In diesen Tagen ereilt mich eine ziemlich ernüchternde Erkenntnis. Ich bin also Journalist geworden, um 2026 von einem Sprecher des Auswärtigen Amtes in einem kollektiven Rundumschlag grinsend und spöttisch mit einem Sanktionsregime bedroht zu werden, sollte ich mich abweichend von der Erzählung äußern, Russland sei allein für den Krieg verantwortlich, die NATO treffe keine Schuld, die Ukraine müsse Mitglied der EU werden, Moskau ist böse, Kiew unser Freund.
Artikel lesenSchlagwort: Journalismus
Die künstlich generierte Scheinwelt auf dem Mainzer Lerchenberg: Wenn die Wahrheit nicht passt, werden Bilder passend gemacht…
Wer hätte noch vor ein paar Jahrzehnten gedacht, dass es einmal das ehrenwerte „heute journal“ sein würde, welches unter Journalisten zum Paradebeispiel dafür wird, wie man seinen Beruf nicht ausübt. Ehemalige Moderatoren und Sprecher dürften sich wohl im Grab umdrehen, müssten sie miterleben, wie eine Redaktion um Dunja Hayali die spätabendliche Nachrichtensendung für ihre ideologischen Zwecke missbraucht. Mittlerweile reiht sich ein Skandal an den nächsten, da ist die jüngste Entgleisung nur eine Unglaublichkeit von vielen.
Artikel lesenEine Frage von Ethik und Medienökologie: Jeder darf Journalist sein, doch wie viel Regellosigkeit verträgt eine Informationsgesellschaft?
Jüngst ermutigte der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, auf der Plattform X dazu, nicht länger Fernsehen und Zeitungen zu glauben, sondern in den sozialen Medien nach der Wahrheit zu suchen. Er ist nicht der einzige Vertreter, der aktuell eine Art von Jedermannspresse fordert. Und zweifelsohne hat es gute Gründe, dass beispielsweise die Bezeichnung „Journalist“ in Deutschland rechtlich ungeschützt ist. Gleichzeitig bedeutet diese Toleranz gegenüber einem gewissen Label keinesfalls, dass mit dem Titel Schindluder getrieben werden kann.
Artikel lesen„Rechtsradikaler“, „Trommler“, „AfD-Krakeeler“: So viele Liebesbeweise altehrwürdiger Kollegen, die mich besser kennen, als ich mich selbst…
In einem von politischer Polarisierung geprägten Journalismus des Jahres 2026 brauchst du keine Feinde mehr, wenn du Kollegen hast. Denn dann nimmt man sich wechselseitig die Butter vom Brot. Wenn nicht sogar zu härteren Bandagen gegriffen wird. „AfD-Krakeeler“ und „Rechtsradikaler“, mit diesen Prädikaten werde ich aktuell versehen. Berufliche Wegbegleiter aus der Vergangenheit scheinen nicht verwinden zu können, dass ich ihr Lager verlassen habe. Immerhin habe ich mich ursprünglich einmal links definiert.
Artikel lesenDie Rolle des Journalismus in Wahlkampfzeiten: Es braucht ein Mindestmaß an Unbefangenheit, um Chancengerechtigkeit zu garantieren…
Die Zeit vor einem Urnengang ist nicht nur für die Parteien herausfordernd. Sie bemühen sich darum, auf verschiedenen Kanälen und mit den unterschiedlichsten Instrumenten, den Souverän zu erreichen. Wesentlicher Multiplikator ihrer Botschaften sind dabei nicht zuletzt die Medien. Entsprechend kommt der vierten Gewalt, insbesondere in einer solchen Phase von Mobilisierung und Informationsverbreitung, maßgebliche Verantwortung zu. Sie kann unter Beweis stellen, wie ernst sie es mit dem grundgesetzlichen Anspruch der Chancengerechtigkeit nimmt, der auch im Pressekodex seinen Niederschlag findet.
Artikel lesenDie Sorge vor dem Bedeutungsverlust des unabhängigen Journalismus: Als parteipolitisches Sprachrohr will ich nicht enden!
Man kann froh sein, wenn man seinen Beruf nicht nur als eine Pflicht betrachtet, sondern ihn mit Leidenschaft ausübt. Und so hätte ich nie daran gedacht, irgendwann einmal Skepsis zu hegen, dass meine damalige Entscheidung, Journalist werden zu wollen, die richtige gewesen ist. Doch im Augenblick fühle ich mich leer an, man könnte von einer Sinnkrise sprechen. Vielleicht ist auch ein Stück weit das neumodische Burnout dabei. Denn über Jahre hinweg habe ich mich bemüht, mit Tiefe und Analyse zu kommentieren.
