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Despot Daniel vom Deich: Was Günthers „Feinde der Demokratie“ sind, waren zu dunklen Zeiten der Geschichte die „Feinde des Reiches“…

Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „‚Absolut inakzeptables, autoritäres Geschwurbel‘ – Günthers Auftritt bei ‚Lanz‘ sorgt für Empörung“ (aus: WELT vom 08.01.2026)

„Die Grenzen zulässiger Kritik an Politikerinnen und Politikern, die bewusst in die Öffentlichkeit treten, sind weiter zu ziehen als bei Privatpersonen“, so betonte das Bundesverfassungsgericht wiederholt. Doch was nutzen die Schiedssprüche aus Karlsruhe, wenn sie bei den Betroffenen nicht verhaften? Es war in der dunklen Vergangenheit, als ein brutales Regime mit den Worten auf sich aufmerksam machte, dass „Feinde des Reiches“ unter Zensur gestellt werden müssten. Damals war es Joseph Goebbels, der die Medien als ein „Klavier“ bezeichnete, auf dem der „Staat spielt“. Regulieren und im Zweifel sogar untersagen, forderte CDU-Mann Günther aktuell mit Blick auf Nachrichtenportale wie NiUS. Und er weckt damit böse Assoziationen.

Es ist schon traurig, welche Assoziation der Ministerpräsident mit seinem Vokabular weckt…

Denn wieder findet sich eine geflügelte Begrifflichkeit, heute von den „Feinden der Demokratie“. Zusammen mit NGOs müsste gegen sie vorgegangen werden. Was unter Stalin der „Klassenkampf“ war, ist jetzt der „Kampf gegen Exzesse“. Wie nah die Aussagen des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten der Autorität kommen, das merkte er offenbar selbst nicht. Stattdessen redete er sich in Rage, wollte einerseits die Jugend vor schädlichen Einflüssen schützen, andererseits die AfD in Grund und Boden klagen. Gastgeber Markus Lanz hakte nur zögerlich nach, was auch ihm viel Kritik einbrachte. Der Moderator schien einigermaßen konsterniert ob der Formulierungen seines Gastes. Die wesentliche Aufmerksamkeit lag daher auch auf Despot Daniel aus Kiel.

Der 52-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt, wenn es um patriarchalische Ambitionen geht. Bereits während Corona galt er als Verfechter strenger Maßnahmen, befürwortete die Isolierung Ungeimpfter und einen Zwang zur Immunisierung. Schon früh setzte er sich für eine Überprüfung der Alternative für Deutschland nach Art. 21 Abs. 2 GG ein, wollte also ihr Verbot vorantreiben. Vorhalte richteten sich auch an ihre Wähler, was ihm den Anwurf der Delegitimierung von Millionen Stimmen des Souveräns bescherte. Aus seiner ideologischen Liebe zu Angela Merkel machte er keinen Hehl, bewies Illoyalität gegenüber Friedrich Merz, brachte die Christendemokraten gegen sich auf, weil er sich selbst überhöhte, obwohl er eigentlich kläglich versagt hatte.

Daniel Günther kompensiert seine politischen Versagen mit Potenz, Schikane und Tyrannei…

Schließlich ist der Norden unter seiner Regentschaft hoch verschuldet, zieht massive Krisen und Skandale hinter sich her. Unsummen hat man in den Bau einer Batterie-Fabrik des Konzerns Northvolt in Heide gesteckt. Dieser ist mittlerweile pleite gegangen, durch die Insolvenz drohen gravierende Verluste für den Steuerzahler. Mehrere Minister sind überraschend zurückgetreten, die Chefin des Innenressorts und jener für Landwirtschaft räumten ihre Posten. Beide Personalien brachten Günther in Erklärungsnot. Die Mängel bei der Lehrerversorgung und in der Infrastruktur schreien zum Himmel. Doch statt sich um Räson im eigenen Laden zu kümmern, profiliert sich der frühere Projektbetreuer nunmehr als versierter Hetzer der Nation.

Woher rührt der Drang zur Repression, welche Ursache hat der Zwang zur Kontrolle? Der studierte Politologe scheint übersensibel zu reagieren, möglicherweise evolutionär bedingt. Abweichende Meinungen gelten als Infiltrierung, als Angriff auf die soziale Ordnung. In einer moralischen Panik, Inhalte könnten sich außerhalb von einem subjektiv definierten Wertekompass bewegen, entfaltet sich der Anspruch an Konformität. Jede Unsicherheit gilt als bedrohlich. Günther eilt der Ruf nach, hypokritisch eine eigene Realität zu deuten, in der die Ausgrenzung von Anderen als Freiheit verstanden wird. Zwischen Narzissmus und Machtbesessenheit schwankend, gilt er als Heuchler. Und damit als Gefahr für unser liberales Gemeinwesen.