Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Auf uns mit Gebrüll – Spalte und herrsche: Wie sich das BSW selbst zerfleischt“ (aus: „Süddeutsche Zeitung“ vom 20.01.2026)
Gerade noch junge Vorhaben sind darauf angewiesen, dass ihr Name und ihre Inhalte von couragierten Unterstützern in die Welt getragen werden. Es braucht bereitwillige Multiplikatoren, die für die Sache werben. Ohne sie kommt kein Schwung in ein Projekt wie das BSW, das nach dem Potsdamer Koalitionsbruch durchstarten will. Und so kann man an der Spitze froh sein über jene, die an der Basis freiwilliges Engagement zeigen. So etwa der sich selbst als „linkskonservativ“ beschreibende Kommunalpolitiker Robert Meier aus Berlin. Mit einem beeindruckenden Bekenntnis zum Frieden macht er nicht nur in den neuen Medien auf sich aufmerksam. Seine Positionen sind unter anderem auf der Plattform X unverkennbar, mit denen er sich vehement vom etablierten System abgrenzt, um gleichzeitig euphorisch und bejahend hinter jenem Bündnis zu stehen, das sich künftig – auch dem Titel nach – vermehrt für soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft einsetzen wird. Man könnte von einem Parteisoldaten sprechen, allerdings im besten Sinne.
Engagement und Leidenschaft auf kommunaler Ebene: Das Rückgrat einer jeden Jungpartei!
Ohne Unterlass setzt er sich für Diplomatie statt Eskalation ein, lehnt Kriegskredite ab, insbesondere im Kontext der Ukraine, der er scharfe Anwürfe hinsichtlich der „Nord-Stream“-Sprengung macht. Der Wohlfahrtstaat sei eine der größten Errungenschaften, was die Absicherung im Falle von Schicksal, Krankheit oder Jobverlust angehe, betont die Nachwuchshoffnung. Damit diese auch weiterhin gelingen könne, brauche es eine klare Begrenzung der Migration. Da geht es um die strikte Anwendung des Asylrechts, um kontrollierte Grenzen, um Schutz ausschließlich für jene, die tatsächlich verfolgt werden, gleichzeitig Bereitschaft zeigen, sich in unsere Kultur einzugliedern. Hinsichtlich der Ablehnung des Neuauszählungsantrags zur Bundestagswahl beklagt Meier den fehlenden Willen zur Transparenz, macht diesbezüglich auch Kanzler Merz Vorhalte. Immerhin wissen wir bis heute nicht genau, ob er legitim im Amt ist. Denn dem CDU-Mann würde es an einer Mehrheit fehlen, hätte das BSW die knappe Fünf-Prozent-Hürde doch noch geschafft.
Auch im Bundesvorstand haben die weitsichtigen Linkspragmatiker eine wichtige Stimme!
Und es gibt auch in prominenter Stellung geradlinige Charaktere, die den Violett-Orangenen – gerade auch nach dem Befreiungsschlag von Brandenburg – ein markantes Profil geben. Erwähnt sei beispielsweise der stellvertretende Vorsitzende auf Bundesebene, Christian Leye. Er gilt als eine der einflussreichsten Figuren, wird als enger Vertrauter von Initiatorin Sarah Wagenknecht wahrgenommen. Strategisch wie ideologisch gibt er Richtung vor, war lange bei der Linken aktiv, wechselte jedoch zusammen mit Amira Mohamed Ali zwischen Oktober 2023 und Januar 2024 als Mitgründer und erster Generalsekretär zum BSW. Programmatisch gibt sich der 44-Jährige antiimperialistisch, bringt sich aktiv in die Debatte um Vermögens- und Erbschaftssteuer ein, trennt sich klar von einem woken Liberalismus der Grünen ab. Auch er fragt, warum wir Kiew militärisch wie zivil auch weiterhin mit Milliarden zur Seite stehen, obwohl die Machthaber doch in Verdacht stehen, zumindest indirekt an der Sabotage unserer Energieversorgung beteiligt gewesen zu sein.
Weil die Ukraine für Sabotage belohnt wird, fehlt es an Solidarität mit Deutschlands Armen!
Er fordert mehr Fairness für die tatsächlichen Leistungsträger, kritisiert die starke Anhäufung überproportionaler Gewinne und Profite einzelner Personen oder Unternehmen. Den USA wirft er „Raubüberfälle“ vor, in unmittelbarem Bezug auf Venezuela und die Androhungen gegenüber Grönland. Wir seien zu einem Spielball der Großmächte geworden, dürften uns nicht vor den Karren der Waffenindustrie spannen lassen. Mit faktenbasierter Argumentation bringt sich der Bochumer aktiv in die tagesaktuelle Debatte ein, wirkt dabei ironisch und sarkastisch, wenn es um Missstände in der Republik geht. Er bemängelt die CO2-Bepreisung, fürchtet um Arbeitsplätze in der Stahlbranche. Biografisch geprägt, gilt seine Aufmerksamkeit den Ärmeren und Schwächeren in der Bevölkerung. Seinen Dank äußert er regelmäßig gegenüber Einsatzkräften von Polizei, Rettungsdienst und Pflege. Der Elitarismus ist ihm fremd, diesbezüglich nimmt er auch die AfD in die Pflicht, der der Ruhrpottler bisweilen Doppelmoral und Selbstentlarvung anheftet.







