Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Regional – Neue AfD-Jugend in NRW: Das völkische Lager übernimmt“ (aus: „Tagesschau“ vom 17.01.2026)
Meine Güte, da hat sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk wieder einmal Wortgewalt und Verbalakrobatik aus der Mottenkiste bedient! Einem Kommentar des WDR zufolge, soll die neu gegründete Generation Deutschland in Nordrhein-Westfalen der „wehrhaften Demokratie ins Gesicht gelacht“ haben. Schließlich habe die Jugendorganisation auf der konstituierenden Versammlung darauf verzichtet, den Landesvorstand entsprechend einzubinden. Ausgerechnet jenen Dr. Martin Vincetz, der massiv in der Kritik steht, mit einem Parteiausschlussverfahren gegen den beliebten Abgeordneten Matthias Helferich vorzugehen, um seine Machtkonzentration zu sichern, den elitären Zirkel um sich zu scharen, sich in Mäßigung dem etablierten System anzubiedern, statt völkischen Rufen von der Basis gehört zu schenken. Da machen sich Journalisten also zu Handlangern eines äußerst umstrittenen Fraktionschefs, der massiv Gelder aus den Mitgliedsbeiträgen dafür verwendet, gegen die eigenen Leute zu klagen.
Der AfD-Nachwuchs hat Parteichef Dr. Martin Vincentz bereits eindrücklich abgewählt!
Dass er nicht besonders gern gesehen ist bei einem Nachwuchs, dem Patriotismus und Stolz am Herzen liegen, der nichts davon hält, sich von der Identität zur Heimat nur deshalb zu distanzieren, weil es der Verfassungsschutz verlangt, verwundert indes kaum. Nicht einmal ein Grußwort durfte er sprechen, so lautet der Vorwurf. Für den außenstehenden Betrachter ist es eine Klatsche, die den 39-Jährigen ereilte, ihm gegenüber immenses Misstrauen zum Ausdruck brachte. Bald schon stehen innerparteiliche Wahlen an, die Lager wollen sich in Position bringen. Die Heranreifenden haben ein klares Bekenntnis abgegeben, dass sie sich Veränderung an der Spitze wünschen. Sie posierten mit jenen Vertretern, die für konsequente Remigration und innere Sicherheit einstehen. Machten Fotos mit dem Bundestagsmandatar, der unter anderem deshalb mit Ordnungsmaßnahmen überzogen wird, weil er sich selbst, auf eine linke Provokation hingebend, ironisch und sarkastisch als das „freundliche Gesicht des NS“ bezeichnet hatte.
Der Bumerang des Komplotts gegen Matthias Helferich musste irgendwann zurückschlagen…
Es wirkt so, als hätten alte Kamellen ausgedient, die ohnehin nur Dauerempörte in Wallung brachten, der ernsthaft glaubte, hier sympathisiere irgendjemand mit den Nazis von früher. Dass Vincentz den Termin am 17. Januar 2026 vorschnell verließ, wirkt gar wie eine Flucht vor der Realität. Sein Rückhalt bröckelt, die Anhängerschaft schrumpft. Sein Dunstkreis kann offenbar nur noch mit Drohungen zusammenhalten und agieren, beklagte das Schiedsgericht den Versuch der Einschüchterung. Im Ergebnis machte sich die Aversion auch in Zahlen deutlich. Der vom Landesvorsitzenden favorisierte Manuel Krauthausen unterlag mit 88 zu 175 Stimmen deutlich gegen Luca Hofrath. Letztgenannter gilt als Ziehsohn von Helferich, wird also künftig der GD im Westen vorstehen. Man kann es als ausgleichende Gerechtigkeit auffassen, was am vergangenen Wochenende in Iserlohn geschah. Eine Art Retourkutsche, indem die Mehrheit jene ignorierte, die sich bislang über die Interessen der Vertreter eines stringent rechten Kurses hinwegsetzten.
Nicht die Demokratie hat verloren, sondern die Basisbeteiligung hat gewonnen, lieber WDR!
Nein, hier haben nicht die Autoritären gewonnen, wie es plump von staatstreuen Medien behauptet wurde. Sondern es war ein Akt gelebter Beteiligung, dass ein Klientel unbehelligt seine Meinung äußern konnte, welches voreilig in eine extremistische Ecke gedrängt wird. Nicht die vierte Gewalt bestimmt, was verfassungswidrig ist, sondern allenfalls die dritte. Die Schlappe für Vincentz ist kein Rückwurf für die Pragmatiker, sondern eine Kampfansage mit Blick auf Filz und Kungelei. Allzu lange durften Strategen gewähren, die sämtliche Kritik an ihrer Führung durch Repression zu unterbinden bemüht waren. Als ich mich in meinen Zwischenrufen mit der Causa Helferich publizistisch befasste, da trudelten in meinem Postfach E-Mails ein, die mich überzeugen wollten, auf den linken Weg zurückzukehren. Ich weiß sehr gut, mit welch unlauteren Mitteln dort gespielt wird. Und deshalb bin ich auch ganz persönlich froh über die Entwicklung, welche jene in Schranken weist, die über die Stränge schlagen.







