Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Klimaschutz auf Landesebene: Deutsche Umwelthilfe will Regierung Druck machen und verklagt Bayern“ (aus: „taz“ vom 20.04.2026)
Eine der ältesten protokollierten „Unwetterkatastrophen“ findet sich im biblischen Buch Genesis. Da brach um etwa 2348 v. Chr. eine Flut über die Welt herein. Doch Noah kam nicht etwa auf die Idee, gegen dieses von Gott erschaffene Szenario von Bestrafung und Ärgernis Windräder zu pflanzen oder Solarpanels zu verlegen. Sondern er baute eine Arche. Selbst die Dinosaurier gingen mit schöpferischen Schicksalen pragmatischer um als jeder grünverblendete Ideologe der Gegenwart, welcher sich anmaßt, mit Wärmepumpen und Lastenrädern an der Temperaturschraube der Evolution drehen zu können. Der Klimawandel im Zeitraum von vor etwa 252 Millionen Jahren führte auf dem Superkontinent Pangäa zu einem überaus feuchten Treibhauseffekt. Die Folgen waren umfassend. Doch statt Transformation bedienten sich die Theropoden der Adaption. Sie passten sich also an, stellten die Ernährung auf jene Pflanzen um, die bisher nicht wuchsen. Sie suchten häufiger Schatten, machten ihre „Kleidung“ dünner.
Die biblische Erzählung macht deutlich, wie zielführend die Anpassung an Extremwetter ist…
Bei Hochwasser zogen sie sich in höhere Gebiete zurück, kurbelten ihren Stoffwechsel für gleichbleibende Aktivität und Bewegungskraft an. Eigentlich vernünftig. Aber nein, bei uns hört man lieber auf Robert Habeck. Keine andere Spezies hat sich derart in Anmaßung begriffen, versteigt sich in die Überzeugung, ein austariertes und balanciertes System durch Milliarden auf eine Bahn zurückzubringen, die wir als „normal“ begreifen. Doch dieser Planet war noch nie ein Ausdruck des Kontinuums. Sein Gleichgewicht kennzeichnet sich dadurch, dass auf Kälteperioden ausgleichende Hitzephasen folgen. Was zunächst ungewöhnlich erscheint, gibt vor allem dann Sinn, wenn man sich nicht alleine auf eine Messperiode beschränkt. Die Modellierung der Natur durch einen Menschen, der sich selbst zu wichtig nimmt, muss zwangsläufig allein deshalb fehlschlagen, weil es ihm mit seinem begrenzten Verstand kaum gelingen kann, sämtliche Stellschrauben, Mechanismen und Einflüsse adäquat zu berücksichtigen.
Selbst die Dinosaurier waren schlau genug, mit wechselndem Klima umgehen zu können…
Man stelle sich nur vor, was hätte mit all dem Geld an Dämmen errichtet, an Wald aufgeforstet, an Versiegelung rückgängig gemacht werden können, das man Branchen in den Hals warf, die von Schreckensbildern profitieren? Die Nischensparte der Erneuerbaren Energien wäre genauso wenig lukrativ wie die Rüstungsindustrie oder Pharmaunternehmen, gäbe es hier wie da nicht das Druckmittel der Angst vor der Apokalypse. Einerseits ist es die Erzählung über hereinbrechende Feuersbrünste, andererseits der angeblich bevorstehende Krieg mit Russland, aber auch die grassierende Corona-Variante, welche uns die Geldbeutel öffnen lassen. Es gibt im Lauf der Dinge Gegebenheiten, die muss man als eine Art Fügung annehmen, ein Handling mit ihnen finden, statt sich darin zu verbeißen, sie wären umkehrbar, manipulierbar, beeindruckbar. Da ist nicht zuletzt die Sonnenaktivität beteiligt, die Erdachse spielt eine gewichtige Funktion. Auch der Wasserstoff und das Methan in der Atmosphäre.
Der überhebliche Mensch maßt sich aus Profitgier an, Horrorszenarien zu erschaffen…
Genauso, wie natürliche Strömungsphänomene in den Ozeanen ausgelassen werden von den meisten Fachleuten, konnte bis heute nicht wirklich erklärt werden, warum unter wegbrechendem Eis in den Hochgebirgen Europas archäologische Funde zu Tage treten, wenn es doch angeblich nie milder war als heute. Die Widersprüchlichkeit einer Argumentationskette bricht sich Bahn, wenn plötzlich feststeht, dass nicht etwa der steigende Meeresspiegel manche Küstenstädte bedroht. Sondern schlichtweg die Bebauung den Untergrund zum Absinken bringt. Solange eine Zivilisation die Geschlechterrollen hinter sich lassen will, nahezu erzwingen möchte, dass auch Männer Kinder gebären können, steckt dahinter häufig purer Narzissmus. Man will sich nicht abfinden mit Grenzen, auch bei Buckelwal Timmy, der sich augenscheinlich zum Ableben entschied, als er immer wieder in die Bucht der Ostsee zurückkehrte, um in der Eifrigkeit von Tierschützern dem Pfusch an Bestimmung und Werdegang zum Opfer zu fallen.








