„Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst!“: Die Osterbotschaft richtet sich an alle Unerschrockenen, die politischen Wandel wollen!

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Kirche: Kardinal Marx ruft zu Hoffnung und Einsatz für Frieden an Ostern auf“ (aus: „Süddeutsche Zeitung“ vom 04.04.2026)

Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Lebens. Mit dieser Botschaft gilt das Osterfest als eine Quelle der Hoffnung für all jene, die an die Auferstehung von Jesus glauben, der von Gott als eingeborener Sohn gegeben wurde, um am Kreuz zu sterben, später aber den Stein vor dem Grab wegrollen sollte. Doch was bedeutet diese Verheißung konkret für das Jahr 2026, in dem wir in vielerlei Hinsicht ohne Perspektive dastehen? Täglich grüßt das Murmeltier, die Politik befindet sich im Hamsterrad. Effektiv wirken kann sie längst nicht mehr, das macht aktuell der zahnlose Tiger einmaliger Spritpreiserhöhungen zur Mittagszeit deutlich. Nicht etwa die Versöhnung hat uns heimgesucht, sondern schlichtweg die Spaltung. Durch das Land geht eine Brandmauer, von ausgestreckten Händen ist längst keine Rede mehr. Stattdessen denunziert man einander, weil jeglicher Respekt vor der anderen Meinung verloren gegangen ist. Nicht nur in den sozialen Medien wird gehetzt, auf den Straßen Wähler und Sympathisanten der AfD als Nazis und Faschisten diffamiert.

In Zeiten von Krieg und Brandmauer ist schwer, an Frieden und Versöhnung zu glauben…

Und auch international ist wenig zu vernehmen von jenem Frieden, den der Messias stiften soll. Der Krieg im Iran geht weiter, einigermaßen konzeptlos, ohne Rücksichtnahme auf die wirtschaftlichen Konsequenzen für den gesamten Globus. Es mangelt an Brückenbauern, die unter anderem auch in der Ukraine nach dem Credo handeln, dass die körperliche Unversehrtheit des Einzelnen wichtiger ist als die territoriale Integrität des Ganzen. In Johannes verkündet Christus, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei. Und tatsächlich kann wohl nur ein himmlisches Verständnis von Ausgleich und Kompromiss für wirkliche Seelenruhe unserer aufgeschreckten Zivilisation sorgen. Doch werden wir damit vertröstet in die Ewigkeit, können nicht mehr erwarten, dass sich im Diesseits etwas Fundamentales ändert? Das Vertrauen auf Wunder allein wäre zu kurz gegriffen. Nur der Allmächtige kann Berge versetzen, wir selbst müssen mit Erdhügeln beginnen, klein anfangen, die Erwartungen möglicherweise herunterschrauben. Ohne Zweifel dürstet uns nach dem großen Wurf, schließlich stottert der Motor nicht erst seit gestern.

Gibt es sie nicht doch, die ersten Signale für eine politische-gesellschaftliche Wende?

Woran erkennen wir die Zeichen eines Wandels? In den Umfragen tut sich wenig. Union und Alternative für Deutschland wechseln sich wöchentlich in der Führung ab. Noch scheint die durchschlagende Erkenntnis, wonach sich mit etablierten Strukturen kein Blumentopf mehr gewinnen lässt, nicht bei allen angekommen zu sein. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, erweist sich träge im Umdenken. Man könnte fast nach oben schreien, warum nicht längst die Massen auf die Straßen gehen. Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sind so sehr unter die Räder geraten, dass auch Zeitzeugen von damals den Befund erheben, es sei bereits schlimmer als in der DDR. 1989 begehrte das Volk auf, heute verharrt es entweder vor der Erzählung über „das Gute“ in der allabendlichen Tagesschau. Oder es kommt über die bloße Empörung in den sozialen Medien nicht hinaus. Der Sohn hat das Joch des Kreuzes von sich geworfen, er hat Marter und Drangsal, die Pontius Pilatus ihm auferlegte, den Rücken gekehrt. Schließlich war er nach anfänglichem Zweifel gewiss, dass Gerechtigkeit obsiegt.

Stellen wir uns nicht auf die Stufe jener, die richten, moralisieren und bremsen wollen!

Das Buch Josua formuliert: „Habe ich dir nicht geboten: Sei mutig und entschlossen? Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst! Denn der Herr, dein Gott, ist bei dir, wohin du auch gehst“. Schrecken wir also nicht davor zurück, Missstände anzusprechen, uns zu unseren Überzeugungen zu bekennen, die Stirn zu bieten. Es scheint bereits fünf nach zwölf, weshalb keine Ausreden mehr zählen. Werfen wir in die Waagschale, was uns heilig ist. Der spätere Blick zurück auf die Geschichte wird wieder einmal feststellen, dass jene von Beginn an auf der richtigen Seite standen, die sich nicht zum Besseren erhoben, keinen Fingerzeig duldeten, ohne Moral und Tadel ihrer Mitbürger auskamen. „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“, besagt Matthäus. Begehen wir also nicht den gleichen Fehler wie die Stolzierenden in ihren elitären Elfenbeintürmen. Sondern ringen wir um die Wahrheit, lassen uns nicht beeindrucken von Distanzierungspflicht, Kampfbegriffen und Schuldgefühlen. Die Zukunft ist zu wichtig für Schönfärberei, das wird spätestens die Offenbarung bestätigen.