Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Nach Besuch von al-Scharaa -Ausreise von Syrern: Merz-’80 Prozent‘-Aussage in der Kritik“ (aus: „ZDF heute“ vom 31.03.2026)
Da hat Friedrich Merz wieder einmal eine Diskussion losgetreten, die man von ihm eigentlich öfter erwarten sollte. Im Zusammenhang mit dem Empfang von Übergangspräsident Ahmed al-Schara betonte der Kanzler, es sei langfristiges Ziel, dass 80 Prozent der Syrer in Deutschland in ihre Heimat zurückkehren. Prompt regte sich Widerstand gegen diese Aussage, insbesondere von SPD und Grünen. Aber auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft lief Sturm, denn sie befürchtet, mit einer Abwanderung von Ärzten zurück in den Mittleren Osten könnte das hiesige Gesundheitssystem kollabieren. Von derzeit 437.000 Medizinern in Deutschland stammen 6.583 aus den Gefilden zwischen Damaskus und Aleppo. Ja, sie bilden mit 1,5 Prozent die größte einzelne Gruppe an ausländischen Berufstätigen in diesem Zweig. Doch von Unverzichtbarkeit kann längst nicht gesprochen werden. Der Anteil gilt weder als systemrelevant noch bedeutsam. Denn sowohl inländischer wie europäischer Nachwuchs könnten einen Ausfall in einem hinreichenden Maße kompensieren.
Der Ausfall von syrischen Ärzten wäre nicht systemrelevant, sondern kompensierbar!
Die Funktionalität der Versorgung hängt wahrlich von anderen Faktoren ab. Man sollte sich ohnehin noch einmal vergegenwärtigen, dass Asyl stets Schutz auf Zeit ist. Alle Migranten, die ohne eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis sind, müssen prinzipiell mit dem Moment, in dem die Verfolgung und Bedrohung in der Heimat endet, damit rechnen, zurückgeführt zu werden. Mit Blick auf den konkreten Fall haben Gerichte mittlerweile deutlich klargestellt, dass nicht nur die Hauptstadt, sondern das gesamte Land, für fast alle Rückkehrer als sicher einzustufen ist. Etwa 71.000 der 948.000 Syrer, die derzeit in Deutschland leben, haben eine feste Bleibeperspektive. Das bedeutet, 877.000 müssten sukzessive die Heimreise antreten. Oder in Prozenten gesprochen: 92,5. Nach derzeitigen Berechnungen von Wirtschaftsfachleuten stellt die Einwanderung dieses Personenkreises für unsere ökonomische und gesellschaftliche Zukunft einen deutlichen Nettodisnutzen dar, auch wenn diese Botschaft Linksgrüne in ihrem Denken einer heilen Welt natürlich nicht hören wollen.
Betrachtet man gesellschaftliche und finanzielle Folgen, überwiegt der Negativnutzen…
Bezieht man sich hierbei auf anerkannte Quellen wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das BKA, die Statistikbehörde, die Bundesärztekammer oder die Bundesagentur für Arbeit, so entstanden seit Ankunft im Jahr 2015 allein für syrische Asylbewerber Kosten zur Unterbringung, Integration, für Sozialtransfers und Entlastungen der Kommunen in Rekordhöhe. Denn allein 1,22 Millionen Menschen aus dem dortigen Kulturkreis waren zeitweise ansässig, sie machen damit einen erheblichen Anteil am Gesamtbudget von jährlich rund 26 Milliarden Euro aus. Überproportional häufig im Bürgergeldbezug vertreten, liegt die Zahl der Bezieher von Leistungen nach SGB II bei 55 Prozent. Insbesondere Eltern und Kinder bleiben langfristig abhängig von staatlicher Stütze. Die oftmals beschworene Fachkraft ist selten, die meisten Syrer erreichen lediglich Helferniveau. Fehlende Sach- und Sprachkenntnisse erweisen sich als besonderes Manko, das perspektivisch schon allein deshalb nicht ausgeglichen wird, weil sich ein Sockel an Dequalifizierung ausgebildet hat.
Die hochqualifizierte Fachkraft aus Damaskus, sie ist schlichtweg die absolute Ausnahme…
Die Arbeitslosigkeit verharrt auf einem hohen Niveau, zahlreiche Betroffene befinden sich weiterhin in Ausbildung und anderen Maßnahmen zur Teilhabe. Der demografische Gewinn, welcher angeblich durch junge Migranten zu verzeichnen sei, wird mit Blick auf die hohe Geburtenrate bei gleichzeitig eklatantem Leistungsbezug von Familien und einem Abdriften in Parallelgesellschaften relativiert. Ganz abgesehen von den Kriminalstatistiken, in denen Syrer deutlich überrepräsentiert sind – teilweise sogar um das Zehnfache gegenüber Deutschen. Es ist eine Märchenerzählung, dass der Großteil dieser Zuwanderer beabsichtigt, freiwillig in die Heimat zurückkehren zu wollen. Seit Ende 2025 gab es vier Abschiebungen, über bundesgeförderte Programme ließen sich 4.400 Personen zum Fortzug bewegen. Dem gegenüber steht die hohe Zahl an Einbürgerungen. Sie hat auch Einfluss auf die politischen Verhältnisse, ohne, dass eine wirkliche Assimilation garantiert wäre. Es ist also nicht einmal ein Nullsummenspiel, das uns bevorsteht.








