Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Heizungsgesetz-Überarbeitung für Anfang 2026 geplant – was sich dann für Sie ändert“ (aus: „Merkur“ vom 30.12.2025)
2026 dürfte vor allem für Besitzer von Altbauten in Deutschland gravierende Auswirkungen haben. Denn das sogenannte Heizungsgesetz schlägt nun in seiner vollen Wirkung durch. Bis zum 30. Juni müssen große Kommunen mit über 100.000 Einwohnern eine eigene Wärmeplanung vorlegen. Ab diesem Augenblick gilt die sogenannte 65-Prozent-Regel für verbindlich beim Einbau frischer Geräte in Bestandsgebäude. Bei einem Austausch oder irreparablen Schäden ist also künftig ein System zu nutzen, das zu rund zwei Dritteln mit regenerativen Energien auskommt. Mit Öl oder Gas betriebene Lösungen sind ab diesem Moment ausgeschlossen, ab 2029 werden ohnehin moderne Ressourcen wie der „grüne“ Wasserstoff in den bestehenden Leitungen beigemischt.
Technologieoffenheit besteht lediglich in der Theorie, in der Praxis überwiegt der Zwang…
Bisher ist nicht erkennbar, dass die derzeitige Koalition das Versprechen, die Paragrafen grundlegend zu überarbeiten, in den ersten Monaten des Jahres einlöst. Die SPD tritt auf die Bremse, will die Klimawirkung unbedingt beibehalten. Damit bleiben Verbote schlicht unausweichlich, die Pflicht zu bestimmten Alternativen ist faktisch gegeben. Und es ist keinesfalls eine Märchenerzählung von rechts, dass manch ein Eigenheimbesitzer in den wirtschaftlichen Ruin getrieben wird, seine Altersvorsorge abgeben muss, um den jetzigen Anforderungen gerecht zu werden. Denn die ökosozialistische Planwirtschaft kennt keine Gnade. Stattdessen werden wir zur Besänftigung von Petrus das Bankkonto räumen müssen, wenn Bärbel Bas es will.
Die vermeintliche Technologieoffenheit entpuppt sich in Wahrheit als ein Zwang zur Wärmepumpe, weil es in der Breite an Optionen fehlt. Hybrid- oder Biomasseheizungen scheinen bislang nicht auf derart fortgeschrittenem Stand, in der Peripherie ohne größere Hürden einsetzbar zu sein. Netzleitungen aus einer zentralen oder dezentralen Quelle dürften für viele Städte nicht rentabel sein. Ob sich H₂-ready-Gasheizungen durchsetzen können, muss schon allein deshalb angezweifelt werden, weil erst jüngst massive Zweifel an der preislichen Effektivität aufkamen. Doch die Umwälztechnik erweist sich ebenfalls als massiv störanfällig, kommt es nicht zuvor zu umfassenden Dämmungen, um die notwendige Vorlauftemperatur zu senken.
Die Kosten betreffen nicht nur die Wärmepumpe, sondern Ausgaben für massive Vorarbeit…
Ohne zusätzliche Sanierung steigen die Stromkosten, während der Wirkungsgrad sinkt. Die Amortisationszeit zieht sich in die Länge, Ausgaben werden nicht selten erst nach Jahrzehnten durch erste Einsparungen kompensiert. Gerade die ältere Generation dürfte es kaum noch miterleben, dass das gesamte Gebaren für sie zum Vorteil erwächst. Allein die Anschaffung fällt mit 20.000 bis 40.000 Euro zu Buche. Förderungen können diesen Beitrag nur bedingt auffangen. Dach, Fassade und Keller sind häufig abzudichten, Fenster zu erneuern, Heizkörper anzupassen und ein hydraulischer Abgleich vorzunehmen. Allein hierfür sind zwischen 50.000 und 70.000 Euro aufzubringen, also allein für das Instandsetzen, damit sich die Wärmepumpe überhaupt wohlfühlt.
Zwischen mindestens sechs und fünfzehn Jahren werden vergehen, ehe sich der positive Nutzen bemerkbar macht. Bis dorthin wird der erste Rentner nur deshalb Flaschen sammeln müssen, weil die ökologische Transformation finanziert werden möchte. Da dürfte sich eine Nischenbranche dumm und dämlich verdienen an den Entwürfen auf dem Reißbrett von Robert Habeck, an denen Friedrich Merz weiter zeichnet, statt den Radiergummi anzusetzen. Das Narrativ von der menschgemachten Armut ist deutlich realistischer als die Horrormärchen von einer anthropogen verursachten Erderhitzung. Dass sogar Experten in der Praxis die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil sie im Chaos der Regeln und Bürokratie den Überblick verlieren, ist dabei nur ein einzelner, fader Beigeschmack.







