener Adressen benannt, die von „demokratischer“ Seite „eingedämmt“ werden müssten. Mit führenden Köpfen wie Gründer, Geschäftsführer und Chefredakteur Max Mannhart, der im Milieu von Kreuzberg aufwuchs, sich früh als Fan von Geschichte hervortat, als dynamisch, versiert, sachlich, ruhig und kämpferisch beschrieben wird, biografisch als Prototyp des Nachwuchses jenseits eingeebneter Ausbildungswege zu Ruhm und Ehre kam, prosperiert man ständig weiter. Zum engeren Zirkel gehört mittlerweile auch Benedikt Brechtken, seit kurzem neben Redakteur auch Chefkommentator im Haus, der die Karriereleiter vom Baumschüler zum Kolumnisten emporstieg, exzessiv gegen Subventionen, Parteienfilz und Planwirtschaft wettert, handwerkliche Bodenständigkeit und eine klare Stimme mitbringt. Fast schon ein mustergültiger Opponent, der nie von seinem Kurs abließ.

Mit hochkarätigen Köpfen wird es gelingen, letzte Nischen des Altjournalismus zu füllen…

Oder Daniel Gräber, ein überaus erfahrener Investigativ-Reporter, einst Ressortleiter „Kapital“ beim „Cicero“, bekannt für Recherchen zur AWO oder zum Atomausstieg, gilt nicht nur als Garant für Expertise, Seriosität, Verantwortung, Faktenbasiertheit und Tiefe. Sondern schenkt Glaubwürdigkeit, Stabilität wie Fachkunde gleichermaßen. Sie alle decken schnelle, direkte, kompromisslose und prinzipientreue Berichterstattung ab, welche die klassischen Merkmale zeitgemäßer Unkonventionalität mit Kommentar, Video und Enthüllung erfüllt. Bedroht von Widersachern, gefeiert und prämiert nicht nur von den eigenen Anhängern. Mut und Geradlinigkeit zahlen sich aus, da muss jemandem wie mir nicht bange sein, wenn es um die Fortschreibung von Schreibkunst, Analyse oder Öffentlichkeitsarbeit geht. Polarisierung mag ein Makel der Gesellschaft sein, sie ist aber auch Chance, eine Nachfrage zu bedienen, die angestaubte und konservative Köpfe wie mich mit ihrem überholt wirkenden Angebot von Ausführlichkeit, Hintergrund und Komplexität nie erreichen können, ohne sich zu verbiegen oder an Algorithmen, Zustimmung und Sichtbarkeit anzupassen. Wer heute en vogue sein will, muss flexibel, aber authentisch sein.

Wenn man selbst Abschied nimmt von seiner Leidenschaft, dann ist es gut, den Staffelstab in bestem Gewissen zu übergeben, sein Erbe in treue und verlässliche Hände zu legen, die mit ihrer Dynamik die Version 2.0 des Publizistischen exemplarisch auf die vierte Ebene revolutionieren. Sie haben nicht verschlafen, was der Markt erwartet. Reflexion und Individualität können ein entfremdetes Auditorium schlechter begeistern als hohe Produktionsqualität im kontroversen Raum. Ein motiviertes Kollektiv wird zum Zugpferd, das ältere Gäule hinter sich lässt. Seitdem ich mich mit dem Gedanken trage, auch aus Gründen der Gesundheit, allerdings vornehmlich im Bewusstsein, dass mein Zenit im Wettbewerb gebildeter, volksnaher und fragmentierter Professionalität überschritten ist, den Rückzug anzutreten, suche ich nach adäquaten Nachfolgern, die meine äußerst begrenzte Lücke schließen, die Reichweite übernehmen, in die Fußstapfen treten. Mit „Apollo News“ sind sie gefunden, da lässt es sich beruhigt zurücklehnen. Denn ihre Unabhängigkeit, Substanz, Kontinuität und Multimedialität sind in der Lage, das Tempo vorzugeben, Netzwerke zu schmieden. Mögen sie zu Garanten für ein Lauffeuer werden!