Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „AfD-Bundesvorstand untersagt Veranstaltungen mit Martin Sellner“ (aus: ZEIT Online vom 09.02.2026)
In diesen Tagen scheint die AfD in mehrerlei Hinsicht am Scheideweg zu stehen. Vorwürfe familiärer Überkreuz-Anstellungen in verschiedenen Landesverbänden werden medial nicht nur thematisiert, sondern im Verhältnis zu Missständen bei anderen Parteien aufgebauscht. Gleichzeitig ringt man um den richtigen Kurs in Sachen Abgrenzung zu Martin Sellner, der Identitären Bewegung und vermeintlich radikalen Kräften. Das Virus der Mäßigung und des Abstandnehmens scheint zu grassieren. Dabei wäre es gerade in stürmischen Zeiten so wichtig, Loyalität zu zeigen, sich nicht beeindrucken zu lassen von der Moralkeule der „Guten“, von Verbotsforderungen und dem Verfassungsschutz. Mit überzeugender und standhafter Geradlinigkeit heben sich die unterschiedlichen Akteure wie Funktionäre ab, welche dem Trend, über hingehaltene Stöckchen zu springen, konsequent entsagen. Zu ihnen gehört auch Felix Gramont. Der einst zur Jungen Alternative in Sachsen gehörende Influencer macht sich in den sozialen Netzwerken einen Namen als unerschütterlicher Leuchtturm.
Der Nachwuchs hat deutlich weniger Berührungsängste, stattdessen Sinn für Verstand…
Er steht für eine konsequente Linie, was Programm, Inhalt und Argument angeht. Dabei vertritt er klassische Positionen, spricht sich ohne Unterlass für Remigration aus, kritisiert das Gendern couragiert. Seine Widersacher sitzen im etablierten System, sein Herzblut hängt an der kulturellen Identität. Nuanciert entlarvt eine Nachwuchskraft die Paranoia von links, in allem und jedem Nazis oder Faschisten zu sehen, was anders denkt als die kreischende Minderheit. Es braucht einen Erhalt der einheimischen Bevölkerung, hierüber ist er sich ebenso im Klaren wie mit Blick auf die Bedeutung der traditionellen Sprache und sinnstiftender Brauchtümer. Gramont poltert nicht wild um sich, sondern setzt wohl überlegte Nadelstiche. Seine intellektuelle Reife wird aus jedem einzelnen Beitrag ersichtlich, das reflektierte Denken scheint ihm in die Wiege gelegt worden zu sein. Patriotismus verkörpert er authentisch und glaubwürdig, nicht extrem, aber gleichsam stilvoll. Stolz ist ihm nicht fremd, wohl aber das Stadtbild in der Bundesrepublik des Jahres 2026.
Felix Gramont, eine alternative Mahnwache für Authentizität, Rückgrat und Zuverlässigkeit…
Seine Zweifel am beständigen Schuldnarrativ verbindet er mit der Sorge um den Fortbestand der hiesigen Gesellschaft. Die Islamisierung sei eine der größten Gefahren für Europa. Mit Blick auf die Außenpolitik warnt er vor blinder Putin-Sympathie, stellt sich allerdings auch gegen eine pauschale Verurteilung von Russland. Für eine Befriedung ist er auch innerhalb der eigenen Reihen, hält wenig von Lagerdenken und Flügelkämpfen. Es selbst verspüre keine Nähe in irgendeine Himmelsrichtung, sondern lediglich Verbundenheit mit dem eigenen Volk. Sozial eingestellt ist er gegenüber den Bedürftigen hierzulande, dem Zeitgeist kann er nichts abgewinnen. Nahezu ironisch und sarkastisch betrachtet er die Entwicklungen, hält sich nicht zurück mit pointierter, eloquenter und rhetorischer Rede. Seine Verwurzelung ist das größte Pfund, sein Kommunikationstalent eine Bereicherung für die virtuelle Gemeinschaft. Stabilität und Kontinuität zeichnen denjenigen aus, welcher das Distanzieren verpönt, stattdessen den Schulterschluss mit Kollegen sucht.
Wenn die AfD nicht in alte Muster zurückfallen möchte, muss sie die Mäßigung beenden…
Eine solche Alterskohorte braucht es, die furchtlos ist, nicht zurückschreckt. Manch ein Erwachsener im Bundesvorstand könnte sich eine Scheibe abschneiden. Schließlich liebäugelt man dort mit einer Mentalität von Meuthen und Petry, stärkt nicht etwa Helferich oder Siegmund den Rücken, sondern windet sich um explizite Solidarität und Zusammenhalt. Gramont erweist sich als die Divergenz, geht gerade auf jene zu, die im Kreuzfeuer von woken Fernsehsendungen und weichgespülten Verlagen stehen. Diese Ausnahmslosigkeit im Aufrichtigen, Ehrlichen und Fairen macht ihn zu einem verlässlichen Partner im Wahlkampf – und darüber hinaus. Rückzieher gibt es genug, Anpassung ebenso. Wer „CDU light“ möchte, ist bei ihm garantiert falsch. Denn der konservative Abklatsch bedeutet den Niedergang für eine manchmal noch in den Kinderschuhen steckende Kraft, die sich mit Unvereinbarkeitsbeschlüssen das Leben selbst schwer macht. Antiquiertheit ist zumindest in dieser Hinsicht keine Tugend, sondern eine Rückfall in alte Muster. Wohl dem, der frech, kühn und mutig bleibt.







