Kommentar von Dennis Riehle zum Artikel „Regionalnachrichten Thüringen: AfD-Treffen mit Rechtsextremisten belastet Arbeit im Landtag“ (aus: „ntv“ vom 28.01.2026)
Muss man als Politiker laut sein und auf die Pauke hauen? Nicht unbedingt, denn auch im parlamentarischen Geschäft liegt die Kraft in der Ruhe. Deshalb braucht es die leisen, moderierenden, aber in der Sache stets geradlinigen Typen, welche jeder Partei zu Ausgleich und Stabilität verhelfen. Wer die AfD in Thüringen beobachtet, kommt oftmals nicht an Björn Höcke vorbei. Die Galionsfigur ist omnipräsent, mag für den Außenstehenden manch einen Repräsentanten aus dem zweiten Rang verdecken. Doch es sind häufig die Generalsekretäre, welche das Geschick in Händen halten, für die Organisation verantwortlich sind, die Reihen schließen müssen, im Zweifel auch Krisen und Herausforderungen abfedern. Und so ist Daniel Haseloff nicht wegzudenken aus dem Landesverband, sein diplomatisches Empfinden paar sich mit programmatischer Authentizität. Ein Patriot, der ohne Populismus auskommt. Gleichzeitig ein Verfechter von Werten, Traditionen und Regeln ist, der keinen Hehl aus seiner Liebe zu Schwarz-Rot-Gold macht.
Ein bedeutender Strippenzieher, der sein Licht manchmal unter den Scheffel stellt…
Der 37-Jährige hat das Direktmandat im Wahlkreis 16 (Sömmerda I / Gotha III) gewonnen, ist seither Mitglied in der Erfurter Volksvertretung. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender hält er dem Chef den Rücken frei. Doch ihm bleibt genügend Raum, seinen eigenen Charakter zu entwickeln. Auch im Stadt- und Kreisrat engagiert er sich, denn er hat als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger den Bezug zu den Menschen nie verloren. Inhaltlich widmet er sich vor allem den Themen Justiz und Migration, sitzt im Wahlprüfungsausschuss, macht sich für den Verbraucherschutz stark. Restriktiv will er das Asylwesen umkrempeln, setzt sich unaufhaltsam für stringente Abschiebungen ein. Die Souveränität und Integrität des hiesigen Territoriums will er nicht länger preisgeben, kulturelle Identität und abendländische Prägung verteidigen. Deutsche Fachkräfte sollen aus dem Ausland wieder zu uns geholt werden, es möge Schluss sein mit der Einwanderung Dritter in den hiesigen Arbeitsmarkt und seine Sozialsysteme.
Konsequent in den eigenen Positionen, aber stets zum demokratischen Dialog bereit…
CDU, Grüne und Linke macht er für die Misere der Republik verantwortlich, das „Establishment“ habe uns heruntergewirtschaftet. Haseloff mag nicht im Vordergrund stehen, doch er ist im besten Sinne radikal. Schließlich mahnt er seine Alternative für Deutschland, sich nicht hertreiben zu lassen vor den Gemäßigten, viel eher zu Prinzipien zu stehen. Er distanziert sich weder von den eigenen Leuten, noch dem Vorfeld. Sondern fordert Zusammenhalt und Einheit. Es bleibt für ihn selbstverständlich, den Dialog zu suchen. Auch mit dem österreichischen Aktivisten Martin Sellner. Kontaktverbote lehnt der Vater ab, stattdessen macht er sich stark für die Meinungsvielfalt in der Demokratie, welche im Zweifel auch extreme Positionen umfassen darf. Illoyalität ist ihm ein Dorn im Auge. Er schämt sich nicht dafür, auf Linie des einstigen Flügels zu sein. Weshalb sollte man sich auch genieren, wenn man auf dem Boden der Verfassung steht? Und das tut der Heiligenstädter ausdrücklich, denn er bekennt sich zu Recht, Ordnung und System.
Menschlich ein verbindlicher Charakter, auf den sich Kollegen und Bürger verlassen können…
In der aktuellen Debatte um vermeintliche Vetternwirtschaft trat er mit dem eindrücklichen Bekenntnis hervor, dass man sich im Thüringer Landtag nichts zu Schulden kommen ließ. Denn dort wurden keine Verwandten eingestellt. Im Tonfall bürgernah und bodenständig, rhetorisch eloquent, geschliffen in Auftreten und Wortwahl. Ein verbindlicher Charakter, den man gerne um sich weiß. Sympathisch in der Erscheinung, ohne Allüren und Arroganz. Stattdessen auf Augenhöhe, zugewandt und verlässlich. Durch seine starke Verwurzelung in der Region ist er einer von uns. Nicht der klassische Karrierist, sondern ein praxisnaher Seiteneinsteiger – vom Bauplatz ins Plenum. Sein familienorientiertes Selbstbild macht ihn glaubwürdig, seine Kommunikation ist emotional wie provokant. Doch er schießt nicht über das Ziel hinaus, setzt die Nadelstiche beim politischen Gegner dagegen ganz bewusst. Ein Kämpfergeist voller Ehrgeiz, ein Realist aus unserer Mitte. Möge Haseloff noch lange bleiben, denn er wird gebraucht!








