Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Ifo-Studie behauptet: Flüchtlinge schaffen deutlich mehr neue Arbeitsplätze“ (aus: „Apollo News“ vom 15.01.2026)
Nun sollen es also die Inder richten. Nachdem das Einfliegen von südsudanesischen Fachkräften nach Deutschland zumindest in einem „Vorfall“ zum Tod zweier Menschen vor der Hamburger U-Bahn geführt hat, ringt die Republik weiterhin mit der Frage, ob es Flucht- und Arbeitsmigration tatsächlich braucht, um den Laden wieder ins Laufen zu bringen. Bei erstgenannter scheint zumindest außerhalb linker Kreise der Konsens zu bestehen, dass strikte Begrenzungen notwendig sind, Grenzkontrollen und Abschiebungen, mehr Brot, Bett und Seife. Doch in der Debatte darum, wie der demografische Wandel und der Mangel an qualifiziertem Personal kompensiert werden sollen, verlaufen die Meinungskorridore anders. Nahezu sämtliche Parteien jenseits der AfD beharren weiterhin darauf, den Zuzug von vermeintlichen Eliten zu beschleunigen. Markus Lanz rief jüngst erst dazu auf, in Afrika dafür zu werben, an hiesigen Universitäten zu studieren. Was die Einen als Chance für Wachstum betrachten, sehen die Anderen als Einladung für weiteren Sozialstaatsmissbrauch. Denn bislang gelingt sie mehr schlecht als recht, eine ordentliche Kosten-Nutzen-Rechnung der Zuwanderung.
Ein positives Saldo für eine vermeintliche Fachkraft kann niemand gewährleisten…
Experten gehen davon aus, dass bis 2035 sieben Millionen zusätzliche Beschäftigte benötigt werden. Derzeit gibt es rund 600.000 offene Stellen, die augenscheinlich nicht adäquat besetzt werden können. Doch liegt es tatsächlich an fehlendem Humankapital? Oder werden die bestehenden Ressourcen einfach nicht ausgeschöpft, weil das Bürgergeld eine bequemliche Alternative zum morgendlichen Aufstehen darstellt? Wie sieht es mit der Vermittlung in Jobs aus? Fördern wir zu viel, statt auch zu fordern? Wir scheitern vor allem an inländischen Potenzialen. Diejenigen, die kommen, sind nicht unbedingt Anwerber für das Exzellenzcluster. Häufig in Teilzeit aktiv, nicht wirklich bestrebt, in der Karriere aufzusteigen, sich fortzubilden oder nach höheren Berufungen zu greifen, sind Personen mit sogenannter Einwanderungsgeschichte mit 14,3 Prozent massiv überrepräsentiert in der Hilfsarbeit. In der Durchschnittsbevölkerung liegt der Anteil lediglich bei 4,3 Prozent. Und nur etwa 50 Prozent jener, die aus den häufigsten Asyldestinationen zu uns kommen, sind überhaupt erwerbstätig. Bei der Gesamtzahl der Bürger geht man hingegen von deutlich über 70 Prozent aus.
Man sollte sich von der Gutgläubigkeit lösen, die Mehrheit der Zuwanderer sei ambitioniert…
Oftmals bleiben Migranten in prekären Verhältnissen hängen, weil sie wenig Beitrag dazu leisten, Sprachbarrieren abzubauen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen oder an entsprechenden Maßnahmen zum Karriereschub mitzuwirken. Die Bereitschaft zur Integration hat seit 2015 nur marginal zugenommen. Berechnungen zeigen, dass die Ausgaben für eine Politik der Willkommenskultur langfristig 5,8 Billionen Euro betragen. Jeder außereuropäische Gast, der zu uns reist, summiert auf Dauer ein Negativsaldo von rund 180.000 Euro auf. Schon jetzt sind die finanziellen Auswirkungen der Agenda von Angela Merkel immens. Der Sozialstaat wurde auf 1.300 Milliarden Euro aufgebläht, niederländische Erhebungen gehen sogar davon aus, dass ein afrikanischer Flüchtling 625.000 Euro Soll statt Haben produziert. Ob es nun Aufstockungen durch Wohngeld, Kinderzuschläge oder Transfers wegen Arbeitslosigkeit sind, man muss sich die Zahlen wirklich schönrechnen, geht man blind davon aus, es hätte sich mittlerweile nicht um den gesamten Globus herumgesprochen, wie leicht es in Mitteleuropa ist, der Hängematte zu frönen, auf der Tasche Dritter zu leben.
Es gibt Alternativen zur Arbeitszuwanderung, doch sie bleiben bewusst ausgespart…
Und wir sind keinesfalls verdammt zur Ausweglosigkeit, würden wir Frauen bei uns mehr Flexibilität im Job zugestehen, die Betreuung des Nachwuchses verbessern, die Geburtenrate durch Anreize steigern. Über 45 Prozent der Unternehmen sehen derartige Investitionen als hilfreicher an denn die Rekrutierung von Auswärtigen. Weiterbildungen für Senioren und Erwerbslose, die über das schlichte Bewerbungstraining hinausgehen, individuell zugeschnitten sind, auf das sogenannte „Matching“ hinwirken, also die konkrete Qualifizierung für einen freistehenden Arbeitsplatz, sind ebenfalls Ansatzpunkte, die in der Debatte völlig unberücksichtigt bleiben. Wir brauchen nicht mehr Menschen, sondern sachverständige, ambitionierte und erfolgswillige Leistungsträger. Und sie können auch aus den eigenen Reihen stammen, müssen nicht über ganze Hemisphären zu uns gekarrt werden. Solange wir zudem die Möglichkeiten der Digitalisierung und Automatisierung kaum ausreizen, anderen Nationen diesbezüglich hinterherhinken, wird der Wettbewerb auch nicht dadurch angekurbelt, dass wir den Zuzug verstärken. Passgenauigkeit ist das Credo, nicht das Belieben.







