Hausmacher Habeck: Die drohende Gasmangellage ist selbst verschuldet, frisch gefertigt in der Manufaktur Mogelpackung…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Wirtschaftsministerin Katherina Reiche befürchtet keine Knappheit bei der Gasversorgung“ (aus: „ZEIT Online“ vom 01.02.2026)

Noch herrscht keine akute Gasmangellage in Deutschland, doch die Speicher leeren sich sukzessive. Aktuell sind sie zu etwa 30 Prozent gefüllt. Sollte das Wetter mitspielen, dürften die Vorräte bis Ende April 2026 ausreichen, um sodann die Winterperiode mit einem blauen Auge überstanden zu haben. Wenn aber Väterchen Frost weiter zuschlägt, könnte die Situation eng werden. Man war schon mit einer zu geringen Einspeisung in die kalte Jahreszeit gegangen. Zum 1. November standen nur etwa 75 Prozent der eigentlich möglichen Menge zur Verfügung. Auch das Speicherjahr im vergangenen Mai begann mit historisch niedrigen Werten von rund 29 Prozent. Ursache hierfür sind unter anderem gelockerte Vorgaben der Bundesregierung und der Europäischen Union. Zu früh hatte Robert Habeck die Alarmstufe aufgehoben, die nicht zuletzt aufgrund einer von ihm selbst verursachten Krise in Kraft getreten war. Ohne den Druck staatlicher Vorgaben konnten die Anbieter kurzfristige Gewinne einstreichen, statt auf eine stabile Versorgung zu setzen. Profiteure aller Länder, vereinigt euch, denn der Lobbyismus boomt.

Der Schein von Rentabilität und Nachhaltigkeit fällt beim LNG kläglich in sich zusammen…

Es fehlt an langfristigen Zusagen, weil nach der Kappung von russischen Importen eilige Verträge über die Einfuhr von LNG geschlossen wurden. Ohnehin wurde, politisch und ideologisch motiviert, eine Abhängigkeit gekappt, die für Kontinuität gesorgt hätte. Der Argwohn gegenüber Putin überwog die Interessen der deutschen Unternehmen und Verbraucher. Ohnehin mutet die Hinterlassenschaft des einstigen Wirtschaftsministers wie ein Flickenteppich an, denn ein wirkliches Konzept kann niemand erkennen, kauft man sich die letzten Reste auf dem Weltmarkt zusammen, begibt sich in neue Vereinbarungen mit Ländern, deren ethische Ausrichtung nicht viel besser ist als jene von Moskau. Verkopft und überstürzt sind Entscheidungen gefällt worden, nicht nur aufgrund des Krieges, sondern im Auftrag der Transformation. Preisspitzen sind die Folge, enorme Risiken tragen vor allem Bürger und Industrie. Ganz abgesehen vom Paradoxon, dass uns ausgerechnet die Klimaschützer dieser Republik enger an die vermeintlich umweltschädliche Kohle gebunden haben.

Als ökologisch gilt heute, was man früher aus Umweltschutzgründen verdammt hätte…

Bräuchten wir zudem nicht derart viele knappe Ressourcen, um den Ausfall der Atomkraft zu kompensieren, könnten wir deutlich gemütlicher in den Frühling starten. Ökosozialismus funktioniert vielleicht auf dem Papier, den Praxistest hat er nicht bestanden. Und dieser Umstand ist kein sonderliches Wunder. Denn je stärker Diversifizierung und Technologieoffenheit durch Scheuklappen eingeschränkt werden, umso härter trifft uns nicht nur die Kostendruckinflation, sondern auch die fehlende Auswahl in der Bandbreite an Optionen, modern und nachhaltig Energie zu gewinnen. Wie viel hat die Dekarbonisierung mittlerweile dazu beigetragen, die Erderwärmung zu begrenzen? Die Rechnung wurde ohne Petrus gemacht, der sich wahrscheinlich ins Fäustchen lacht. Schließlich kann der außenstehende Beobachter durchaus den Eindruck gewinnen, dass wir unnötig verzichten, den Übergang von fossilen Brennstoffen zu den Erneuerbaren aus ziemlich fadenscheinigen Gründen beschleunigen. Mit Pragmatismus und Rationalität haben all die Interventionen, der Dirigismus, das Kasteien nichts zu tun.

Nicht nur beim Gas liegt der nahezu ausschließliche Fokus auf einer Ausweichoption…

Denn die Regulierung schlägt mittlerweile an vielen Fronten zu, davon können nicht nur Heizungsbesitzer ein Lied singen, die in zahlreichen Regionen de facto dazu gezwungen sind, auch dann auf eine Wärmepumpe umsteigen zu müssen, wenn sie gerade im Altbau oftmals unrentabel, ineffektiv und teuer ist. Die meisten Rentner dürften das Ende der Amortisationszeit nicht mehr erleben, sie haben ihre Altersvorsorge für eine grüne Fantasiewelt geopfert. Der Weg in die Armut ist gezeichnet, weil echte Wettbewerbsfähigkeit nur noch Makulatur scheint. Deshalb sind wir auf einen vorgezeichneten Weg gezwungen, der bisher nicht den Nachweis erbrachte, dass all die Milliarden und das Bemühen der Gesellschaft um niedrigere Temperaturen irgendeinen wesentlichen Einfluss auf die Zusammensetzung der Partikeldichte in Atmosphäre haben. Wechselweise sind also der Kreml oder das CO2 schuld, dass wir im Sommer schwitzen, später frieren. Hauptsache, die Schuld trifft nicht jene, die sich über gut drei Jahre in der Ampel-Koalition verwirklichen und austoben konnten.