„Riehle, bleiben Sie lieber bei Ihrer Theologie, mit dem Schreiben wird das nichts!“ – Ich erinnere mich gut an diese Worte eines ehemaligen Deutschlehrers, der große Zweifel daran hatte, ob ich mit dem damaligen Gedanken, statt Pfarrer zu werden, mich eher einem publizistischen Beruf zuzuwenden, auf der richtigen Spur sein könnte. Mit der Kirche hatte ich mich später überworfen, an den lieben Gott allzu viele Fragen. So begann ich zunächst mit dem Lehrgang zum Psychosozialer Berater, qualifizierte mich als PR-Fachkraft, stieg dann in die Ausbildung zum Journalisten ein.
Artikel lesenSchlagwort: Soziale Medien
Der Fall Hamado Dipama zeigt: Das Problem liegt nicht bei den flüchtenden Menschen, sondern in den einladenden Scheunentoren des Systems!
Derzeit ist der Name Hamado Dipama in aller Munde. Der ursprünglich aus Burkino Faso stammende Migrationsaktivist, wie er heutzutage oft bezeichnet wird, ist aufgrund von Verfolgung in seiner Heimat 2002 zunächst nach Paris geflüchtet, kam dann nach München. Hier wurde sein Asylantrag als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt, in einer Vielzahl von Eingaben und Beschwerden wehrte er sich gegen die Entscheidung. Es kam zu einer jahrelangen Duldung, später griff dann die sogenannte Härtefallkommission ein, eine dauerhafte Aufenthalts- und Niederlassungserlaubnis folgten, dann die Einbürgerung.
Artikel lesenIn eigener Sache: Die gesellschaftliche Polarisierung in Realität und Virtualität zwingt dazu, auf den Modus „Sparflamme“ zu schalten!
In diesen Tagen hat sich die „Süddeutsche Zeitung“ von der Plattform X verabschiedet. Die Begründung lautete vordergründig, die Verrohung in den sozialen Medien habe derart zugenommen, dass es nicht mehr zu einem sachlichen Dialog komme. Tatsächlich hat sich das Presseorgan selbst nie an Diskussionen beteiligt, trug in der jüngeren Vergangenheit eigenständig dazu bei, durch eine einseitige Berichterstattung für Argwohn zu sorgen. Doch in einer Sache muss ich den Kollegen recht geben: Die Polarisierung unserer Gesellschaft im Gesamten hat ein bedenkliches Ausmaß erreicht.
Artikel lesenPetition gegen X und „Grok“: Wie plump und dreist eine Bittschrift an Friedrich Merz den europäischen Bann von Elon Musk fordert!
Wenn du nicht mehr weiterweißt, gründest du entweder einen Arbeitskreis – oder verbietest all das, worauf du inhaltlich keine Antwort hast. In autoritären Regimen ist das Sanktionsmittel der Unterdrückung vor allem deshalb gängige Praxis, weil man sachlich und argumentativ an seine Grenzen gekommen ist. Eine Realität, die nicht ins eigene Weltbild passt, wird so lange manipuliert, bis das gewünschte Ergebnis dasteht. Entsprechend fix scheint auch die Idee einer Petition, die aktuell dazu aufruft, die Plattform X aus der EU zu verbannen.
Artikel lesenDer „Ich möchte“-Kanzler und das Recht auf Anonymität: Als ob wir in der realen Welt Namensschilder auf der Stirn tragen würden…
Wieder einmal taucht die immer selbe Frage auf: Ist Friedrich Merz charakterlich geeignet, die Geschicke dieses Landes zu führen? „Ich möchte Klarnamen im Internet sehen. Ich möchte wissen, wer da sich zu Wort meldet“, so lautet seine jüngste Äußerung. Und sie drückt neuerlich wie eindrucksvoll das autoritäre Verständnis des Bundeskanzlers aus. Volksherrschaft ist kein „Wünsch dir was“ der Eliten, sondern ein Auftrag der Basis. Welche Vorstellungen ein CDU-Politiker hat, bleibt einigermaßen unerheblich, solange er für sein Ansinnen keine Mehrheit findet.
Artikel lesenEine Frage von Ethik und Medienökologie: Jeder darf Journalist sein, doch wie viel Regellosigkeit verträgt eine Informationsgesellschaft?
