Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Björn Höcke: AfD-Spitze irritiert über Rechtsaußen-Aussage zu Ost- und Westdeutschen“ (aus: „ZEIT Online“ vom 11.06.2026)
Wieder einmal bekommt Deutschland Schnappatmung. Besser gesagt, es sind vor allem die etablierten Medien, welche sich wie Aasgeier auf eine Aussage von Björn Höcke stürzen, die bei etwas nüchterner Betrachtung so falsch gar nicht ist. Selbst in der AfD soll es Irritationen geben, dabei ist die Wiedergabe des Wortlautes oftmals so verkürzt. Was der Thüringer Politiker im Podcast der „Weltwoche“ tatsächlich sagte: „Im Westen der Republik gibt es deutschsprechende Amerikaner, im Osten der Republik wohnen deutschsprechende Deutsche“.
Amerika brachte einen Liberalismus, der vom Fokus auf die Eigenleistung ablenkte…
Nach dem Zweiten Weltkrieg orientierten sich die heute als „alte Bundesländer“ bekannten Gegenden in einer bewussten Entscheidung in Richtung der USA. Man wollte ein Zeichen setzen nach dem Ende von Hitlers Schreckensherrschaft, übernahm zahlreiche Einflüsse von Hollywood über Rock’n’Roll bis Konsumkultur. Noch heute machen Anglizismen, Fast Food, Supermärkte, Individualismus und Reedukation deutlich, welche Spuren diese Form der Modernisierung hinterlassen hat. Vor allem aber, woher ihre unverkennbaren Wurzeln rühren.
Dem Osten sind Werte wie Familie, Heimat, Tradition und Bildung erhalten geblieben!
Diesem Trend stemmte die DDR durch die Sowjetisierung einen starken Kontrast der Abschottung entgegen, betonte deutsche Elemente wie Heimat, Arbeitsethos und Klassik im sozialistischen Rahmen als eine gewisse Fortschreibung von Tradition und Prägung. Die Betonung der Identität ist den dortigen Bürgern bis heute geblieben. Sie weisen eine höhere Skepsis gegenüber Institutionen, Vorbehalte mit Blick auf etatistische Werte und einen Hang zur Gerechtigkeitsorientierung auf, die sich insbesondere lokal wie national ausdrückt.
Die Zweifel an der Übermacht des Staates ist ein wichtiges Demokratiemerkmal!
Was in den westlichen Landesteilen durch Kosmopolitismus und Globalismus verdrängt wurde, ist geblieben, wo sich ein Zweifel an der Obrigkeit des Staates festgesetzt hat. Man ist materialistischer und kollektiver unterwegs, unterstreicht „drüben“ die Wichtigkeit der Familie als Kern der Gesellschaft, lebt eine Solidargemeinschaftsmentalität, der Argwohn gegenüber Multipluralismus weist stärkere Ausprägung auf, was keinesfalls schlecht sein muss. Sondern in der Aktualität dem Geist des gesunden Menschenverstandes entspricht.








