Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Regierungserklärung des Kanzlers: Merz ruft Menschen zu ‚Wohlwollen‘ bei Reformplänen auf“ (aus: „ZDFheute“ vom 12.06.2026)
In der Psychologie würde man es wohl als emotionale Inkongruenz bezeichnen, was sich mittlerweile als feste Charakterlichkeit beim Bundeskanzler beobachten lässt. Schon wieder teilt er auf der einen Seite aus, um andererseits einen öffentlichen Frontalangriff zu starten. Dieses Mal behauptete der Hüne, es sei schwieriger, eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern, als ein zerstörtes Land nach dem Krieg aufzubauen. Gleichzeitig stellte er fest, Unternehmer häufiger auf dem Golfplatz zu treffen als in Talkshows.
Seele eines einsamen Mannes: Anzeichen von Narzissmus, Inkongruenz und Hilflosigkeit!
Der verstandsmäßige Mensch wird sich zunächst fragen: Wie kann Friedrich Merz zu einer solchen Einschätzung gelangen, wenn er nicht stets neu sein eigenes Handicap prüft? Weilt auch der Regierungschef mehr auf dem Rasen als in seiner Waschmaschine? Und vor allem: Was geht einen Parteivorsitzenden das Freizeitleben von Wirtschaftsbossen an? Er zeigt mit dem Finger auf Andere, fällt schon wieder in Wehleidigkeit, möchte offenbar seiner früheren Einlassung Substanz verleihen, dass kaum jemand so viel ertragen müsse wie er.
Ein empfindlicher Provokateur, ein dünnhäutiger Angreifer eine Mimose mit großem Mundwerk, was fallen nicht alles an Begrifflichkeiten für diesen Christdemokraten ein, der sich offenbar in einer Zwangslage befindet. Er predigt Wasser, trinkt Champagner. Zeigt mit dem Finger auf jene, die Schläger und Ball schwingen, während er im Privatjet davon düst. Man kann von zartbesaitet sprechen, es schwingt aber vor allem Narzissmus mit, wenn sich jemand zum Dramakönig aufschwingt, um vom hohen Ross aus Moral zu lehren.
Zwischen Jammern und Belehren kann keine gedeihliche Kanzlerschaft mehr gelingen…
Da hat sich jemand als gänzlich ungeeignet erwiesen, eine Republik zu führen. Wild schießt ein Politiker um sich, dem die Argumente längst ausgegangen sind, der sich in Selbstmitleid ergießt. Getroffen werden dabei nicht selten Leistungsträger, Durchschnittsbürger und das Fundament des Miteinanders. Umso größer sind Wut, Verärgerung und Frustration über diesen Mann, der mit einer Autogrammkarte an die von ihm angepöbelte Krebspatientin seine affektive Kapitulation erklärt hat, den Taktstock gegen den Knüppel eintauscht.
Mit Verlaub, dieser Sauerländer entpuppt sich als Sinnbild der Abgehobenheit, dessen Fingerspitzengefühl so sensibel wirkt wie der Wurstdaumen eines Proleten. Als Katalysator von Spaltung und Polarisierung bringt er die kleinen Leute gegen sich auf, weil er die Normalität unserer Staatsform negiert, von hochdotierten Volksvertretern Beherrschung, Fokus und Durchsetzungsvermögen gleichermaßen zu erwarten. Und er zieht nunmehr auch den Groll der letzten Wählerschicht auf sich. Es geht also ans Eingemachte für die gesamte CDU.