Jüngst ermutigte der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, auf der Plattform X dazu, nicht länger Fernsehen und Zeitungen zu glauben, sondern in den sozialen Medien nach der Wahrheit zu suchen. Er ist nicht der einzige Vertreter, der aktuell eine Art von Jedermannspresse fordert. Und zweifelsohne hat es gute Gründe, dass beispielsweise die Bezeichnung „Journalist“ in Deutschland rechtlich ungeschützt ist. Gleichzeitig bedeutet diese Toleranz gegenüber einem gewissen Label keinesfalls, dass mit dem Titel Schindluder getrieben werden kann.
Artikel lesenDie Sorge vor dem Bedeutungsverlust des unabhängigen Journalismus: Als parteipolitisches Sprachrohr will ich nicht enden!
Man kann froh sein, wenn man seinen Beruf nicht nur als eine Pflicht betrachtet, sondern ihn mit Leidenschaft ausübt. Und so hätte ich nie daran gedacht, irgendwann einmal Skepsis zu hegen, dass meine damalige Entscheidung, Journalist werden zu wollen, die richtige gewesen ist. Doch im Augenblick fühle ich mich leer an, man könnte von einer Sinnkrise sprechen. Vielleicht ist auch ein Stück weit das neumodische Burnout dabei. Denn über Jahre hinweg habe ich mich bemüht, mit Tiefe und Analyse zu kommentieren.
Artikel lesenEine ehrliche wie folgenreiche Bilanz nach drei Jahren X-Account: Ich habe von der Virtualität zu viel Tiefe, Analyse und Sinn erwartet…
Am 6. Januar 2023 wagte ich einen Schritt, den ich mir eigentlich nie vorstellen konnte. In meinem Umfeld wurde angeregt, dass ich nach meinem gesundheitsbedingten Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben doch noch etwas aus meiner Gabe des Schreibens machen sollte. Mir wurde nahegelegt, mich in den sozialen Medien anzumelden. Stets hegte ich Argwohn, Skepsis und Bedenken, galt ich seit jeher als altmodisch, konservativ und rückwärtsgewandt.
Artikel lesenHat sich die unabhängige Publizistik längst überdauert? Zumindest steht sie in stürmischer Konkurrenz zum Jedermanns-Journalismus…
Braucht es angesichts sozialer Medien überhaupt noch unabhängigen Journalismus? Nicht zum ersten Mal stelle ich mir diese Frage, wenn ich die Entwicklung auf Plattformen wie X oder „Facebook“ betrachte, um zu attestieren, dass die Omnipräsenz der großen Medienhäuser unübersehbar ist – und jeder zweite Nutzer beansprucht, publizistisch tätig zu sein.
Artikel lesenDie Freude am menschlichen Nachtreten, das Ergötzen in digitaler Stammesmoral: Wie in Social Media zum Angriff auf die Würde geblasen wird!
„In einer medialen Informationsgesellschaft kann uns die permanente ‚Infusion‘ des Negativen psychisch stark belasten und irgendwann regelrecht krank machen“, so sagt es der bekannte Neurologe Dr. Volker Busch, der mit dieser Einschätzung keinesfalls alleine dasteht. Und tatsächlich spüre ich es mittlerweile am eigenen Leib.
Artikel lesenEin offenes Wort der Ernüchterung und der Frustration an Elon Musk zu seinem Twitter (X): Warum ich gehe, aber trotzdem bleibe!
Biografien sind nur selten eine gerade Linie, die auf Kontinuität gerichtet ist. Stattdessen erweisen sich Lebensläufe häufig als kurvenreich, mit Unterbrüchen und Abzweigungen. Dann steht man an einer Weggabelung, um sich entscheiden zu müssen, welche Richtung man künftig wählt.
Artikel lesenElon Musk und der als „niedrig-engagierend“ eingestufte Qualitätsjournalismus: Wie sich X „zum Minenfeld“ für freie Publizisten mausert…
Hat ein amerikanischer Unternehmer freien Medienschaffenden den Kampf angesagt? Seit geraumer Zeit hält sich mein Eindruck vehement, auf der ehemals als „Twitter“ bekannten Plattform einer massiven Regulierung unterworfen zu sein. Betrachtet man die Statistiken meines Accounts, so ist die Reichweite in den vergangenen drei Monaten noch einmal um 46 Prozent gefallen.
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