Artikel lesenSchämen Sie sich, Florian Hager! Wie der ARD-Vorsitzende mit der Fiktion journalistischer Unantastbarkeit Demokratiedefizite beweist…
Ich gebe zu, eigentlich nie daran gedacht zu haben, mich irgendwann einmal für meinen Beruf schämen zu müssen. Doch nicht erst, seit sich der ARD-Vorsitzende zu einem Seitenhieb von Bundestagspräsidenten Klöckner einließ, bin ich einigermaßen außer mir, mit welcher Dreistigkeit manch ein Kollege den Journalismus vor die Wand fährt. Nein, Florian Hager, Sie verkörpern nun wahrlich nicht, was unsere Branche an Idealen zu bieten haben sollte.
Artikel lesenErst Robin Alexander, jetzt Jan Philipp Burgard: Befindet sich die semikonservative WELT-Gruppe im personellen Aufbruch nach mäßig links?
Er soll sich nach der Weihnachtsfeier 2025 unangemessen verhalten haben, so berichten es mittlerweile auch internationale Medien. Der einstige Chefredakteur der WELT-Gruppe, Jan Philipp Burgard, hat Anfang Januar seinen Posten geräumt. Offiziell gab er für diesen Schritt gesundheitliche Gründe auf einem Rückflug aus dem Urlaub an. Doch es war das linke Hetzportal „Correctiv“, das seit Tagen mit dem Hashtag #tiefgarage in den sozialen Medien andeutete, was nunmehr offen im Raum steht.
Artikel lesenLikes oder Loyalität: Wie das fragwürdige Medienverständnis der AfD kritischen Journalisten letztlich nur zwei Optionen lässt…
Welche Funktion nehmen Medien in einem demokratischen System ein? Der frühere „Tagesthemen“-Moderator Hanns Joachim Friedrichs hatte hierzu eine klare Auffassung. Ein Journalist dürfe sich mit keiner Sache gemein machen, sei sie noch so gut. Ich teile diese Haltung nur bedingt. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung der Gesellschaft, einer wachsenden Schieflage zwischen Mächtigen und Opposition, gibt es durchaus eine Verantwortung, im Sinne der Chancengerechtigkeit den Benachteiligten eine Stimme zu geben.
Artikel lesenKommt Ihnen das bekannt vor, Herr Günther: „Die Presse muss die Partei unterstützen, um die ‚Feinde der Demokratie‘ zu bekämpfen“?
Sehr geehrter Herr Günther, Sie haben sich in den letzten Tagen zu rechtfertigen versucht. Und nein, niemand, der sich schon länger mit Ihnen beschäftigt, hat Sie in der Sendung von Markus Lanz falsch verstanden. Sondern jeder Kenner und Beobachter weiß ganz genau, was Sie sagen wollten, was Sie gesagt haben. Auf die Frage nach möglicher Zensur und einem Verbot von Nachrichtenportalen wie „NiUS“ kam ein kurzes und klares „Ja“.
Artikel lesenAm Ende von 2025 Lob, Dank und Respekt: Kollege Felix Perrefort gehört für mich zu den medialen Glanzlichtern dieses Jahres!
Zum Jahresschluss kommt man ins Nachdenken. Und auch ich überlege, wer oder was mich in den letzten Monaten besonders beeindruckt hat. Hängen geblieben bin ich bei einem Kollegen, der mit der investigativen Recherche und seiner Leidenschaft für eine pointierte Debattenkultur wichtige Bezugspunkte für manch einen Journalisten gesetzt hat, der nach Beispielen für integre Arbeit Ausschau hält.
Artikel lesenWenn Zeitungen eine Mission haben: Wie sich die AfD in Konstanz dem „Südkurier“-Versuch von Skandalisierung und Haarspalterei widersetzt!
Es gibt eine Mentalität unter Journalisten, die mir stets fremd gewesen ist. Da stehen offenbar einige Kollegen morgens vor dem Spiegel, um sich auf die Schulter zu klopfen, dass sie heute wieder eine Affäre über die AfD ans Tageslicht befördern werden. Hier geht es weniger um eine seriöse Aufklärung von tatsächlichen Missständen, sondern die ideologisch motivierte Skandalisierung von Belanglosigkeiten, um der Einseitigkeit, Verzerrung und Unvollständigkeit willen.
Artikel lesen


















