Kommentar von Dennis Riehle zum Beitrag „Politik und Zeitgeschehen: Wochenrückblick vom 10. Januar 2026“ (aus: „Kontrafunk“ am 10.01.2026)
Was war das wieder für eine Woche! Da holte ein Regierungschef zum Aufschlag aus, schleuderte das runde Gelbe schnurstracks in jenes Netz, auf das Linksextremisten ein Attentat verübt hatten. Während in den Häusern von Steglitz-Zehlendorf die Lampen versagten, ging dem Bürgermeister ein Licht auf. Er hatte den Kopf freigekriegt, sprintete nach Spiel, Satz und Niederlage ans Feldbett. Wenigstens er dürfte zwischenzeitlich mit warmem Wasser geduscht haben, während Zehntausende weiter bibberten. Die Minusgrade krochen durch die Wände der Ärmsten und Schwächsten, Kai-Boris Becker-Wegner schwitzte.
Als man dachte, es könnte nicht schlimmer kommen, war Günther plötzlich bei Lanz…
Trotz Doppelfehler will der CDU-Mann das Feld aber nicht gänzlich räumen, nach einem 1:6 sieht er sich als klarer Sieger, doch auch mit Slice liegt der Vorteil eher bei der AfD. Partner Merz tippte und tippe an, holte dann zum Smash aus, feuerte direkt ins Aus, lobte sich selbst für das Schmettern der Hilfskräfte, die den Notstand beendet hatten. Da wollte man Gambler werden, blieb aber über den Tiebreak hinaus der Underdog. Bezeichnend für eine Gegenwart, in der Sandplatztennis zur politischen Ultima Ratio wird. Selbst eine Ballmaschine wäre effizienter, um die Hauptstadt zu reagieren.
Und dann war da ja auch noch Günther, „Wir haben die Pflicht, unsere Demokratie zu schützen“, Guillaume. Also Daniel Despot vom Deich, der sich so schwer tut, wenn die Medien nicht nach seiner Pfeife tanzen. Vor „Feinden“ müsse man das System schützen. Wie sagte doch einst schon ein Herr G. in dunklen Zeiten der Geschichte: Man dürfe „Feinden des Reiches in unseren bedrohlichsten Stunden keinen Vorschub leisten“. Auch der „Kampf der Exzesse“ hat sein historisches Vorbild. Allerdings meinte Stalin die Klassen, weniger die Handys. Und Kommunismus ist auch nicht cool, sondern hohl.
Caracas und Kakao, irgendwie wurden wir alle durch den Dreck gezogen…
Und so taumeln wir irgendwo zwischen Drittweltland und Diktatur. Für die Union scheint Antifa noch immer eine Limonade der neueren Generation. Da hat man selbst nach 15 Jahren das terroristische RAF-Duplikat noch immer nicht dingfest gemacht, sieht es aber von der Förde bis zur Spree als notwendig an, gerade die Jugend vom Konsum der Realität in Deutschland, also von den sozialen Medien, möglichst lange fernzuhalten. Das hat nicht etwa damit zu tun, dass in manch einer Behörde noch gefaxt und telegrafiert wird. Sondern es ist die Angst, dass die Kanzler’sche Kaltherzigkeit zum Bumerang wird.
Schließlich sind die Daddelnden genauso energiereich und kraftspendend wie ihre namensverwandten Früchtchen. Sie werden zu den Erstwählern von morgen, die längst begriffen haben, wo die Linie verläuft. Früher hieß es „Vorteil, Stich“. Heute sagt man „Nachteil, Friedrich“. Denn was wissen wir mittlerweile nicht alles über das Völkerrecht, über Venezuela und über die Vulkangruppen. Wie schön wäre es stattdessen aber gewesen, Wärme zu generieren, statt sie zu pumpen. Erstgenanntes machen die Menschen in der Ukraine, dank unserer Spendenbereitschaft. Zweitlautendes hingegen Robert Habeck, fast umsonst.
Und die Moral von der Geschicht: „Blauen“ traut man, „Schwarzen“ nicht!







