Großer Schlagabtausch kurz vor Toresschluss: Wie AfD-Direktkandidat Steffen Jahnke den Konstanzer Herausforderern Paroli bot…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „SÜDKURIER-Wahlarena: Die Kandidaten für den Wahlkreis Konstanz im direkten Vergleich“ (aus: „Südkurier“ vom 24.02.2026)

Kurz vor dem Urnengang in Baden-Württemberg scheint zwar einerseits die Sache entschieden, dass Manuel Hagel mit seiner CDU den ersten Platz holen dürfte. Doch dahinter ist das Rennen weiterhin offen. Grüne und AfD duellieren sich, das Rennen scheint längst nicht geschlagen. Umso mehr legen sich auch die Direktkandidaten vor Ort ins Zeug. Vom Hochrhein bis nach Hohenlohe wird um die Zustimmung des Souveräns geworben. Selbst am letzten Zipfel der Republik ist man in die Zielgrade eingebogen. Regelmäßig veranstaltet die Lokalzeitung SÜDKURIER eine entsprechende Wahlarena. Dieses Mal trafen die örtlichen Anwärter auf ein Abgeordnetenmandat in Stuttgart im Konstanzer Bodenseeforum aufeinander, um sich den Fragen der Redakteure zu stellen. Insbesondere von Bedeutung waren demnach die Äußerungen von Steffen Jahnke. Der Vertreter der Alternative für Deutschland ließ sich zu den Themen Wirtschaft, Migration, Energieversorgung und Bildung ein. Und er markierte diesbezüglich deutliche Unterschiede zu den Herausforderern, die im Zweifel ausschlaggebend sein können, wo der Bürger sein Kreuz setzen wird.

Der größte Ballast für Wirtschaft und Industrie bleibt die überbordende Regulierung…

Der 57-Jährige betonte vor allem die Notwendigkeit von Deregulierung als oberste Priorität, um Wachstum zu generieren. Die Nebenkosten müssten sinken, damit es sich wieder lohne, Leistung zu zeigen. Das unternehmerische Handeln dürfe nicht von Paragrafen erdrückt werden, Innovation schaffe man vor allem durch weniger Bürokratie. Ein schwerer Ballast sei die hohe Arbeitslosenquote, welche nicht zuletzt Ergebnis einer ideologisch verordneten Klimapolitik sei. Die exorbitanten Kosten für die Transformation schlagen sich auf die Preise für den Strom nieder. Es sei eine Sackgasse, auf Windräder zu setzen. Diese verschandelten nicht nur die Umgebung, bedrohten somit auch den Tourismus. Sondern sie seien abhängig vom Wetter, in Herstellung und Entsorgung nicht besonders nachhaltig. Stattdessen brauche es eine Rückkehr zur Technologieoffenheit, in Sachen Kernkraft tue sich viel. Hier müsse die Forschung abgewartet werden, dann ließen sich möglicherweise auch Fragen des Atommülls lösen. Schließlich sei die Entwicklung weit fortgeschritten, doch auch die Wissenschaft sollte von Ideologie, Bevormundung und Einflussnahme unbehelligt bleiben.

Der Bund öffnet die Grenzen, doch die Kommunen sollen für die Kosten aufkommen…

Wenn es um die Finanzierung von Infrastruktur und Bildung gehe, so bestehe zunächst einmal kein grundsätzliches Einnahmeproblem, auch wenn die Weiterreichung von Steueraufkommen zwischen Bund und Ländern optimiert werden müsse. Stattdessen sieht Jahnke die Krux nicht zuletzt darin, dass Berlin entscheide, in den Regionen müssten die Beschlüsse dann aber finanziell umgesetzt werden. Wer bestellt, solle auch zahlen, betonte der ursprünglich in Görlitz geborene Betriebswirt. Wer sich ehrlich machen wolle beim Haushalt, käme nicht um die Wahrheit umhin, dass man sich in zahlreichen Bereichen wegbewegt habe von den Kernaufgaben, mit der Gießkanne vorgehe. Sicherlich lasse sich durch Digitalisierung eine Menge einsparen, doch das Problem bestehe darin, dass man ziemlich willkürlich subventioniere, gefördert und verteilt werde ohne Konzept. Weitgehend brach liege der Fokus auf die Schulen. Wenn sich Betriebe darüber beschwerten, dass der Nachwuchs nicht einmal mehr zusammenrechnen könne und die deutsche Sprache kaum beherrsche, dann dürfe man sich wenig verwundert zeigen, dass Fachkräftemangel bestehe, die Erwerbsquote sinke.

Gerade in der Grenzregion bestehe die Aufgabe darin, Fachkräfte wieder zurück zu werben…

Ohnehin würde die Praxis zu kurz kommen, auch das Handwerk und der Meister sollten wieder die gebührende Anerkennung erhalten. Es müssten die verschiedenen Wege respektiert werden, zu einem Abschluss zu kommen. Die Rahmenbedingungen stimmten nicht mehr. Dieser Umstand belaste auch das Gesundheitswesen. Gerade in unmittelbarer Nähe zur Schweiz würde Pflegepersonal abwandern. Entgegenwirken sollte man mit einem Sozialfonds, unterstrich der Referent des Landtagsmitglieds Bernhard Eisenhut. Ohne Neuverschuldung könnte damit die Standortattraktivität erhöht werden. Man müsse sich bemühen, die eigenen Leute wieder ins „Ländle“ zurückzuholen. Ob mit steuerlichen Anreizen oder konkurrenzfähigen Vertragsverhältnissen. Hierfür bedürfe es der Entlastung unserer klammen Kassen, beispielsweise durch eine konsequente Ausgabe von Naturalien statt Geld für Flüchtlinge. Es sei vollkommen übertrieben, ein Bild des Kollapses für Industrie und Gemeinwesen zu zeichnen, würde man restriktiver gegen illegale Zuwanderung vorgehen. Die Zuständigen vor Ort müssten das Heft des Handelns übernehmen, so der abschließende Tenor.