Markus Söder unter dem Regenbogen: Ein entchristianisierter Ministerpräsident stößt auf seine heimliche Liebe zu Beliebigkeit, Zucht und Unordnung!

Kommentar von Dennis Riehle

230.000 Teilnehmer sollen es gewesen sein, die auf dem Münchner CSD die bayerische Weltoffenheit gefeiert haben. Unter dem Segen von Markus Söder hatte der Fetischismus wieder einmal Ausgang. Eine bunte Parade, die so gar nicht an Demonstration oder Protest für mehr Grundrechte erinnert. Sondern an das Schaulaufen einer transferierenden Spezies, auf der Suche nach dem Geschlecht, in der Ungewissheit, ob Lack, Leder und Latex sitzen. Die Erwartungshaltung, eine Mehrheit möge diesen Lebensentwurf der maximalen Provokation respektieren, welcher nicht etwa darauf abzielt, die sexuelle Neigung oder Identität mit sich auszumachen, sie stattdessen der Öffentlichkeit auf die Nase zu binden, ist unsittlicher Größenwahn.

Der CSD ist längst keine Demonstration für Grundrechte mehr, sondern eine Zumutung!

Jeder darf sein, wie er will. Auf diesen Nenner lässt sich die Grußbotschaft des Ministerpräsidenten der CSU bringen. Doch was mögen Oma Edeltraud im hinteren Allgäu oder Opa Klaus aus der unterfränkischen Provinz bei der Begegnung mit Rüschen, Windeln und Schweinsmaske wohl denken? Ja, ist denn heute wieder Freiluftzirkus? Da trifft man sich zur Gruppentherapie unter blauem Himmel, weil jeglicher Wertekanon krankt. Von christlich oder konservativ scheint nichts geblieben. Viel eher wird man zum Bückling vor dem Regenbogen. Als schwuler Mann reibe ich mir die Augen. Aber ich bin auch wütend. Da spannt man meine Wenigkeit und andere homoerotisch Empfindende, wie es gendersprachlich korrekt heißen muss, vor den Karren einer Ideologie.

Bayern entscheidet sich für den Weg von Orientierungslosigkeit und gefühltem Geschlecht…

Selbstverständlich gehört es zur liberalen Ordnung, sich frei entfalten zu können. Doch in einem Miteinander darf nicht der Individualismus gewinnen. Denn anderenfalls gibt es keine Verständigungsgrundlage mehr. Was soll noch als verbindlich gelten, welche Normen sind Bezugspunkt und Orientierungsmarke? Ein gefestigter Charakter ist die Voraussetzung dafür, sich in einem sozialen Gefüge zurechtzufinden. Wer sich weigert, in einem Hafen vor Anker zu gehen, sondern über das Meer der unendlichen Möglichkeiten schippert, er wird jeden Morgen die Frage stellen: Wer bin ich heute? Mehr Verwirrung und Sünde gibt es kaum. Schließlich taugt eine Gesellschaft nicht als Reagenzglas, in dem es jederzeit zu Verpuffung und Explosion kommen kann.